Rudern

Steigerungslauf zu Bronze

Am ersten Weltcup in Belgrad sorgte Ladina Meier vom RC Thalwil für einen Exploit. Im Leichtgewichts-Einer wurde die 27-Jährige, die für Deutschland fährt, Dritte.

Ungläubig steht die Thalwilerin Ladina Meier (r.) in Belgrad als Dritte neben der weissrussischen Siegerin Alena Furman auf dem Podest.

Ungläubig steht die Thalwilerin Ladina Meier (r.) in Belgrad als Dritte neben der weissrussischen Siegerin Alena Furman auf dem Podest. Bild: Detlev Seyb

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Der Auftakt in die Weltcupsaison ist dem Verband Swiss Rowing geglückt. Jeannine Gmelin siegte im Einer souverän mit einem Vorsprung von über zwei Sekunden. Roman Röösli holte in seinem ersten Weltcupfinal im Einer Silber. Ebenfalls Zweiter wurde Michael Schmid im Leichtgewichts-Einer.

Ein entsprechend positives Fazit zog SRV-Direktor Christian Stofer: «Mit fünf Finalplätzen haben unsere Topathletinnen und -athleten ein kompaktes und gutes Teamergebnis geliefert. Die Standortbestimmung ist erfolgt und ist gleichzeitig eine gute Basis, um auf die kommenden Regatten hin weiter aufzubauen. Die Medaillen von Jeannine Gmelin, Roman Röösli und Michael Schmid waren die Highlights.»

Seit November in Frankfurt

Den Podestplatz der Thalwilerin Ladina Meier erwähnte Stofer hingegen nicht. Sie besitzt sowohl den deutschen als auch den Schweizer Pass und nahm 2017 einen Verbandswechsel vor. Ihren Trainingsstützpunkt hat die 27-Jährige seit November in Frankfurt, der Heimat ihrer Mutter. In der FRG Germania gehört sie der «leichten» Trainingsgruppe von Ralf Hollmann an.

«Die Flexibilität in der deutschen Nationalmannschaft ist grösser.»
Ladina Meier

«Die Flexibilität in der deutschen Nationalmannschaft ist grösser», nennt Ladina Meier einen Grund für ihren Wechsel. In der Schweiz hätte sie im nationalen Leistungszentrum in Sarnen von Mittwoch bis Sonntag jeweils drei tägliche Einheiten absolvieren müssen. Die Trainingspläne am Main lassen sich besser mit ihren beruflichen Aktivitäten vereinbaren. Die Ruderin organisiert im Bereich Gesundheits­management Seminare für Führungskräfte, ist in der Immobilienverwaltung selbstständig tätig und bietet als Personaltrainer Ruderunterricht an.

Erster Podestplatz im Weltcup

Dass trotz dieses beruflichen Engagements sportliche Erfolge möglich sind, bewies Ladina Meier an diesem Wochenende im schwülwarmen Belgrad. Obwohl sie den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen musste, schaffte sie als Dritte ihres Halbfinals den Einzug in den A-Final. Dort legte die Kanadierin Ellen Gleadow los wie die Feuerwehr. «Ich versuchte voll mitzugehen und lag nach 1000 m, also bei Rennhälfte, an zweiter Stelle», berichtet die Thalwilerin. Der Weissrussin Alena Furman, die das Feld von hinten aufrollte, hatte sie nichts entgegenzusetzen. Die anderen drei Kontrahentinnen hielt sie jedoch in Schach.

Ihr erster Podestplatz an einem Weltcup hat für Meier «einen ganz anderen Stellenwert» als Rang 4 vor zwei Jahren in Varese. Denn in Belgrad seien viel mehr Nationen am Start gewesen. Da heuer die Europameisterschaften in Glasgow erst Anfang August ausgetragen werden, erfolgte der Weltcupauftakt vier Wochen später als im Vorjahr. Deshalb waren in Serbien gemäss Meier bereits etliche aussereuropäische Boote am Start, die sonst erst später auf den alten Kontinent kamen.

Olympische Disziplin lockt

Der nächste Fixpunkt für Ladina Meier, die am Montag bei Küchenarbeiten eine Schnittverletzung an einem Finger erlitt, ist der zweite Weltcup vom 21. bis 24. Juni im österreichischen Linz. In welchem Boot sie dann sitzen wird, dürfte Ende Woche entschieden werden. Die 27-Jährige spekuliert darauf, dank ihres Exploits im Leichtgewichts-Doppelzweier antreten zu können. In dieser olympischen Kategorie belegten ihre Germania-Teamkolleginnen Katrin Thoma und Leonie Pless im B-Final Platz 2. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.06.2018, 10:23 Uhr

Ryser

Einen wesentlich schwereren Stand hatte in Belgrad Meiers Klubkollege Pascal Ryser. Der 21-Jährige vom RC Thalwil wurde im Leichtgewichts-Doppelzweier mit Fiorin Rüedi in den C-Final verwiesen. Dort fuhr das Schweizer Duo als Zweites ins Ziel, was den 14. Gesamtrang bedeutete.

Das zweite Schweizer Boot in dieser olympischen und deshalb sehr stark besetzten Kategorie mit Andri Struzina / Julian Müller schaffte es in den A-Final, musste sich dort jedoch mit dem 6. und letzten Platz begnügen.

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