Stäfa

Packendes und emotionales Handball Derby

45 Minuten lang wogte das Seederby auf dem Frohberg hin und her. In der Schlussviertelstunde übernahm Handball Stäfa das Kommando und bezwang die SG Wädenswil/Horgen 32:26.

Stäfas zweifacher Torschütze Francesco Ardielli (gelb) will SG-Wädenswil/Horgen-Torhüter Jonas Oliver Steiner überlisten.

Stäfas zweifacher Torschütze Francesco Ardielli (gelb) will SG-Wädenswil/Horgen-Torhüter Jonas Oliver Steiner überlisten. Bild: André Springer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Wir haben das Spiel 60 Minuten lang bestimmt», sagte Stäfas Trainer Philipp Seitle mit einem Kopfschütteln. «Mal haben wir dominiert und uns abgesetzt, dann haben wir den Gegner mit ärgerlichen Fehlern wieder zurück ins Spiel geholt.» Mehrheitlich hatten die Gelb-Schwarzen die Nase vorn. Gleich dreimal setzten sie sich mit zwei Toren ab, liessen die Gäste aber wieder ausgleichen.

Mitte der zweiten Halbzeit gerieten die Stäfner, die in jener Phase gleich mehrfach an Goalie Andrija Kasalo gescheitert waren, nach einer 21:19-Führung gar 21:23 in Rücklage. Seitle nahm darauf sein letztes Time-out und wurde laut. «Ich habe gesagt, wir haben den Ausgang der Partie selbst in der Hand. Um zu gewinnen, müssten sich aber alle den A… aufreissen.»

Und wie die Gastgeber das Ruder herumrissen. Ganze zwölf Minuten lang liessen sie trotz mehrfacher Unterzahl keinen Gegentreffer zu. Im Gegenteil – mit acht Toren in Folge zum 29:23 sorgten sie für die Entscheidung in diesem Derby, das lange ausgeglichen gewesen war und vor toller Kulisse den lautstarken Fans beider Lager beste Unterhaltung geboten hatte. Am Ende lautete das Skore 32:26.

«Zu viele Aussetzer dürfen wir uns nicht leisten, sonst geht das irgendwann schief.»Stäfas Trainer Philipp Seitle nach dem Derbysieg gegen Wädenswil/Horgen. Zwischenzeitlich führte Wädenswil/Horgen.

Bereits zwei Minuten vor der Sirene begann Seitle auf der Bank mit den Auswechselspielern abzuklatschen, und das Stäfner Publikum erhob sich zu einer Standing Ovation. Da lag das Transparent der Gästefans mit der Aufschrift «Mir wänd de Derbysieg» schon lange am Boden.

Gäste nutzen Überzahl nicht

Das Schlussresultat gebe den Verlauf des Spiels nicht korrekt wieder, meinte Pedja Milicic, der Coach der SG Wädenswil/Horgen. «Von den Überzahlsituationen haben wir nicht genügend profitiert, sondern zwei, drei gute Chancen liegen gelassen», begründete der Teamverantwortliche die Niederlage der Linksufrigen. In Unterzahl hatte vielmehr Moritz Bächtiger zum 23:23 und zum 25:23 getroffen. Ebenfalls mit einem Mann weniger verwandelte Roger Bleuler einen Flieger zum 26:23. Es war ein Stich ins rot-weisse Herz von Wädenswil/Horgen. Mit ihrem Tempospiel waren die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder erfolgreich gewesen. Im Positionsspiel bekundeten sie jedoch mit Fortdauer der Partie immer grössere Probleme. Das lag auch an der massierten Defensive Stäfas. «Wir haben über den Kampf probiert, wieder ins Spiel zu kommen, das ist uns aber nicht gelungen», beschrieb Milicic die Schlussviertelstunde.

Sein Antipode lobte derweil die Mentalität seiner Spieler, die sich toll zurückgekämpft hätten. «Ab Mitte der zweiten Halbzeit haben sie gezeigt, wozu sie fähig sind.» Seitle hob aber sogleich auch den Mahnfinger: «Zu viele Aussetzer dürfen wir uns nicht leisten, sonst geht das irgendwann schief.

Erstellt: 06.10.2019, 17:07 Uhr

Infobox

Handball Stäfa - Wädenswil/Horgen 32:26 (16:16).

Frohberg. 410 Zuschauer. – SR: Haldemann/Neumann. – Torfolge: 2:1, 2:4, 5:5, 8:7, 11:9, 13:11, 13:13, 15:15, 16:16; 18:16, 18:19, 21:19, 21:23 (43.), 29:23 (55.), 29:24, 32:24, 32:26. – Strafen: 6-mal 2 inkl. Disqualifikation Zimmermann (50.) gegen Stäfa, 4-mal 2 gegen Wädenswil/Horgen. – Stäfa: Murbach/Frei (1/ab 38.); Bleuler (4), Bächtiger (3), Ardielli (2), Vernier (1), Brunner (3), Schwander, Maag (6), Sarac (5/3), Zimmermann, Barth (3), Fukuda (3), Gretler (1). – Wädenswil/Horgen: Steiner/Kasalo (1/ab 20.); Simon Gantner (3), Sandro Gantner (6), Lechner (1), Daniel Gantner (2), Rellstab (6/3), Pascal Gantner (1), Kälin (3), Pospisil (1), Wolfer, Karlen (2). – Bemerkungen: Time-outs: Stäfa (8./2:4, 38./18:19, 43./21:23); Wädenswil/Horgen (21./10:9,
46./23:23, 52./27:23). 50. Sandro Gantner wirft Penalty an die Latte (25:23).

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!