Unihockey

Pfannenstiel steigt nach Krimi in die NLB auf

3:2 nach Verlängerung gewann Pfannenstiel daheim die «Belle» gegen Schüpbach und steigt somit überraschend in die National-liga B auf. Das letzte Spiel der umkämpften Best-of-5-Serie war ein Krimi, ehe Marco Carigiet fürs Happy End sorgte.

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Vor der alles entscheidenden fünften Partie wurde Pfannenstiels Feldspieler von Dan Ratushny, dem Coach des NLA-Hockeyklubs Lausanne, mit dem Spruch «Give everything, battle hard and play with love for the game – good things will happen» motiviert. Diese Worte trugen nicht nur ihn, sondern die ganze Mannschaft durch das Duell.

Die Gastgeber starteten äusserst entschlossen und konzentriert. Sie kamen immer wieder zu guten Torchancen, scheiterten jedoch entweder am eigenen Unvermögen oder an Schüpbachs Goalie Lüthi. In der 9. Minute bot sich Pfannenstiel die Möglichkeit zum 1:0 per Penalty, doch Bar­tenstein traf nur den Pfosten. 55 Sekunden später setzte er den Ball erneut an die Torumrandung.

Den Druck stetig erhöht

Die Emmentaler zeigten sich effizienter und nutzten in der 14. Minute einen Abwehrfehler zur Führung durch Captain Steffen. Vier Minuten darauf erkämpfte sich Marco Carigiet den Ball in der gegnerischen Ecke und passte in den Slot, wo Spälti zum 1:1 einschob. Das Startdrittel endete ­resultatmässig ausgeglichen.

Pfannenstiel spielte nach der Pause zur Freude der über 400 Zuschauer weiter druckvoll auf und machte in der Defensive die Räume eng. Offensiv sündigten die Zürcher aber nach wie vor und liessen etliche Chancen aus. Deshalb stand es auch nach 40 Minuten 1:1 und die Spannung in der Kirchwieshalle war greifbar. Alle Akteure wussten, dass Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden würden.

Tiefschlag sofort weggesteckt

Mit drei Linien powerte Pfannenstiel im dritten Abschnitt weiter und erspielte sich erneut gute Tormöglichkeiten. Diese wurden aber auch während drei Powerplays nicht genutzt. Nach 58:36 fing Studer einen Pass eines Gegenspielers ab und lancierte Carigiet, der für Huber das 2:1 vorbereitete. Der Jubel war grenzenlos, das Spiel aber noch nicht vorbei. Tatsächlich sprang 58 Sekunden vor Schluss der Ball via Bande so unglücklich in den Slot, dass Rüegsegger ausgleichen konnte. Die Euphorie verflog blitzartig. Die Verlängerung musste über den letzten Platz in der NLB entscheiden.

Vom Tiefschlag liess sich Pfannenstiel in der Overtime nichts anmerken und spielte mutig nach vorne. Das zahlte sich nach drei Minuten und acht Sekunden aus. Carigiet gelang nach einem herrlichen Pass von Huber mittels Volleyabschluss das 3:2. Die Freude über den Aufstieg in die NLB, der für Pfannenstiel einem Unihockey-Wunder gleich kommt, war überaus gewaltig.

Siegestorschütze Carigiet konnte seine Eindrücke kaum in Worte fassen. «Wir sind vom Trainerstaff perfekt auf dieses Spiel vorbereitet worden und legten eine super Teamleistung an den Tag, denn jeder kämpfte für den anderen bis zur letzten Minute. Vor dieser tollen Fankulisse hätte es kein schöneres Ende für unser Pfanni-Märchen geben können», frohlockte der Bündner. Captain Scharfenberger hob hervor: «Wir haben etwas Unglaubliches geschafft. Ich bin sehr stolz auf die ganze Mannschaft, die sich während der Saison enorm entwickelt hat.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.04.2017, 10:18 Uhr

Auf-/Abstieg, NLB/1. Liga

Pfannenstiel (1.) – Schüpbach (NLB) 3:2 n.V. (1:1, 0:0, 1:1, 1:0)

Kirchwies, Egg. 405 Zuschauer. SR Bühler/ Bühler. – Tore: 14. Steffen (Arm) 0:1. 18. Spälti (Carigiet, Huber) 1:1. 59. (58:36) Huber (Carigiet) 2:1. 60. (59:02) Rüegsegger (Löffel) 2:2. 64. Carigiet (Huber) 3:2. – Strafen: 1X2 Minuten gegen Pfannenstiel, 3X2 Minuten gegen Schüpbach. – Pfannenstiel: P. Weber; Wickli, Delay, Bartenstein, Kyburz, Würmli; Bier, Murk, Stauffer, Scharfenberger, Hottinger; Zumkehr, Spälti, Huber, F. Studer, Carigiet; R. Weber, Brunold, Zollinger. – Schüpbach: Lüthi; Arn, Wälchli, Steffen, Mosimann, Bättig, Schöpfer, Engel, Stettler, Dolder, Fankhauser, Schärer, Stucki, Fontana, Arm, Rüegsegger, Löffel, Müller, Habegger. – Bemerkungen: Pfannenstiel ohne R. Studer, Zarotti, Scheuner, Schmocker, Schellenberg, Wildi, Roth, Carli, Curty und Hunziker. Lattenschüsse: 9. Bartenstein (Penalty), 10. Bartenstein. 20. (19:04) Tor Pfannenstiel annuliert. Wickli nach drei Saisons bei Pfannenstiel verabschiedet.

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