Zum Hauptinhalt springen

Neue Missionen für das «A-Team»

Anders als zunächst angenommen war der Weltcup in Königssee doch nicht das letzte Rennen der Equipe von Pilot Pius «Billi» Meyerhans in diesem Winter. Sein «A-Team» wird im März bei der Olympia-Hauptprobe mit dem grossen Schlitten starten.

Hat Grosses vor: Obwohl bald 50-jährig, liebäugelt «Hannibal» alias Pius «Billi» Meyerhans (rechts) mit seinem «A-Team» mit einer Olympiateilnahme.
Hat Grosses vor: Obwohl bald 50-jährig, liebäugelt «Hannibal» alias Pius «Billi» Meyerhans (rechts) mit seinem «A-Team» mit einer Olympiateilnahme.
zvg

Die Reise nach Pyeongchang koste ihn eine schöne Stange Geld. «Rund 15 000 Franken», sagt der für den Bob-Club Zürichsee startende Pius Meyerhans, und ergänzt: «Wir erhalten ja keinerlei Unterstützung vom Verband.» Doch der bald 50-jährige Landwirt ist überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. «Ich sehe es als Investition in die Zukunft.» Für sich selbst: «Denn sollten wir uns im Vierer für eine Olympia-Teilnahme aufdrängen können, dürfte die Tatsache, dass wir schon auf dieser Bahn gefahren sind, ein zusätzliches Argument bei der Selektion sein.» Vor allem aber für seine Hinterleute (für den Weltcup in Pyeongchang sind dies Roman Feusi, Christoph Kellenberger und Justin Danso), die ja auch als Anschieber für andere Schlitten infrage kommen könnten.

Eine wichtige Rolle bei der «Mission Pyeongchang» spielt Beat Hefti. Erstens wurde durch dessen Entscheid, beim Weltcup im März nur im Zweier an den Start zu gehen, im Vierer der zweite Startplatz neben dem ebenfalls für den BC Zürichsee fahrende Rico Peter frei (den Meyerhans nun in Anspruch nimmt). Zweitens deutet Heftis Verzicht darauf hin, dass dieser sich auch bei Olympia nur im kleinen Schlitten sieht. Anders könne er sich diesen Schritt jedenfalls kaum erklären, sagt Meyerhans.

Von Verletzung gestoppt

Um tatsächlich ein ernsthafter Olympia-Kandidat zu werden, wird sich Pius Meyerhans’ nach der amerikanischen TV-Kult-Serie benannte «A-Team» in sportlicher Hinsicht deutlich steigern müssen. Nachdem es vergangenen Winter einige beachtliche Resultate abgeliefert und sich unter anderem die erste WM-Teilnahme (23. Rang) verdient hatte, lief es im aktuellen nicht nach Wunsch. Hauptgrund dafür war, dass sich Meyerhans im Oktober bei einem Leistungstest in Magglingen einen Sehnenriss im Oberschenkel zuzog. Offenbar nicht der erste, denn bei der Operation wurde an den noch ganzen Sehnen vernarbtes Gewebe festgestellt. Er sei in der starken Vorsaison also angeschlagen gewesen, «was mir zeigt, dass noch mehr drinliegt», erklärt der preisgekrönte Steinstösser. Daraus schöpfe er viel Motivation.

«Der Heilungsverlauf war deutlich besser als erwartet. Wohl wegen meines jugendlichen Alters.»

Pius «Billi» Meyerhans

Die Ärzte prophezeiten Meyerhans eine Pause von rund vier Monaten, schlimmstenfalls sogar das Karrierenende. «Der Heilungsverlauf war dann aber deutlich besser als erwartet. Wohl wegen meines jugendlichen Alters», scherzt der Routinier. Während er zuvor bei Testfahrten jeweils sitzend startete, rannte er an den Schweizermeisterschaften Ende Dezember, wo er als Titelverteidiger antrat und Vierter wurde, erstmals wieder mit. Es folgten im Januar ein 6. und 9. Platz im Europacup (ebenfalls in St. Moritz) und schliesslich Rang 24 beim Weltcup in Königssee. «Die Formkurve zeigt nach oben. In Königssee wäre mehr möglich gewesen. Allerdings erwischte ich einen schlechten Lauf. Zudem hatten wir Pech, dass wir als letzte starten mussten und der Bob direkt vor uns stürzte, was eine rund zehnminütige Verzögerung nach sich zog.».

Pläne bis 2019

Der Weltcup in Pyeongchang und Olympia 2018 auf der gleichen Bahn sollen nicht die letzten Missionen des «A-Teams» sein. Dessen Anführer «Hannibal» Meyerhans hat bereits die WM 2019 im kanadischen Whistler im Hinterkopf, auf seiner Lieblingsbahn. «Dort braucht es viel Mut – eine Aufgabe wie geschaffen für das A-Team», schmunzelt der Bob-Oldie.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch