Basketball

Verlieren die Wallabies ihren Topskorer?

Die Goldcoast Wallabies haben nach dem Aufstieg in die NLB viele Niederlagen erlitten. Die meisten Spieler halten dem Club trotzdem die Treue. Nur: Der Topskorer hat noch nicht über seine Zukunft entschieden.

17 Punkte und 10 Rebounds pro Spiel: Für die Goldcoast Wallabies war Ilija Vranic (rechts) in der vergangenen Saison Gold wert.

17 Punkte und 10 Rebounds pro Spiel: Für die Goldcoast Wallabies war Ilija Vranic (rechts) in der vergangenen Saison Gold wert. Bild: Archiv André Springer

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Ilija Vranic hat viel los. Über Pfingsten war er mit dem 3x3-Nationalteam an zwei Turnieren in Holland, das vergangene Wochenende verbrachte er mit der Schweizer Auswahl in Frankreich. Dazwischen legte er die zweitletzte mündliche Maturaprüfung ab, in dieser Woche die letzte. Die nächsten fünf bis sechs Wochen weile er in Serbien, «zum Training und zur Erholung», erklärt der NLB-Basketballer der Goldcoast Wallabies. Und im Herbst wird er ein Studium in Accounting and Controlling an der ZHAW in Winterthur beginnen.

Doch für welchen Verein wird Ilija Vranic nächste Saison auflaufen? Der zwei Meter grosse Centerspieler, am Sonntag 22 Jahre alt geworden, hat für die Rechtsufrigen 17 Punkte pro Partie geworfen und durchschnittlich 10 Rebounds erobert. Das weckt Begehrlichkeiten. Vranic wurde auch von einem NLA-Club kontaktiert. «Mein Ziel ist es immer noch, einmal in der Nationalliga A zu spielen», sagt er. «Aber ob das nächste oder übernächste Saison sein wird, das weiss ich noch nicht. Ich habe noch keine Gespräche geführt.»

Den Spielern weiterhelfen

Den Entscheid über seine Zukunft fällt Ilija Vranic erst im August. Gut möglich ist auch der Verbleib bei den Goldcoast Wallabies, denen sich der Zürcher vor drei Jahren anschloss. Er wolle nicht in die Nationalliga A wechseln, um dort nicht zum Einsatz zu kommen, sagt Vranic. «Ich will mich als Leader weiterentwickeln. Ich habe letzte Saison Fortschritte gemacht, aber es ist noch Luft nach oben.» Der Verein sieht das genauso.

«Wir wollen Ilija helfen, mit individuellem Coaching seine Leistung zu konsolidieren», erklärt Robert Gerritsma, Präsident der Wallabies. «Ilija soll noch eine super Saison bei uns spielen, dann sind wir ihm behilflich, den richtigen NLA-Club zu finden.» Als NLB-Verein könne man die guten Basketballer nicht ewig behalten, weiss Gerritsma, ein früherer Nationalspieler. «Aber wir versuchen ihnen in der Zeit, in der sie bei uns sind, die bestmöglichen Bedingungen zu bieten.»

«Ilija soll noch eine super Saison bei uns spielen, dann sind wir ihm behilflich, den richtigen NLA-Club zu finden.»Robert Gerritsma, Präsident der Wallabies

Sportlich waren die Voraussetzungen zuletzt nicht optimal. In der abgelaufenen Spielzeit setzte es viele Niederlagen ab. Da es keinen Absteiger gab, war das aber nicht tragisch. «Wir haben keinen Ausländer verpflichtet und auf Spieler aus der Region gesetzt», sagt Trainer Trésor Quidome. «Wir haben aus den Niederlagen viel gelernt.» In einigen Partien standen auf dem Matchblatt allerdings wegen Verletzungen und Absenzen weniger Spielernamen als geplant.

Noch mehr Junioren einbauen

«Wir sind froh, dass Henry Obahor nach Kniesehnenriss und Herz-Operation wieder fit ist und nächste Saison für uns auflaufen wird», sagt Gerritsma darum. Ausserdem werde Sadjan Zekic wieder gesund sein. «Der Kern des Teams wird bei uns bleiben», ergänzt Quidome. Also Neven Kljajic, George Dellas und Basil Hertweck, ebenso Junioren-Nationalspieler Ryan Muhr. Des weiteren will der Headcoach Carlo Catanese und Neil Stadler hochziehen. Im Mai verpassten sie mit der U17-Equipe die Qualifikation für das Final Four der Schweizer Meisterschaft nur um zwei Körbe.

«Wir müssen die jungen Spieler pushen», weiss der langjährige NLA-Spieler Quidome. «Einige können schon in der Nationalliga B mitspielen. Wir müssen sie einfach richtig einsetzen.» Robert Gerritsma berichtet zudem von Anfragen von wechselwilligen Spielern des Ligakonkurrenten GC. «Ansonsten sind wir derzeit eher damit beschäftigt, die abtretenden Trainer Dragan Andrejevic und John Nikolopoulos qualitativ gleichwertig zu ersetzen», sagt Gerritsma. Andrejevic assistierte Headcoach Quidome im NLB-Staff.

Erstellt: 21.06.2019, 13:50 Uhr

Ein Ausländer für den Spielaufbau

Weshalb gewannen die Wallabies letzte Saison nur drei Spiele? Weil es an Sicherheit im Ballvortrag mangelte. Die Rechtsufrigen leisteten sich die meisten Ballverluste sämtlicher NLB-Teams: 20 pro Partie. «Nun schauen wir uns nach einem ausländischen Point Guard um», erklärt Trainer Trésor Quidome.

Zwar kehrt David Lazarevic in die Mannschaft zurück. 2018/19 bestritt er aufgrund beruflicher Verpflichtungen bloss drei Matches. Doch nun hat er den Job gewechselt. «Allerdings bin ich körperlich aktuell überhaupt nicht auf dem Level, um in der Nationalliga B mitzuhalten», urteilt der 28-Jährige. «Basketball spielen möchte ich wieder. Momentan kann ich aber nicht einschätzen auf welchem Niveau das sein wird.»

Bezüglich des Ausländers spricht Vereinspräsident Robert Gerritsma von zwei Optionen, die man sich anschaue. «Aber wir werden uns in keine finanziellen Abenteuer stürzen», verspricht er.

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