Synchronschwimmen

Mit Ausstrahlung und Willen in den Final

Die Thalwilerin Sascia Kraus und ihre Duett-Partnerin Sophie Giger wollen in Rio an der Hierarchie rütteln. Der Final der Top 12 ist ihr Ziel.

Ein spezieller Einblick: Die Hauptarbeit, die Sascia Kraus (rechts) und Sophie Giger leisten, bleibt dem Zuschauer verborgen.

Ein spezieller Einblick: Die Hauptarbeit, die Sascia Kraus (rechts) und Sophie Giger leisten, bleibt dem Zuschauer verborgen. Bild: Keystone

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Der Aufwand, den sie seit einem Jahr leisten, habe sich bereits ­gelohnt, betonen Sascia Kraus und Sophie Giger drei Tage vor Wettkampfbeginn. «Einen ­Traum zu verwirklichen und dann da zu sein, ist unendlich schön», ­beschreibt Kraus, die 23-Jäh­rige aus Thalwil. Die Eindrücke sind, wie bei ­allen, gross. «Richtig ­toll, zusammen mit den Schweizern Medaillen feiern zu können», erklärt Sophie Giger, die 20-jäh­rige Ustermerin. «Etwas geniessen» würden sie das Leben im Dorf schon jetzt, sagt Kraus. Der Fokus bleibt jedoch unmissverständlich auf die Qualifikation von Sonntag und Montag gerichtet. «Wir wollen uns nicht zu fest von Emo­tionen beeinflussen und bewegen lassen», ergänzt Giger.

Das Power-Duo spricht im Video über Erfolge, Herausforderungen in ihr spezielles Ritual vor dem Wettkampf. Quelle: Youtube

«Ich denke, wir haben in diesem Jahr das Beste herausgeholt, was wir machen konnten», sagt Trainerin Olga Pylypchuk. «Sie haben Unglaubliches geleistet.» Kraus/Giger, die 16. der WM 2015 in Kasan, haben sich im Ranking auf den 13. Platz vorgearbeitet. Ein Rang weiter vorne und sie ­hätten ihr zweites grosses Ziel nach der Olympiaqualifikation ­erreicht: den Final.

Die USA überflügeln

«Im Synchronschwimmen ist das ganze Umfeld sehr profes­sionell», hält der Schweizer Schwimm-Team­chef Steffen ­Liess zur Ausgangslage fest. «Da wird viel geleistet und investiert. Unser Duett ist genauso bereit wie die anderen.» Namentlich die USA, derzeit die Nummer 12, müssten die Zürcherinnen noch hinter sich lassen; sie haben sie bisher zweimal geschlagen.

«Wir wollen sie wieder ­bezwingen», gibt Giger sich kämp­ferisch und ergänzt: «In bewer­teten Sport­arten ist es schwer, Strukturen zu ändern. Wenn wir am Schluss sagen ­können, dass wir alles gegeben ­haben, sind wir zufrieden – auch wenn die Richterinnen nicht ­genug mutig gewesen wären.»

Kraus/Giger haben die USA vor einem Monat gesehen. «Das hat uns positiv gestimmt, dass es für uns möglich ist», meint Giger. «Mit unserer Ausstrahlung und unserem Willen hoffen wir, dass wir es schaffen», ergänzt Kraus.

Den Schweizerinnen kommt das Olympiaprogramm entgegen: Für einmal beginnt der Wettkampf (am Sonn­tag) mit der freien Kür, ehe tags dar­auf die technische Kür folgt. «Die freie Kür ­passt uns besser. Da können wir ­be­reits zeigen, wie präsent wir sind», betont Giger. Die Inten­sität wurde in Rio nicht geringer. Ein Training im Aufwärmpool in der Olympia-Anlage, die sie seit den Wettkämpfen im März kennen, dauert vier Stunden, das ­andere bis eineinhalb Stunden. Mitunter reicht es für Einsätze im Wettkampfpool. Wie lange die dauern, ist jeweils ungewiss. «Wir bleiben solange drin, bis sie uns rausschicken», sagt Kraus.

Grosse Unterstützung

Einen ersten Wunsch konnten Giger/Kraus sich bereits erfüllen: Sie werden an der Schlussfeier teilnehmen. «Wahrscheinlich müssen wir aber zwei Tage vorher aus dem Dorf abreisen», bedauert Kraus. Plan B steht ­bereit: «Wir können privat bei ­Bekannten wohnen.»

An Unterstützung aus der ­Hei­mat wird es nicht fehlen. Die Kuh­glocken, die in der Szene längst ­bekannt sind, werden auch am Rande des Maria Lenk Aquatics Center läuten. Beide Familien sind da und haben sich in der ­Nähe des Olympiaparks eingemietet. «Ungefähr 20 Leute», sagt Sascia Kraus und ergänzt ­lächelnd: «Von mir sind es fünf, der Rest ist von Sophie.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.08.2016, 08:43 Uhr

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