Zürichsee

Mit bescheidenen Zielen an die EM

Am Donnerstag beginnen die Europameisterschaften in Schweden. Die Fahrerinnen und Fahrer vom Zürichsee ­haben sich einiges vorgenommen, aber nicht zu viel. Dem ­Joner Lars Forster ist bewusst: «Medaillen liegen drin.»

Lars Forster startet an der EM erstmals als Elite-Fahrer - in den vergangenen Jahren konnte sich der Joner in der U23-Kategorie, wie hier an der WM 2014 in Norwegen, kontinuierlich hocharbeiten.

Lars Forster startet an der EM erstmals als Elite-Fahrer - in den vergangenen Jahren konnte sich der Joner in der U23-Kategorie, wie hier an der WM 2014 in Norwegen, kontinuierlich hocharbeiten. Bild: Keystone

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Die kontinentalen Titelkämpfe in Jönköping werden für Lars Forster etwas Besonderes. Der Cross-Country-Fahrer aus ­Jona startet an der EM erstmals bei der Elite. «Eine Medaille könnte zu holen sein», sagt der 22-Jährige besonnen. Denn um am Sonntag aufs Podest zu fahren, müsse wie beim Weltcupauftakt alles passen. Am 24. April hatte Forster bei seinem Elite-Debüt im aus­tralischen Cairns als viertbester Schweizer mit Rang 6 überrascht.

Geschafft kehrte der U23-Schweizer-Meister von 2014 vergangene Woche am Dienstagvormittag aus Down Under an den Obersee zurück. «Das Weltcup-Rennen, die Reise und der Jet­lag hinterliessen Spuren», gesteht er ein. Doch in den sieben Tagen ­daheim konnte der Fahrer des VC Eschenbach seine Batterien neu aufladen und «gut» trainieren. «Jetzt bin ich schon wieder am Packen», schmunzelt Forster. Gestern Dienstag flog er mit der Schweizer Nachwuchsdelegation nach Südschweden.

Medaillen-Geheimfavorit

Forster ist der Elite-Starter des Schweizer Quintetts, welches morgen Donnerstag das ­Team Relay bestreitet. Mit Gesamtweltcupsiegerin Jolanda Neff, seinem Klubkollegen Marcel Guer­rini (U23) und dem Bünd­ner Vital Albin (U19) kämpft er um Edelmetall. «Für uns sollte eine Medaille drin liegen, aber ein Fehler kann schnell passieren», gibt der Joner zu bedenken. Er könne nicht mehr, als Vollgas geben. Die Vorfreude auf den Teamwettkampf ist gross. «Er ist etwas Besonderes, sind wir doch sonst als Einzelathleten unterwegs.»

Im Einzelrennen zählt Forster zu den Medaillen-Geheimfavoriten. Er vertritt als einer von sieben Elite-Athleten die Schweiz. Chancen auf einen Podestplatz darf er sich auch ausrechnen, weil die aktuellen Spitzenfahrer des Landes in Schweden nicht starten. Weltmeister Nino Schurter, der Oberaargauer Mathias Flückiger und Florian Vogel aus Jona – sie belegten beim ersten Rennen der Weltcupserie 2016 in Cairns die Plätze 1, 4 und 5 – verzichteten auf eine EM-Teilnahme.

Giger startet ohne Druck

Für Fabian Giger, der in Cairns als Achter nur sechstbester Schweizer war, hat die EM nicht oberste Priorität. «Meinen Fokus lege ich auf die nächsten zwei Weltcup-Rennen», begründet der Riedner. Im deutschen Albstadt (22. Mai) und französischen La Bresse (29. Mai) muss er mindestens einmal in die Top 5 fahren, um noch auf ein Ticket für die Olympischen Sommerspiele in Rio hoffen zu können. «Weil die EM für die Vergabe der Olympiaplätze nicht gewer­tet wird, lastet kein Druck auf mir», erklärt der 28-Jährige.

Auf den Wettkampf vom Sonntag konnte sich Giger gut vorbereiten, wie er verrät. «Ich bin in Form und werde mein Bestes ­geben», betont der EM-Zweite von 2014. «Mal sehen, was drin liegt», gibt sich der Fahrer des polnischen Kross-Racing-Teams entkrampft. «Falls ich keine ­Medaille mit nach Hause nehme, ist das nicht allzu tragisch.» Im Gegensatz zu seinen Kollegen des VCE hebt Giger erst morgen auf die skandinavische Halbinsel ab.

Frei ist gespannt auf Vergleich

Andri Frischknecht aus Feldbach und Marcel Guer­rini aus Neuhaus, die den VCE in der U23-Kategorie repräsentieren, weilen bereits im Norden. Sie buhlen am Sonntag ab 9.30 Uhr um Einzel-Podestplätze. Die beiden 21-Jährigen trainierten letzte Woche gemeinsam im Tessin. Guerrini rechnet sich vor allem im morgigen Team Relay Medaillenchancen aus. «Da zählen wir sicher zu den Favoriten», meint er. Mindestens einen Top-5-Rang strebt er am Sonntag an. Frischknecht hingegen will in die Top 10 fahren. «Die EM dient mir als Standortbestimmung», sagt der letztjährige U23-Schweizer-Meister. Denn Knieschmerzen hatten ihm im Frühjahr das Trainieren erschwert. Nun bestreitet er das erste Rennen der Saison.

Nicole Koller (VCE) und Sina Frei (VC Meilen) treten am Samstag erstmals auf Stufe U23 an.«Ich bin gespannt auf den Vergleich mit Fahrerinnen, gegen die ich noch nie angetreten bin», sagt Frei. Die 18-Jährige aus Ueti­kon am See holte letztes Jahr denU19-EM-Titel. Die gleichaltrige Schmerknerin Koller gewann 2015 WM-Silber. Beide sind Anwärterinnen auf EM-Medaillen. Ebenfalls am Samstag startet der im Februar 18 Jahre alt gewor­dene Kevin Kuhn aus Gibswil. «Ich habe mir vorgenommen, in die Top 20 zu kommen», sagt der U19-Fahrer des VCE.

Erstellt: 04.05.2016, 12:49 Uhr

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