Golf

Mit 53 Jahren besser denn je und noch immer hungrig

André Bossert blickt auf die beste Saison seiner langen Karriere zurück. Der Profi aus Zollikerberg schloss die Jahreswertung der europäischen Seniorentour im 3. Rang ab und trat mit seinem ersten Sieg einem ziemlich exklusiven Kreis von Spielern bei.

Golfprofi André Bossert blickt auf die erfolgreichste Saison seiner Karriere zurück. Er sammelte über 150 000 Franken an Preisgeld.

Golfprofi André Bossert blickt auf die erfolgreichste Saison seiner Karriere zurück. Er sammelte über 150 000 Franken an Preisgeld. Bild: Silvano Umberg

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Der Saisonabschluss gelang André Bossert nicht ganz nach Wunsch. Er hatte sich beim Tourfinal auf Mauritius mehr erhofft als einen geteilten 17. Rang. «Ich spielte nicht schlecht, nutzte die Chancen jedoch zu wenig gut. Zudem endete jeder noch so kleine Fehler in einem Schlagverlust», analysiert der 53-Jährige. Nach sieben Wochen ohne Ernstkampf sei er wohl etwas eingerostet gewesen.

Seine gute Laune liess Bossert sich dadurch nicht verderben. Das Hauptziel, den 3. Rang in der Jahreswertung zu verteidigen, habe er erreicht. «Und was gibt es Schöneres, als die Saison bei herrlichem Sommerwetter abzuschliessen», fügt der Zürcher an.

Am Montag bestritt Bossert ein letztes Einladungsturnier mit Sponsorenvertretern, ein sogenanntes Pro-Am. Im Anschluss gönnte er sich während zwei ­Tagen ein Verwöhnprogramm, ehe er am Donnerstag das Ferienparadies im Indischen Ozean Richtung Heimat verliess. «Wir gingen schnorcheln, spielten Tennis, relaxten», berichtet er. Mit «wir» meint Bossert sich und seinen Caddie und guten Freund Carl Young. «Ich habe ihn ein­geladen – als kleinen Bonus für die tolle Saison.»

Der Sieg zeichnete sich ab

Sein drittes Jahr auf dem europäischen Ü50-Circuit war Bosserts klar erfolgreichstes, finanziell ­sogar das lukrativste seiner gesamten Profilaufbahn, die mittlerweile 27 (!) Saisons umfasst. Rund 145 000 Euro Preisgeld kassierte er (rund fünfmal mehr als Joel Girrbach, die Nummer 2 der Schweizer Golfer bezüglich Verdienst), 60 000 Euro allein für seinen ersten Sieg, den er Anfang September am Travis Perkins Mas­ters nahe London realisierte. «Ein unglaublicher Moment», erinnert Bossert sich gerne zurück. Die Tatsache, dass er sich im Duell um den Sieg gegen Ian Woosnam – eine wahre Legende des Golfsports – habe durchsetzen können, mache den Triumph noch schöner und wertvoller. Der 58-jährige Waliser gewann 1991 das US Masters, mehrfach den Ryder-Cup und war während 50 Wochen die Nummer 1 der Welt.

Bosserts Premierensieg auf der Seniorentour hatte sich abgezeichnet. Schon 2014, in seiner ersten Saison, die er im 13. Rang abschloss, war er einmal ganz ­nahe dran gewesen – ebenfalls am Travis Perkins Masters, als Zweiter. Und im Jahr 2015, das er als Gesamt-Achter beendete, wurde er Dritter auf Jersey. Insgesamt klassierte sich der Zürcher, der als einer von nur neun Spielern auf allen drei grossen europäischen Circuits zumindest einmal gewonnen hat, in bisher 35 Turnieren viermal in den Top 3 und weitere neunmal unter den besten Zehn.

USA bleibt ein Ziel

André Bosserts Erfolgshunger ist damit noch nicht gestillt. Er liebäugelt nach wie vor mit dem Sprung auf die finanziell um einiges lukrativere ameri­kanische Seniorentour. 2015 verpasste er diesen knapp; heuer verzichtete er darauf, sich der zweistufigen Qualifikation zu stellen – wegen eines Missverständnisses. «In den vergangenen Jahren bekam die Top 3 Europas jeweils das Spielrecht für die ebenfalls hoch dotierte japanische Tour. Im Glauben, dies sei erneut der Fall, liess ich die Qualifying School in den USA sausen.» Ein Fehler: Denn kaum hatte Bossert sich abgemeldet, bekam er die Nachricht, dieser Automatismus greife für 2017 nicht mehr. Nun hofft er, zumindest auf Einladung einige Turniere in Japan bestreiten zu dürfen.

Ganz sicher abschlagen wird der 53-Jährige aus Zollikerberg in den USA können: Ende Mai zum vierten Mal an der Senior PGA Championship und im August erstmals am US Senior Open, zwei Major-Events, an denen total 2,8 respektive 3,75 Millionen Dollar an die Spieler ausgeschüttet werden. ()

Erstellt: 19.12.2016, 11:27 Uhr

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