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«Das Nationalteam aufzugeben, war die einfachste Lösung»

Obwohl erst 27-jährig, kann Oliver Fröhli bereits zu den Urgesteinen im Schwimmclub Horgen gezählt werden. Der Familienvater bestreitet seine zehnte Saison als Center im NLA-Team der Linksufrigen; seit 2014 amtet er als Captain.

Oliver Fröhli greift oft zur Kaffeetasse. «Da kann ich nicht immer eine grosse nehmen», erklärt der 27-Jährige, weshalb er bei dieser Gelegenheit einen Espresso bestellte.
Oliver Fröhli greift oft zur Kaffeetasse. «Da kann ich nicht immer eine grosse nehmen», erklärt der 27-Jährige, weshalb er bei dieser Gelegenheit einen Espresso bestellte.
André Springer

Sie haben einen Espresso bestellt. Was mögen Sie daran?Oliver Fröhli: Die Grösse respektive Winzigkeit. Ich trinke relativ oft Kaffee. Da kann ich nicht immer einen grossen Becher nehmen. (schmunzelt)

Was ist Ihr Lieblingsgetränk?Das variiert je nach Situa­tion. Tagsüber greife ich auf Mineralwasser und eben Kaffee zurück. Am Abend darf es gerne ein Bier sein.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?Ich mag eigentlich fast alles. Gegen ein gutes Stück Fleisch ­habe ich nie etwas einzuwenden.

Wie steht es um Ihre eigenen Kochkünste?Ich würde mich als relativ guten Koch bezeichnen. Unter der Woche fehlt etwas die Zeit, aber an einem Sonntag bereite ich auch einmal etwas Aufwendigeres zu, beispielsweise einen Braten.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?Ich esse nicht nach Plan oder so, bin es mir aber gewohnt, respektive habe es zu Hause so gelernt, mich ausgewogen zu ernähren.

Seit 2014 Captain des SC Horgen: Oliver Fröhli (links im Bild). Bild: Archiv André Springer.
Seit 2014 Captain des SC Horgen: Oliver Fröhli (links im Bild). Bild: Archiv André Springer.

Gibt es sonst Einschränkungen durch den Sport?Ich achte darauf, vor einem Match nicht unnötig Kraft zu lassen. Zudem bin ich durch das Wasserball zeitlich sehr ausgelastet. Pro Woche gehts viermal ins Wasser. In der spielfreien Zeit kommen zwei bis drei individu­elle Krafteinheiten hinzu.

Die Muskelkraft scheint eine wichtige Rolle zu spielen im Wasserball, wenn man die Akteure so anschaut.Der Sport hat sich in den letzten 10, 15 Jahren stark verändert. Der taktische Aspekt rückte etwas in den Hinter-, das physische Element in den Vordergrund. Es läuft heute mehr über den Kampf.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?Ich habe an der ETH Elektrotechnik studiert und arbeite jetzt seit gut einem Jahr als IT-Consultant bei der Zuger Firma IPT, die auf Datenintegration spezialisiert ist.

Welchen sportlichen Gross­anlass haben Sie als ersten ­bewusst wahrgenommen?Die Fussball-WM 1998. Ich er­innere mich noch, dass ich auf einem Bauernhof in den Ferien war und den Final schauen ­durfte, obwohl dieser erst spätabends ausgetragen wurde.

Wie sind Sie zum Wasserball gekommen?Durch den Schulsport. Bis ich ­circa zehn- oder elfjährig war, spielte ich Fussball im FC Horgen. Dann wollte ich etwas Neues ausprobieren. Ich versuchte es in der Leichtathletik, doch das passte irgendwie nicht. Vom Wasserball war ich dagegen sogleich begeistert. Zum SC Horgen kam ich rund zwei Jahre später. Bei einem ersten Probetraining in der U15 war der Unterschied noch zu gross gewesen.

«Der Nachwuchs soll alles ausprobieren.»

Oliver Fröhli

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?Der Gewinn des Schweizer-Meister-Titels mit Horgen 2015. Beim Triumph 2007 war ich auch schon dabei, aber nur als Ergänzungsspieler, leistete also selber aktiv keinen wichtigen Beitrag. 2015 war ich dann Leistungs­träger und auch Captain.

Und welches war die grösste Enttäuschung?Huch … es gab schon einige Finalniederlagen. (seufzt) Besonders bitter war jene im Cup-Final 2014 gegen Kreuzlingen. Erst kassierten wir eine Sekunde vor Schluss den Ausgleich, dann verloren wir nach Penaltyschiessen.

Am Samstag bestreiten Sie mit Horgen das erste Heimspiel der laufenden Meisterschaft. Mit welchen Erwartungen nehmen Sie die Partie gegen den Tabellenvorletzten Carouge in Angriff?Das erste Heimspiel ist immer speziell. Für mich wird die Saison erst da richtig lanciert. Im Käpfnach trifft man viele Leute, die man sonst selten bis nie sieht. Und zum Sportlichen: Carouge ist sicher eine lösbare Ausgabe.

Spielen Sie generell lieber draussen statt drinnen?Auf jeden Fall, auch wenn die Wettereinflüsse – Wind, Kälte oder etwa eine tiefstehende Sonne, die blendet – nicht immer angenehm sind. Aber alle emotionalen Erinnerungen verbinde ich mit Wasserball im Freien … die Erfolge mit Horgen oder auch das Abschlussturnier mit der Nationalmannschaft 2016 auf Malta.

Weshalb sind Sie bereits als 26-Jähriger aus dem Nationalteam zurückgetreten?Ende 2015 wurde ich Vater, die Zeit knapper. Ich wollte weiter Wasserball spielen. Das Natio­nalteam aufzugeben, war da die einfachste Lösung.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?Höchstens drei Minuten – sonst würde ich den Bus verpassen.

Wen bewundern Sie?Was Wasserball anbelangt Lukasz Kieloch. Er war wie ich ­Cen­ter. Und egal, wie aussichtslos eine Situation schien: Er kämpfte weiter und kriegte meist auch noch einen Torschuss hin. Cool, dass er nun unser Trainer ist.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?Dazu gehören ein Sieg, ein ­schöner Sonntagsausflug mit der Fami­lie sowie, zum Ausklang, ein Grillabend mit Freunden.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?Wir wollen mit dem Kleinen noch nicht allzu weit reisen. Also haben wir beschlossen, nach der Saison ins Tessin zu fahren.

Was ist Ihr grösstes Laster?Ich bin nicht wirklich ein Morgen­mensch. «Dank» meines Sohnes mache ich aber Fortschritte. (schmunzelt)

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?Ich bin immer mich selber und dadurch vertrauenswürdig.

Was macht Sie glücklich?Momentan vor allem, wenn ich sehe, wie mein Sohn irgend­welche Fortschritte macht.

Was ärgert Sie?Wenn Leute nicht zu ihrem Wort stehen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?Ein respektvoller Umgang sowie dass es nicht nur mir, sondern auch den Personen um mich ­herum gut geht.

Was machen Sie in zehn Jahren?Ich werde die meiste Zeit mit meiner Familie verbringen und dafür sorgen, dass mein Nachwuchs die Möglichkeit hat, ­alles auszuprobieren – so wie ich es damals konnte.

Wasserball ist dann kein Thema mehr?Wann feiert der SC Horgen sein 100-Jahr-Jubiläum? (googelt im Handy) 2024. Nein, dann nicht.

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