Horgen

«Schwimmen wurde zu langweilig»

Wasser ist Nora Vetterlis Element. Kein Wunder, ist die 24-Jährige doch gleich neben dem Sportbad Käpfnach aufgewachsen. Ab heute bestreitet die Torhüterin mit den Horgnerinnen den Playoff-Final.

Ein Coca-Cola Zero bietet Nora Vetterli eine willkommene Erfrischung nach einem langen Arbeitstag in der Tierklinik.

Ein Coca-Cola Zero bietet Nora Vetterli eine willkommene Erfrischung nach einem langen Arbeitstag in der Tierklinik. Bild: Silvano Umberg

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Sie haben eine Coca-Cola Zerobestellt. Was mögen Sie daran?
Nora Vetterli: Ich finde es immer erfrischend. Nach der Arbeit finde ich das ziemlich angenehm.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Ja, oder auch alle möglichen Tees.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Asiatisch, indisch, Risotto – eigent­lich alles mit Reis.

Wie sieht es mit Ihren Kochkünsten aus?
Die sind nicht allzu schlecht, würde ich behaupten. Ich koche gerne. Am liebsten für viele Leute. Ich mag grosse Töpfe. Oft blättere ich einfach ein Kochbuch durch und bereite dann das zu, das mich am meisten anspricht.

Inwiefern achten Sie als Sportlerin auf die Ernährung?
Ein wenig schon. An einem Spieltag esse ich am Mittag Pasta, um den Energiespeicher zu füllen. Und vor dem Match dann nur noch etwas Kleines. Es ist kein schö­nes Gefühl, mit vollem Magen im Wasser zu sein.

Was für eine Ausbildung haben Sie absolviert?
Zuerst jene zur Tierpflegerin, in einem grossen Tierheim. Nach einem Aufenthalt in Neuseeland liess ich mich dann noch zur Tiermedizinischen Praxisassistentin ausbilden, in der Bessy’s Kleintierklinik in Regensdorf. Dort arbeite ich auch heute noch.

Sind Sie ein Tiernarr?
Nicht unbedingt, aber ich habe Tiere schon sehr gerne.

Haben Sie selber Tiere?
Nein, weil ich in der Stadt ­wohne und mir die Zeit fehlt. Ich bin die Einzige in unserer Klinik, die kein eigenes Tier hat. Dafür­ springe ich immer gerne als Hundesitterin ein.

Was sind Ihre Hobbys?
Wasserball natürlich. Dann lesen­, Squash spielen. Und ich bin gerne und viel mit Freunden unterwegs.

Im Spielerporträt steht, Sie seien eine Wasserratte, würden auch surfen.
Surfen habe ich in Neuseeland begonnen. Es beschränkt sich auf die Ferien. Eine Wasserratte bin ich aber definitiv. Ich bin in Käpfnach direkt am See aufgewachsen. Ich ging täglich baden und kenne auch das Schwimmbecken in Käpfnach seit Kindsbeinen.

Wie sind Sie zum Wasserball gekommen?
Durch meinen Bruder Simon, der auch lange spielte, und durch Caro (Item, die Trainerin der Horgner Frauen; Red.). Ich war früh Mitglied im SC Horgen, zuerst aller­dings als Schwimmerin. Als ich etwa in der vierten Primar war, suchte Caro Spielerinnen für ein U-15-Wasserballteam. Nach einem Jahr spielte ich nur noch Wasserball, weil Schwimmen im Vergleich ziemlich langweilig ist.

Und warum entschieden Sie sich für die Goalieposition?
Wegen Caro. Sie meinte: Dein Bruder ist Goalie, also machst du das auch.

Was fasziniert Sie am Wasserball?
Dass es definitiv kein Mädchensport ist. (lacht) Es geht ruppig zu und her, zudem braucht es Kraft. Auch dass es ein Teamsport ist, sagt mir zu. Im Team fällt vieles leichter, auch sich zu motivieren. Denn man will nicht die anderen im Stich lassen.

Gibt es Momente, in denen Sie es gerne selber in die Hand nehmen­ würden, beispielsweise wenn es vorne nicht läuft?
Das kommt vor. Aber ich bin eine zu schlechte Schwimmerin, um im Feld zu spielen. Zum Abschluss der Qualifikationsphase in den beiden Partien gegen Nyon­ durfte ich mich im letzten Viertel jeweils vorne versuchen. Das war lustig – und es gelang mir auch ein Treffer. Aber die Goalieposition liegt und passt mir eindeutig besser.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Der Gewinn des Schweizer-Meister-Titels 2017. Wir qualifizierten uns relativ knapp fürs Playoff, niemand rechnete mit uns. Wir lagen dann auch in der Halbfinal- wie auch Finalserie 0:1 zurück, schafften dann aber jeweils die Wende. Speziell war auch, dass wir davor gegen Basel alle Spiele mit einem Tor Differenz verloren hatten. Doch im entscheidenden Moment waren wir bereit.

