Tennis

Von Trainings mit Federer profitiert

An den Swiss Indoors in Basel hat Marc-Andrea Hüsler ATP-Luft geschnuppert. Dabei stellte der Rüeschliker fest, dass die Spitzenspieler von ihrer Konstanz leben. Diesbezüglich will er in Mexiko Fortschritte machen.

In Mexiko will der Rüeschliker Marc-Andrea Hüsler an drei Future-Turnieren Punkte für die Weltrangliste sammeln.

In Mexiko will der Rüeschliker Marc-Andrea Hüsler an drei Future-Turnieren Punkte für die Weltrangliste sammeln. Bild: Archiv / David Baer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Anfang Oktober hatte Hüsler im Tenniscenter Waldegg in Horgen erstmals zusammen mit Roger Federer trainieren können. «Bisher hatte ich ihn ja nur am TV gesehen. Jetzt habe ich selbst zu spüren bekommen, wie intensiv seine Bälle sind», sagt der 21-Jährige. Die Weltnummer 2 habe ein super Timing und eine unglaubliche Länge der Schläge. «Ich geriet in den Ballwechseln deshalb immer unter Druck und wurde hektisch», konstatiert Hüsler, der im ATP-Ranking als zehntbester Schweizer Platz 746 belegt.

Ebenfalls mit Spitzenspielern trainieren konnte der Rüeschliker danach an den Swiss Indoors in Basel. «Es war sehr interessant, wie sie alles angehen – das Training, aber auch die Spiele.» Dank einer Wildcard durfte er am ATP-500er-Turnier in der St. Jakobhalle die Qualifikation bestreiten. Dort unterlag er dem Franzosen Nicolas Mahut auf dem Centre Court («Das ist schon eine andere Dimension») 5:7, 1:6. Er habe gemerkt, dass er mit den Stars der Szene durchaus mithalten könne. «Sie spielen das gleiche Spiel. Mir fehlt es einfach an der Konstanz.»

Höhenflug im Doppel

Im Doppel feierte Marc-Andrea Hüsler in Basel an der Seite des Serben Nenad Zimonjic sogar einen Sieg über die Franzosen Adrian Mannarino/Benoît Paire. Der Vorstoss in die Viertelfinals brachte dem Linkshänder neben mehreren Tausendern Preisgeld auch 90 Punkte für die Doppel-Weltrangliste. Was ihn auf Platz 403 vorschnellen liess. Diese gute Position will Hüsler in den kommenden zwölf Monaten nutzen und verteidigen. «Dazu muss ich fünf Future-Turniere gewinnen, die je 18 Punkte abwerfen.»

«Mir fehlt es im Vergleich zu den Topstars an der Konstanz.»Marc-Andrea Hüsler

Den ersten Anlauf dazu nimmt Marc-Andrea Hüsler kommende Woche in Campeche. Auf der Halbinsel Yucatan bestreitet der 21-Jährige das erste von drei bis vier Future-Turnieren hintereinander in Mexiko. Am Donnerstag ist er mit Jessy Kalambay – mit dem Romand teilt er auch das Zimmer – abgeflogen. Auf seiner ersten Reise nach Lateinamerika sei es schon gut, jemanden zu kennen, sagt der Seebub.

Kein Problem mit Reisen

Für den Tripp nach Mexiko hat sich Hüsler aus verschiedenen Gründen entschieden. Zum einen sind die Turniere nicht so stark besetzt. In Campeche wird der Rüeschliker im Einzel sogar erstmals gesetzt sein. Während er an gleichzeitig ausgetragenen Turnieren in Europa in die Qualifikation verwiesen würde. Ursprünglich seien drei Turniere auf 2200 m ü. M. angesetzt gewesen - inzwischen ist es nur noch das dritte in der Nähe der Hauptstadt. «In der dünnen Luft fliegen die Bälle schneller, was mir als starkem Aufschläger entgegen kommt», sagt Hüsler.

Mit weiten Reisen hat er bisher jedenfalls gute Erfahrungen gemacht. Im Frühsommer überstand Hüsler an allen drei Turnieren in Singapur zumindest die Startrunde. Und erstmals Aufnahme in der Weltrangliste fand er im Juli 2016 dank zweier in drei Wochen in Simbabwe gewonnener ATP-Punkte.

Um 300 Positionen verbessert

Mit dem bisherigen Verlauf der Saison zeigt sich der als ATP-Nummer 1075 ins Jahr gestartete Linkshänder zufrieden: «Es geht nicht nur im Ranking Schritt für Schritt vorwärts.» Um über 300 Positionen hat er sich bisher verbessert. Auch spielerisch habe er sich weiterentwickelt – speziell beim Return und dem Spiel aus den Ecken. Mit dem TC Seeblick gewann er den NLA-Interclub, Ende August stand er beim Future in Sion erstmals im Final. In Gstaad und Basel schnupperte der 21-Jährige ATP-Luft. Und beim Challenger-Turnier in Ismaning bei München überstand er die Qualifikation.

Mit entsprechend hohen Erwartungen nehme er die Turniere in Mexiko, die alle draussen auf Hartplatz ausgetragen werden, in Angriff. «Ich versuche konstanter zu werden, darf mich aber auch nicht zu stark unter Druck setzen», relativiert Hüsler. Falls er früh ausscheiden sollte, will er die Zeit an der Wärme zum Trainieren nutzen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.11.2017, 12:58 Uhr

Baltensperger

Vorzeitig von einer Reise in die Ferne zurückkehren musste vor zehn Tagen Raphael Baltensperger. Der 19-jährige Uetiker, der im ATP-Ranking rund 70 Plätze vor Marc-Andrea Hüsler geführt wird, zog sich in Asien einen Ermüdungsbruch im Fuss zu. «Vier bis sechs Wochen werde ich pausieren müssen», lässt Baltensperger verlauten. Ein grosses Abrutschen in der Weltrangliste muss der Rechtshänder nicht befürchten, fallen ihm doch bis Ende Jahr nur drei in Zypern geholte Punkte aus der Wertung. (db)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!