Wädenswil

«Situation wie gewünscht, aber ...»

Mit Rang 14 glückte dem Samstagerer Ruedi Wild beim Ironman Hawaii die beste Schweizer Klassierung bei den Männern. Euphorie zeigte er dennoch kaum.

Der Samstagerer Ruedi Wild beim Ironman Hawaii auf seiner rasanten Fahrt zum guten 14. Platz.

Der Samstagerer Ruedi Wild beim Ironman Hawaii auf seiner rasanten Fahrt zum guten 14. Platz. Bild: Keystone

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Es war gewesen, wie es sich der 36-Jährige bei der Wettkampfvorbereitung und beim Visualisieren ausgemalt hatte vor dem abschliessenden Marathon. Mit einem Rückstand von rund fünf Minuten auf den Zwischenrangzweiten nahm er die 42,195 km in Angriff – in aussichtsreicher Position also. Wild als exzellentem Läufer schien diese Ausgangslage entgegenzukommen. «Eine Situation wie gewünscht», wusste er.

Wilds Flüssigkeitsverlust

Nutzen aber konnte er die Vor­gabe zu wenig. «Mental fühlte ich mich zwar immer bereit, aber die Laufleistung als Ganzes ist zu wenig­ gut gewesen», sagte er. Obwohl er nach dem Wechsel in die Laufschuhe «am liebsten gleich losgelegt hätte», hielt er sich zurück. Das zahlte sich auf den ersten Blick aus. Auf der zweiten Hälfte machte er Boden gut. Für eine Ranglistenregion in den ersten­ zehn reichte es dennoch nicht mehr. Ins Ziel in Kailua Kona­ lief Wild als Vierzehnter. Um zwei Positionen verbesserte er seine letztjährige Bestplatzierung. «Eine an sich gute Leistung, aber ein Resultat, das nicht zufriedenstellt», bilanzierte er.

Aufschluss über das Verbesserungspotenzial lieferten ihm einige­ Renndaten. Sieben Liter Flüssigkeit hatte er während den gut acht Wettkampfstunden zu sich genommen. Trotz dieser grossen Menge legte er nur drei WC-Stopps ein. Und an Gewicht verlor er 8,5 Prozent. Ein extremer Wert und eine Diskrepanz. Und die Körperreaktion zeigte sich im Ziel. Eine Stunde verbrachte er im Medicalzelt. «Mein Rezept für Hawaii muss ich noch finden», blickte Wild schnell in die (Hawaii-)Zukunft. Wild als grossgewachsener und stark schwitzender Athlet hat hier einen individuellen Erfolgsweg zu finden.

Schildknecht ausgestiegen

Die Hoffnung auf eine Trendwende auf Hawaii verpasste der 39-jährige Langnauer Ronnie Schildknecht. Der Vierte von 2008 gab bei seiner 13. Teilnahme zum fünften Mal auf – in aussichtsloser Position Anfang Laufstrecke. «Es war nicht mein Tag, es fehlten die körperliche und die mentale Stärke, um hier zu bestehen.» Zur Erinnerung: Letztes Jahr kämpfte er sich trotz schlechtem Körpergefühl durch und belegte Rang 31.

Erstellt: 14.10.2018, 20:32 Uhr

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Daniela Ryf beendet das Jahr 2018 als Triathletin ungeschlagen und prescht in eine neue Dimension vor. Auf Hawaii wurde die Schweizer Topfavoritin trotz Quallenbissen zum vierten Mal und in Folge Ironman-Weltmeisterin und setzt neue Messlatten. Die 31-jährige Solothurnerin pulverisierte in 8:26:16 Stunden ihren eigenen Streckenrekord von 2016 um über 20 Minuten (8:46:46). «Ich wollte ein Rennen realisieren, an das sich die Zuschauer erinnern werden. Das war mein Ziel. Es war eines der verrücktesten Rennen, die ich je erlebt habe. Und zum Glück gab ich im Schwimmen nicht auf. Von einem extremen Tief schaffte ich es noch in ein extremes Hoch.» sda

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