«In zehn Jahren wäre ich gerne Berufspilotin.»Nora Vetterli

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Dass wir 2015 den Titel im letzten Moment verpassten. Es war eine leicht komische Saison. Weil es nur wenige Teams gab, wurde kein Playoff ausgetragen. Zum Meister wurde der Qualifikationssieger gekürt. Wir lagen auf Kurs, im abschliessenden Spiel gegen Winterthur hätte uns ein Unentschieden gereicht. Die Gegnerinnen gewannen jedoch und entrissen uns damit den Titel.

Dann können Sie ja nun Revanche nehmen. Sie treffen im Final (ab heute) auf Winterthur.
Genau. Wir wollen unseren Titel aus dem Vorjahr unbedingt verteidigen – und zwar ohne Um­wege, sprich in zwei Spielen.

In der Qualifikation gewannen beide Teams je das Heimspiel. Was macht die Winterthure­r­innen stark?
Sie haben ein sehr ausgeglichenes Team mit fünf Nationalspielerinnen (Horgen verfügt mit Vetterli, Vesselina Velikova und Carina Carballo über drei; Red.).

Ist das ein Vor- oder Nachteil, dass man sich von der Nati her kennt?
Weder noch. Klar, ich kenne nun die Vorlieben der Angreiferinnen besser. Handkehrum kennen diese­ auch meine Stärken und Schwächen genauer.

Im Nationalteam sind Sie aktuell die Nummer 2 im Tor hinter der Winterthurerin Noélle Nelson. Müsste die Hierarchie nicht ändern, sollten Sie erneut Meister werden?
Noélle ist zu Recht die Nummer 1. Sie war mal im Ausland und hat dort enorm profitiert. Unser Coach ist aber sehr fair und gibt mir jeweils auch Einsatzzeit. Für mich stimmt es so. Ich bin sehr gerne in der Nati dabei.

Weg vom Sport: Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Geht auch ein Tier? Wenn ja, dann mit einem Vogel. Der kommt schnell von A nach B. Und das Fliegen fasziniert mich extrem.

Welche Person bewundern Sie?
Ich bewundere all diejenigen, die den Mumm haben, zu sagen, was sie denken.

Sie selber tun das nicht?
Ich sage schon auch meine Meinung, meist jedoch sehr diplomatisch. Und im Konfliktfall bin ich dann eher diejenige, die nachgibt.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Die Zutaten dafür heissen: Sommer, Sonne, See, Grillieren, mit Freunden zusammensein, Spiele machen oder ein Buch lesen.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Im August reise ich mit drei Freun­den nach Valencia. Wir wollen ans Meer, aber nicht nur am Strand herumliegen. Die Stadt hat einiges zu bieten.

Ihre Lieblingsmusik?
Electro. Ich höre aber fast alles. Nur Schmusesongs mag ich nicht.

Ihr Lieblingsfilm?
«The Intouchables» (zu Deutsch: «Ziemlich beste Freunde»; Red.).

Ihr Lieblingsbuch?
Harry Potter.

Ihr Lebensmotto?
Leben und leben lassen.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Schokolade mag ich viel zu gern.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich habe immer ein offenes Ohr, höre gerne zu und versuche, zu helfen, so gut es geht.

Was macht Sie glücklich?
Wasserball spielen und mit Freun­den unterwegs sein.

Was ärgert Sie?
Intoleranz, Rassismus, Leute, die anderen gegenüber kein Verständnis aufbringen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Dass ich das mache, was ich will. Es soll ein Wollen sein, nicht ein Müssen.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Hoffentlich noch Wasserball spie­len. Als Torhüterin sollte das mit 34 Jahren noch möglich sein. (schmunzelt) Und gerne wäre ich dann Pilotin. Wie gesagt finde ich fliegen ziemlich cool. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.06.2018, 08:38 Uhr

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Heute beginnt der Playoff-Final der Frauen-Nationalliga. Die Titelverteidigerinnen des SC Horgen treffen auf Winterthur. Es ist das Duell der Nummern 1 (Horgen) und 2 der Qualifikation und die Neuauflage des letztjährigen Halbfinals. Damals verloren die Horgnerinnen zwar das erste Spiel, schafften dann aber mit zwei Siegen in Serie die Wende. Die Serie wird im Modus «Best of 3» ausgetragen.

Das erste Spiel steigt heute (Freitag, 22.6.) um 20.00 Uhr im Sportbad Käpfnach, das zweite am Montag (21.30 Uhr) im Hallen­bad Geiselweid in Winterthur und ein allfälliges drittes am kommenden Donnerstag (20.00 Uhr) wiederum in Horgen. (su)

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