Road to Korea

Waschbrettbauch trifft Schachbrett

Nicolas Huber (Snowboard), Männedorf

«dernudist» – so lautet der Insta­gram-Benutzername von Nicolas Huber. Nomen est omen: Der Slope­style-Vizeweltmeister aus Männedorf zeigt sich gerne und oft nackt oder zumindest spär­lich bekleidet. Mal badet er «füdliblutt» im Schnee, mal im Pool oder geht textilfrei Snowboarden. An Ideen mangelt es dem 22-Jährigen nie. Jüngstes Beispiel: Schachspielen in Unterhose.«Would you play with me?», fragt er (in Anspielung auf seine angespannten Muckis an Arm und Bauch) zweideutig in die Runde seiner rund 4500 Follower – und erntet innerhalb weniger Stunden über 500 Likes.

Entstanden ist die Aufnahme in Trin, im Garten der Ferienwohnung, welche Huber zusammen mit seinen Teamkollegen bewohnt. Gelegenheit dazu fand er, da das gestern geplante Training im Laaxer Freestyle-Park, wo kommende Woche der Heimweltcup ansteht, dem Wind zum Opfer fiel.

«Das Feiern hole ich nach Olympia nach.»Nicolas Huber

Es war nicht das erste Mal, dass Huber und Co. Wetterpech bekundeten. Im Dezember hatte Schneemangel zu einem vorzei­tigen Abbruch des Übersee-Aufenthalts gesorgt. Und vergan­gene Woche wirbelte zuerst der Winter­sturm Burglind das Programm durcheinander, ehe die Sicht­verhältnisse keine waghalsigen Sprünge zuliessen.

Die fehlenden Trainings­tage seien im Hinblick auf die bald anstehenden Olympischen Spiele natürlich ärgerlich, sagt Huber, beunruhigen lässt er sich davon aber nicht. Einerseits bewies er Anfang Dezember, als er beim Big-Air-City-Event in Mönchengladbach mit Rang 4 sein bestes Weltcup-Resultat realisierte, dass die Form stimmt. Andererseits hat er das Ticket für Pyeongchang längst im Sack – seit seinem Exploit an der WM 2017.

Vom Start in Südkorea abhalten können Huber nur noch gesundheitliche Probleme. Darum lautet einer seiner fürs neue Jahr gefassten Vorsätze: «Unverletzt bleiben!» Um kein unnötiges Risiko einzugehen, gedenkt der Lebemann sogar, am 14. Januar auf eine rauschende Geburtstagsparty zu verzichten, da tags darauf das erste offizielle Training für den Wettkampf in Laax ansteht. «Das Feiern hole ich nach Olympia nach. Dann habe ich hoffentlich einen weiteren Grund dafür.»

In 30 Tagen werden in Pyeongchang die XXIII. Olympischen Win­ter­spiele eröffnet. Die ZSZ begleitet in loser Folge Olympiakandidaten bei ihren Vorbereitungen. (su)

Erstellt: 10.01.2018, 09:23 Uhr

Serie

Road to Korea

Am 9. Februar werden in Pyeongchang die XXIII. Olympischen Win­ter­spiele eröffnet. Die ZSZ begleitet in loser Folge Olympiakan­didaten bei ihren Vorbereitungen.

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