Beachvolleyball

«Wir fanden keinen gemeinsamen Weg»

Bei den Schweizer Nationalteams kommt es im Hinblick auf Tokio 2020 zu Veränderungen. Trotz zwei 9. Plätzen an Grand-Slam-Turnieren haben Nico Beeler / Alexei Strasser keine gemeinsame Zukunft.

Nicht immer gleicher Meinung waren Alexei Strasser (links) und Nico Beeler. 2017 werden sie getrennte Wege gehen.

Nicht immer gleicher Meinung waren Alexei Strasser (links) und Nico Beeler. 2017 werden sie getrennte Wege gehen. Bild: fivb.org

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Am Freitag auf dem Bundesplatz verabschiedete sich der zurücktretende Philip Gabathuler an der Seite von Mirco Gerson als Schweizer Meister. Im Final bezwangen sie Beeler/Strasser 22:20, 21:19. Dass es auch für dieses Duo der letzte gemeinsame Auftritt war, wurde damals noch nicht kommuniziert.

«Wir fanden in den beiden Jahren keinen gemeinsamen Weg», verrät Nico Beeler. Ziele, Ausrichtungen und Vorstellungen hätten sich immer mehr unterschieden. «Individuelle Fortschritte zu erzielen, stand bei der Teambildung 2015 im Vordergrund, eine Olympiaqualifikation für Rio war kein Thema», erklärt der 23-jährige Joner. Mit seinem sechs Jahre älteren Partner startete der Neuling fulminant mit einem 4. Platz am Luzern Open.

Verhängnisvoller Erfolg

Durch die guten Resultate stiegen jedoch die Erwartungen. «Die Geduld war nicht überall vorhanden, Fehler machen zu können», bringt Beeler das Dilemma auf den Punkt. Er hätte lieber mehr an seiner Technik gefeilt, «Alexei war vor allem auf die Resultate fokussiert».

«Topleistungen kann ich dann abrufen, wenn ich mit Freude bei der Sache bin.»Nico Beeler

Immer wieder deuteten Bee­ler/Strasser ihr Potenzial an, schlugen Duos aus den Top 10 der Weltrangliste. Im Olympiajahr, in dem das Niveau allgemein höher ist, gelang den beiden eine weitere Steigerung. An den Grand-Slam-Turnieren in Rio und in Gstaad klassierten sie sich im geteilten 9. Rang.

«Emotional besonders schön»

Vor allem an den Auftritt im Berner Oberland erinnert sich Beeler gerne. «Vor vollem Haus und frenetischem Heimpublikum zu spielen, das will ich wieder erleben», gibt der St. Galler unumwunden zu. Als weiteren Höhepunkt der Saison 2016 bezeichnet er die Goldmedaille am international gut besetzten CEV-Turnier in Vaduz. «Es war mein erster internationaler Turniersieg auf Elitestufe, das war emotional besonders schön.»

Unruhe kam auf, als der Verband nach dem Verpassen der Olympiaqualifikation am Continental Cup die Schweizer Spitzenteams zu Testzwecken neu zusammenstellte. Nico Beeler trat mit Marco Krattiger in Klagenfurt an. Das Duo, das 2014 zusammen U22-EM-Silber gewann, harmonierte gut und schaffte sogar den Sprung ins Hauptfeld.Beeler hat gemerkt: «Topleistungen kann ich abrufen, wenn ich mit Freude bei der Sache bin. Ich könnte mir gut vorstellen, in Zukunft wieder mit Marco zusammenzuspielen.»

Schulbank statt Sand

Am nationalen Leistungszentrum in Bern werden seit der Schweizer Meisterschaft entsprechende Gespräche geführt. Die neuen Paarungen dürften nächste Woche kommuniziert werden. Swiss Volley nimmt gemäss Beeler im Hinblick auf Tokio 2020 auch Strategieänderungen vor. Cheftrainer Markus Egger bleibe im Amt, daneben sollen der Psychologie und der Athletik mehr Beachtung geschenkt werden. Das Nationalkader soll von fünf auf drei Teams reduziert werden. Nico Beeler gehört zur jungen Garde, die im neuen Olympia-Zyklus optimal gefördert werden soll. Die Zukunft seines bisherigen Partners Alexei Strasser ist offen.

Das Sandtraining wieder aufnehmen wird Nico Beeler erst wieder im November. Dafür wird der angehende Lehrer wieder die Schulbank drücken. Am Montag beginnt an der PH Luzern das Herbstsemester. «Ich möchte alle Module, die für den Bachelor nötig sind, belegen.» Ein Kurztrip nach New York liege aber noch drin. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.09.2016, 11:10 Uhr

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