Unihockey

Pfannenstiel kehrt leidenschaftlich zurück

Der UHC Pfannenstiel spielt ab Freitag wieder in der 1. Liga. Der bittere Abstieg am Ende der zweiten Nationalliga-Saison der Clubgeschichte ist mittlerweile bewältigt.

In der 1. Liga könnten die Pfannenstiel-Spieler einigen Grund zum Jubeln haben. Die Aussicht auf die vielen Derbys gegen Zürcher Teams steigert ihre Vorfreude zusätzlich.

In der 1. Liga könnten die Pfannenstiel-Spieler einigen Grund zum Jubeln haben. Die Aussicht auf die vielen Derbys gegen Zürcher Teams steigert ihre Vorfreude zusätzlich. Bild: Michael Trost

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Den ganz grossen Umbruch hat die harte Landung auf dem Boden der 1. Liga auf dem Pfannenstiel nicht ausgelöst. Zu einzelnen Abgängen kam es in der Sommerpause gleichwohl, unter anderem auf der Trainerbank. So erlag der bisherige Mit-Trainer Marc Werner den Lockrufen aus seinem Stammverein UHC Uster, dort als Assistenzcoach des NLA-Teams einzusteigen.

Getrennt statt gemeinsam: Marc Werner (rechts) ist nach Uster zurückgegangen, Christof Maurer bleibt Pfannenstiel-Coach.

Zwei spielende Assistenten

Daher musste der Verein die Nachfolge regeln. Die Lösung fanden die Verantwortlichen intern: Die beiden Stürmer Tim Bartenstein und Thiemo Scharfenberger fungieren neu als die spielenden Assistenten des Coaches Christof Maurer. «Für die Aufstellung und das Coaching während der Spiele bin ich verantwortlich», erklärt Maurer, «sie machen dagegen viel im taktischen Bereich, das ist nicht eben eine Stärke von mir als ehemaligem Goalie.» Die Gestaltung der Trainings teilen sich alle drei gemeinsam, was auch für Bartenstein und Scharfenberger keinesfalls Neuland darstellt. «Beide sind studierte Bewegungswissenschaftler und haben schon in den letzten paar Jahren das Sommertraining geplant und geleitet», verrät Maurer.

In neuer Rolle: Routinier Thiemo Scharfenberger ist gemeinsam mit Tim Bartenstein jetzt auch spielender Assistenzcoach.

Der Allzeit-Topskorer hört auf

Neben Coach Marc Werner und dem bisherigen Assistenztrainer Sampsa Turunen kehrten aber auch drei Spieler dem Team den Rücken: Den jungen Verteidiger Jean-Luc Klöti zog es ebenfalls zurück zu seinem Stammklub Uster, Fabian Studer wechselte zum Ligakonkurrenten Laupen, und Flurin Stauffer hörte aus beruflichen und familiären Gründen auf. «Jeder von ihnen hat der Mannschaft etwas Wichtiges gegeben» kommentiert Maurer, «vor allem unser Allzeit-Topskorer Stauffer ist mit seinem Spielverständnis nicht leicht zu ersetzen.»

Gewichtiger Abgang: Flurin Stauffer (Bildmitte) wird nicht nur mit seinen Toren und Pässsen dem Pfannenstiel-Team fehlen.

Der Mann mit dem Hammerschuss kommt zurück

Die Lücken schliessen sollen der NLA-erfahrene Stürmer Florian Nideröst (von Uster), der clubeigene Junior Colin Feldmann sowie Pascal Zumkehr, der nach weit über einem Jahr Verletzungspause infolge eines Kreuzbandrisses nun wieder ins Team zurückkehrt. «Florian wohnt ganz in der Nähe, passt menschlich sehr gut ins Team und wird uns spielerisch weiterbringen, Colin hat ein grosses Kämpferherz, macht seine Sache schon sehr gut», lobt Maurer, «und Pascals Genialität und sein Hammerschuss haben uns in der letzten Saison spürbar gefehlt. Ich hoffe aber vor allem, dass er jetzt wieder dauerhaft voll mitspielen kann.»

