Tischtennis

Ohne Geige in die Geigenstunde

Mit dem TTC Wädenswil sieht sich Ursina Stamm, die eben ihren 16. Geburtstag gefeiert hat, mit übermächtigen Gegnerinnen konfrontiert. In der Schule hat die Sportgymnasiastin Prüfungsstress.

Nach dem Morgentraining gönnt sich Ursina Stamm gerne ein Rivella.

Nach dem Morgentraining gönnt sich Ursina Stamm gerne ein Rivella. Bild: Sabine Rock

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Was hat Sie dazu bewogen, ein Rivella zu bestellen?
Ursina Stamm: Ich habe es sehr gern. Meist gönne ich mir eines nach dem Morgentraining.

Ist es auch Ihr Lieblingsgetränk?
Es ist mein Lieblingssüssgetränk. Sonst trinke ich viel Wasser.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Spaghetti, Pizza, Lasagne. Gekochtes Gemüse mag ich gar nicht, roh geht es, ebenso Salat.

Und was kommt auf den Teller, wenn Sie selbst in der Küche stehen?
Ein Fertiggericht oder Teigwaren, ich bin keine grosse Köchin. Meine Mutter kann das viel besser. (lacht)

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Nicht so stark wie andere. Ich esse eher nach dem Lustprinzip. Aber vor einem Wettkampf gehe ich schon nicht in den McDonald’s.

Wie bringen Sie Schule und Sport unter einen Hut?
Jetzt ist es gerade recht stressig. Kurz vor der Notenabgabe haben wir noch viele Prüfungen und am Wochenende steht ja eine Doppelrunde an. Weil ich am Mittwoch zwei Prüfungen hatte, liess ich am Dienstag das Training aus.

Wie sieht denn eine normale Woche aus?
Ausser am Donnerstag trainiere ich jeden Abend in Hünenberg oder Wädenswil. Am Dienstag und am Donnerstag habe ich Morgentrainings in Affoltern am Albis, wo ich wohne. Dann beginnt der Unterricht für mich am Kunst- und Sportgymnasium Rämibühl erst um 10.30 Uhr.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Am Fernseher haben wir zuhause Skirennen geschaut.

«Gegen starke Spielerinnen spiele ich eher besser.»Ursina Stamm

Wie sind Sie zum Tischtennis gekommen?
Zuerst ging ich in die Meitli-Riege im TV Affoltern. Als Drittklässlerin nahm mich eine Kollegin an die School Trophy, ein Turnier für Nicht-Lizenzierte mit – und ich wurde Zweite. Nach einem Schnuppertraining trat ich dem TTC Affoltern bei. Seit drei Jahren spiele ich für die Damen des TTC Wädenswil.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Meine erste Jugend-EM 2016 in Zagreb. Alles war neu und aufregend. Mit dem Team unterwegs zu sein, war cool.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Anfang Dezember verpasste ich in St. Gallen als Neunte die Qualifikation für das Top 8, das Schweizer Finalturnier der besten U18-Spielerinnen knapp. Im entscheidenden Spiel unterlag ich Ludivine Maurer, die ich an der Schweizer Meisterschaft noch geschlagen hatte. Aber das ist kein Weltuntergang.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie die Doppelrunde vom Wochenende in Angriff?
Neuhausen und Kloten sind stärker. Wir müssen versuchen einzelne Sätze oder bestenfalls Matches zu gewinnen. Dass Sonja Wicki als Trainerin mit Swiss Table Tennis unterwegs ist und Svenja Holzinger nach einer Verletzung ihr Comeback gibt, macht es nicht einfacher.

In der Vorrunde knöpften Sie als B11-Klassierte Neuhausens Jacqueline Weiss (A18) einen Satz ab und bezwangen die Klotenerin Liza Schempp (A17) sogar 3:1. Sie scheinen keine Angst vor vermeintlich übermächtigen Gegnerinnen zu haben.
Gegen starke Spielerinnen spiele ich eher besser. Dabei orientiere ich mich mehr an meinen Stärken als an deren Schwächen.

Der direkte Wiederabstieg in die Nationalliga B dürfte kaum mehr abzuwenden sein. Was würde er bedeuten?
Das wäre keine Katastrophe. Wir stiegen im Frühling auf, um in der Nationalliga A Erfahrungen zu sammeln. Wenn wir runter müssen, steigt die Erwartungshaltung, was uns auch fordert. Das Ziel muss dann sein, wieder aufzusteigen.

Sie werden also nicht zu einem anderen NLA-Klub wechseln?
Mir passt es in Wädenswil, hier fühle ich mich wohl und bin gut betreut von Sonja Wicki und Norbert Tofalvi.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Fünf bis zehn Minuten. Ich bin eine Langschläferin, mit der man am Morgen lieber nicht reden sollte. (schmunzelt)

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit einem bekannten Sänger. Ich singe gerne und es würde mich wunder nehmen, wie es ist, mega berühmt zu sein.

Welche Person bewundern Sie?
Meine Mutter, die voll organisiert ist.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Ich kann ausschlafen, muss nicht für die Schule lernen und schaue etwas über Netflix.

Welches ist Ihr Lieblingsfilm?
Ich mag Serien wie «Prison Break».

Ihr Lieblingssong?
Ich höre oft die Charts.

Ihr Lieblingsbuch?
Speziell in den Ferien lese ich gerne, so habe ich etwa alle «Harry Potter»-Bücher verschlungen.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
In einem Monat fahre ich mit einer Kollegin aus Wädenswil, bei der ich vor dem Training manchmal lerne, zum Snowboarden nach Scuol.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Meine Vergesslichkeit. Wenn ich etwas nicht gleich erledige, geht es manchmal unter. So bin ich einmal ohne Geige in den Geigenunterricht gegangen.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich bin ehrgeizig. Vor allem im Sport – in der Schule weniger. Dort mache ich, was ich muss.

Was macht Sie glücklich?
Prüfungen hinter mir zu haben. Oder ein Training am Abend nach einem anstrengenden Schultag.

Was ärgert Sie?
Wenn Lehrer übergenau alles kontrollieren.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Meine Familie, mein Kollegenkreis. Ich habe in der Schule und im Tischtennis ein gutes Umfeld.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Dann habe ich hoffentlich die Matura bestanden (lacht) und studiere etwas. Was, weiss ich aber noch nicht. Tischtennis spiele ich wohl in der Nationalliga A. Toll wäre eine WM- oder EM-Teilnahme bei der Elite. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.01.2018, 17:50 Uhr

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