Fussball

Servette entführt drei Punkte

Im zweiten Heimspiel in der Challenge League unterliegt Rapperswil-Jona Aufstiegskandidat Servette Genf 0:1.

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Nicht ganz eine Woche nach der erfolgreichen Heimspielpremiere kamen die 3111 Zuschauer im Grünfeld mit Servette Genf ein erstes Highlight dieser Saison zu sehen. Der Traditionsverein, der in seiner Geschichte schon 17 Meistertitel feiern konnte, kam als Favorit an den Zürichsee. Auch wenn die Grenats nach zwei Runden hinter den Rosenstädtern klassiert waren.

Rapperswil-Jona vermochte den Schwung vom 3:1-Sieg über Winterthur aber nicht mitzunehmen. Zu fehleranfällig war das Spiel beider Mannschaften. Servette merkte man die Verunsicherung nach zwei Unentschieden an. Vieles der hochkarätigen Akteure blieb Stückwerk. Die beste Möglichkeit vergab Boris Cespedes nach 44 (!) Minuten. Seine Direktabnahme segelte knapp neben das von Diego Yanz gehütete Tor. Doch diese Aktion war mehr dem Zufall entsprungen denn generalstabsmässig geplant. Schön anzusehen zwar, aber sportlich wertlos. Ein Abpraller war irgendwie auf dem rechten Fuss des Schützen gelandet.

Servette zu Beginn harmlos

«Servette hatte in der ersten Halbzeit keinen einzigen Akteur, der unser Tor getroffen hat, das zeichnete unser Spiel heute aus», sagte FCRJ-Mittelfeldspieler Manuel Kubli nach dem Abpfiff. Die Gastgeber verteidigten in den ersten 45 Minuten ihre Platzhälfte mit viel Einsatz und überliessen die Spielgestaltung den Gästen, die aber mit den Freiheiten im Mittelfeld lange nicht viel anzufangen wussten. Viele lange Bälle in die Sturmspitzen hüben wie drüben waren kein geeignetes Mittel, um die Defensive des Gegners knacken zu können. Irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, der Zufall oder eine Standardsituation müsse das Spiel lancieren.

Servette schien die Lehren aus der ersten Hälfte gezogen zu haben. Die Offensive wurde zunehmend stärker. Dies offerierte Mychell Da Silva Chagas eine erste Kontermöglichkeit, doch aus seinem Zuspiel konnte Enis Ramadani keinen Profit schlagen (49.), er wurde schlicht und einfach von Christopher Mfuyi abgedrängt. Immerhin loderte nun so etwas wie ein kleines fussballerisches Strohfeuer auf dem Grünfeld, welches eher die Gastgeber im Vorteil sah.

Ein Tor

Und als Manuel Kublis Schlenzer von Torhüter Jeremy Frick nur knapp sein Ziel verfehlte, kam auch so etwas wie Stimmung bei den wiederum zahlreichen Zuschauern auf. Doch die Servettiens liessen sich davon herzlich wenig beeindrucken. Im Gegenzug drückte Anthony Sauthier eine Flanke humorlos ins Rapperswiler Tor – nicht wirklich zwingend zu diesem Zeitpunkt, aber wichtig für den Aufstiegsaspiranten aus der Rhonestadt. FCRJ-Trainer Urs Meier brachte mit Wicht und Salanovic zwei neue Offensivkräfte. Servette kontrollierte nun das Geschehen, ohne aus der Reserve gehen zu müssen. Nur Trainer Meho Kodro schien der Sache nicht zu trauen, er wurde an der Seitenlinie immer lauter. Zu Recht, denn in der Schlussphase zog Topskorer Mychell Da Silva Chagas aus 20 Metern ab und traf nur den weiten Pfosten. Das wars dann auch schon.

24 Fouls

«Mit etwas Wettkampfglück wäre heute mindesten ein Punkt drin gelegen», meinte Kubli und Verteidiger Berkay Sülüngöz doppelte nach: «Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt und bewiesen, dass wir gegen eine absolute Spitzenmannschaft auf Augenhöhe spielen können.» Auch Trainer Urs Meier war der gleichen Meinung und sah einen aggressiven Gegner, der es mit 24 Fouls seiner Mannschaft nicht einfach gemacht habe. «Wer das erste Tor erzielt, der hat in einer solchen Begegnung immer einen Vorteil.» Und das waren an diesem Abend die Genfer, welche die etwas glücklichere Mannschaft stellten. Steven Lang sah dies auch so und meinte, dass Servette nach einem verhaltenen Start noch viel Arbeit vor sich habe, um sich an der Tabellenspitze halten zu können.

Erstellt: 04.08.2017, 23:10 Uhr

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