Der grosse Rückkehrer: Pascal Zumkehr ist nach über einem Jahr Verletzungspause im Pfannenstiel-Team zurück.

Mehr als nur eine Mannschaft

Alle übrigen Spieler sind dem Team auch nach dem dritten Abstieg innert neun Jahren treu geblieben. Der harte Kern des UHC Pfannenstiel Egg-Maur-Oetwil am See hat aber auch schon fünf Aufstiege gemeinsam gefeiert. Emotionale Momente, die unvergessen bleiben – und die aus dem Männer-Fanionteam des vor 20 Jahren fusionierten Vereins längst mehr als nur eine Mannschaft gemacht haben. «Viele von uns sind schon 2008 gemeinsam von der 3. in die 2. Liga aufgestiegen, haben danach Höhen, Tiefen und Emotionen zusammen erlebt, das schweisst zusammen», führt Christof Maurer aus. «Unser Teamgeist war vor zwei Jahren der Hauptgrund für den Aufstieg in die Nationalliga B, darum war jetzt nach dem Abstieg auch nie die Gefahr da, dass das Team auseinanderfällt.»

Erstellt: 12.09.2019, 16:39 Uhr

3 Fragen, 3 Antworten

«Favoriten sind Andere»



Christof Maurer, drei Spieler haben Ihr Team verlassen, Rückkehrer Pascal Zumkehr eingerechnet sind drei Neue gekommen. Ist Ihr Kader stärker oder schwächer als in der letzten Saison?
Christof Maurer: «Gereifter. Jeder Einzelne ist in den zwei Jahren in der NLB ein bisschen besser geworden, und als Team haben wir viel dazugelernt, können zum Beispiel jetzt viel variabler spielen. Jetzt müssen wir einfach möglichst rasch wieder das Niveau der vergangenen Saison erreichen.»

Um postwendend wieder aufzusteigen?
«Das ist sicher nicht unser Ziel, primär wollen wir in die Playoff-Viertelfinals einziehen.»

Und dann ist sowieso alles möglich, oder?
«Ja genau – und nicht unbedingt aufsteigen zu müssen, damit haben wir ja vor drei Jahren schon ganz gute Erfahrungen gemacht. Favoriten sind Andere in unserer Gruppe, allen voran die Jona-Uznach Flames oder Bülach Floorball. Zum sechsten Aufstieg nach dem dritten Abstieg in meiner Pfannenstiel-Zeit würde ich aber mit Sicherheit auch nicht nein sagen.» (pew)

1. Liga, Gruppe 2

Kader UHC Pfannenstiel

Torhüter: Marco Mangia (Jahrgang 1986), Renato Studer (86), Patrick Weber (90).

Verteidigung: Sven Bier (92), Cyrill Delay (90), Micha Lopez (91), Andrea Murk (91), Samuel Schellenberg (94), Fabian Scheuner (95), Florian Spälti (97), Roman Weber (91), Tobias Zollinger (90), Pascal Zumkehr (91).

Sturm: Tim Bartenstein (91), Dario Brunold (90), Marco Carigiet (88), Colin Feldmann (99/neu von eigenen Junioren), Sven Forrer (88), Florian Hafner (94), Dominic Hottinger (93), Thomas Huber (93), David Kyburz (88), Fabio Luchsinger (97), Micha Moser (94), Florian Nideröst (96/Uster), Thiemo Scharfenberger (90), Marco Würmli (88).

Staff: Christof Maurer (Trainer und Teamchef), Tim Bartenstein (Assistenztrainer), Thiemo Scharfenberger (Assistenztrainer), Timothy Grob (Physio).

Abgänge: Jean-Luc Klöti (zu Uster), Flurin Stauffer (Rücktritt), Fabian Studer (Laupen), Sampsa Turunen (Assistenztrainer, Rücktritt), Marc Werner (Trainer, Uster).

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