Road to Korea

Spass ja – nun aber mit Mass

Nicolas Huber (Snowboard), Männedorf.

Viele werden etwas scheu oder verlegen, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist. Nicht so Nicolas Huber, der im vergangenen März an der WM in der Sierra Nevada völlig überraschend die Silber­medaille im Slopestyle gewann.

Im Gegenteil, der 22-Jährige aus Männedorf hat Spass am Posieren, macht Faxen, schneidet Grimassen. «Ich freue mich, wenn die Leute sich für mich interessieren, und gebe gerne Sachen aus meinem Leben preis; am liebsten auf lustige Art und Weise, denn meine Message lautet: Nehmt das Leben nicht zu ernst, sondern geniesst es in vollen Zügen», sagt Huber. Ob das Bild, das gerade entsteht, für seine eigenen Social-Media-Kanäle oder die eher konservative «Schweizer Familie» ist, kümmert ihn wenig. Wobei: Mittlerweile, sprich seit er Kadermitglied sei (er wurde aufgrund seines WM-Erfolgs im Sommer sogleich in die Nationalmannschaft aufgenommen) und viel mehr Follower ­habe, überlege er sich manche Dinge schon zweimal.

«Ich bin so ziemlich der schlechteste Pausierer.»Nicolas Huber

Überlegter ist Nicolas Huber auch beim Snowboarden geworden. Während er sich früher nach Lust und Laune über die Hindernisse «schmiss», geht er nun, erstmalig von Trainern geführt, viel zielgerichteter vor, step by step. So werden neue Sprünge ­zuerst im Kopf x-fach durchgespielt, ehe es auf Schnee ernst gilt. «Es geht nicht zuletzt darum, Verletzungen zu vermeiden», betont Huber. Letzteres liegt ganz in seinem Interesse. «Aktuell muss ich wegen einer Fersenentzündung pausieren – und ich bin so ziemlich der schlechteste Pausierer, den man sich vorstellen kann.» Der Vorsaison-Medientermin von Anfang Woche stellte da eine willkommene Ablenkung dar. Dann besuche er noch seine russische Freundin in Innsbruck und einen Kollegen im Engadin.

Da der Big-Air-Weltcup in Kopenhagen (4. November) kurzfristig abgesagt wurde, stellt jener vom 11. November in Mailand den nächsten Wettkampf dar. «Bis dahin sollte die Ferse wieder okay sein. Beim Big Air ist es sowieso weniger ein Problem, da die Belastung kurz ist», erklärt Huber. Ein unnötiges Risiko wird er nicht eingehen, weil er dank seines WM-Silbers und Platz 10 beim Weltcup-Auftakt im Slopestyle in Neu­see­land das Olympia-Ticket bereits auf sicher hat. Andererseits gelte es im Hinblick auf Pyeongchang natürlich auch neue, «härtere Tricks» zu erlernen. (su)

Erstellt: 15.11.2017, 13:51 Uhr

Serie

Road to Korea

Am 9. Februar werden in Pyeongchang die XXIII. Olympischen Win­ter­spiele eröffnet. Die ZSZ begleitet in loser Folge Olympiakan­didaten bei ihren Vorbereitungen.

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