Zum Hauptinhalt springen

«Keine Mahlzeit ohne Dessert»

Terence Frank hat ein Faible für Süsses, ist mit Zufriedenheit gesegnet und hütet beim US-Nationalteam sowie dem Erstligisten Zürisee das Tor. Mit Letzterem trifft der bald 43-Jährige am Samstag im Cup-1/32-Final auf das NLA-Spitzenteam Tigers Langnau.

Seit 2002 unterrichtet Terence Frank an der Berufsschule Rapperswil. Zwischen den Lektionen gönnt sich der Goalie von Erstligist Zürisee Unihockey gerne eine Tasse Kaffee – «ich bin fast süchtig danach».
Seit 2002 unterrichtet Terence Frank an der Berufsschule Rapperswil. Zwischen den Lektionen gönnt sich der Goalie von Erstligist Zürisee Unihockey gerne eine Tasse Kaffee – «ich bin fast süchtig danach».
Silvano Umberg

Sie haben sich einen Milchkaffee zubereitet. Was mögen Sie daran?Terence Frank: Den Milchschaum in Kombination mit dem Kaffee. Und: Ich bin süchtig nach Kaffee. Da kommen pro Tag locker sechs, sieben Tassen zusammen.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?Nein, da gibt es andere... Ein kühles Bier direkt nach dem Sport oder ein Glas Wein zum Essen sind meine Favoriten.

Was essen Sie gerne?Ich bin ein Fan der asiatischen Küche. Meeresfrüchte, Pasta oder Risotto mag ich ebenfalls sehr gerne. Fleisch kommt selten auf den Teller – weil ich es nicht brauche, aber auch aus ökologischen Gründen.

Können Sie auch selber ein leckeres Gericht zubereiten?Ich würde es behaupten. Ich koche sehr gerne. Und ich glaube, ich tue es auch zufriedenstellend. Meine Gäste haben sich jedenfalls noch nie beschwert. (lacht)

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?Früher schaute ich nicht drauf. Musste ich auch nicht, da ich mich so viel bewegte. Ich ass locker zwei Tafeln Schokolade pro Tag und nahm kein Gramm zu. Mitte 30 änderte sich das, weil wohl die Verbrennung nicht mehr so gut funktioniert und ich nicht mehr ganz so viel Sport treibe.

«Ich bin sehr gelassen und geerdet – weil ich wirklich zufrieden bin mit meinem Leben.»

Terence Frank

Verbrennen Sie als Goalie weniger Energie als ein Feldspieler?Der Durchschnittswert der Belastung dürfte beim Torhüter tiefer liegen als bei einem Feldspieler, auch die Ausschläge des Pulses sind flacher. Der obligate Teller Pasta einige Stunden vor dem Match reicht als Treibstoff. Während dem Spiel muss ich vor allem viel trinken. Speziell Anfang Saison, wenn die Temperaturen noch hoch sind, schwitzt man in der Goalieausrüstung extrem. Aber um auf den Vergleich mit den Feldspielern zurückzukommen: Wollte ich «draussen» spielen, müsste ich in meinem Alter mehr und sehr gezielt trainieren, um physisch mithalten zu können.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?Ich unterrichte an der Berufsschule Rapperswil-Jona die Fächer Sport und Allgemeinbildung. Wegen der «schwachen» Jahrgänge aktuell nur in einem 85-Prozent-Pensum – was ich aber ehrlich gesagt sehr schätze. Am Montag begann mein 16. Schuljahr.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?Die Fussball-WM 1986 in Mexico, als Maradona Argentinien zum Titel führte. Was ich ebenfalls noch weiss: Bei uns zuhause liefen immer die Skirennen im TV.

Wie sind Sie zum Unihockey gekommen?Nach der Matur habe ich ein Jahr vikarisiert. Das müsste 1996 gewesen sein. In einer Klasse war eine Gruppe von sehr unihockeybegeisterten Jungs. Sie infizierten mich quasi. Ich half ihnen dann einen Verein zu gründen in Solothurn. Auf dem Kleinfeld marschierten wir bis in die 2. Liga durch. Dann wechselten wir aufs Grossfeld. Irgendwann holte mich unser grosser Rivale Wiler in die 1. Liga. So begann das.

Waren Sie schon immer Goalie? Und warum diese Position?Schon immer. Mich reizt die mentale Herausforderung, die grosse Verantwortung. Macht ein Feldspieler einen Fehler, kann ein Kollege oder eben der Goalie diesen allenfalls noch ausbügeln, nicht so beim Schlussmann. Zudem bin ich als Goalie immer noch eine Art Einzelsportler. Zuvor hatte ich eben sehr intensiv Tennis gespielt.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?Mit den USA habe ich nun schon einige Weltmeisterschaften und WM-Qualifikationen erlebt. Die waren alle sehr eindrücklich. Heraus ragen die ersten Länderspiele an der B-WM 2004 in der Schweiz sowie die entscheidende Partie um die Qualifikation für die World Games. Dabei trafen wir im vergangenen Herbst auf Kanada und gewannen 1:0.

Und welches war die grösste Enttäuschung?Der verlorene Achtelfinal an der WM 2016 gegen Deutschland. Wir lagen 2:5 zurück, glichen die Partie kurz vor Schluss aber aus und verloren dennoch 5:6. Das entscheidende Gegentor fiel in den Schlusssekunden – und ich trug die Hauptschuld. Ich spekulierte auf einen Pass, doch der Spieler schloss selbst ab. Das tat mir extrem leid fürs Team – zumal im Viertelfinal mit dem Duell gegen Schweden ein echter Leckerbissen gewartet hätte.

Wie kommt es eigentlich, dass mit Ihnen, Fabian Länzlinger und Stefan Zimmermann gleich drei Akteure von Zürisee in der US-Nati sind?Stefan und ich haben den US-Pass, weil wir amerikanische Mütter haben, Fabian ist in den USA geboren. Im Hinblick auf die WM 2002 suchten die USA im Internet nach Spielern. Ich sah den Aufruf zu spät, schloss mich danach aber dem Team an.

Ende Juli an den World Games in Polen wurde das an der WM verpasste Duell mit Schweden Tatsache, in der Gruppenphase. Sie unterlagen 0:20.Eine faszinierende Lehrstunde. Ich hütete im letzten Drittel das Tor und kassierte in diesen 15 Minuten (an den World Games sind die Abschnitte um fünf Minuten verkürzt; Red.) sechs Treffer.

Teil dieses schwedischen Teams, welches das Turnier letztlich gewann (7:5-Finalerfolg über die Schweiz), ist mit Johan Samuelsson auch ein Spieler der Tigers Langnau, auf die Sie mit Zürisee am Samstag im Rahmen des Schweizer Cups treffen. Der 28-Jährige war sogar Turniertopskorer. Wie wollen Sie ihn stoppen?Einen wie ihn kann man nicht einfach ausschalten, mit einer Manndeckung abmelden oder so. Das funktioniert nicht. Wir müssen als Kollektiv dagegenhalten. Und auch das kann eigentlich nur gelingen, wenn jeder von uns einen super Tag hat.

2015 war mit Köniz schon einmal ein NLA-Team bei Zürisee zu Gast. Damals setzte es eine 2:12-Pleite ab. Was liegt diesmal drin?Ich hoffe, dass wir besser mithalten, den Langnauern eventuell die eine oder andere Angstperle auf die Stirn treiben können. Gegen Köniz lagen wir nach fünf Wechseln bereits 0:5 hinten. Solche Spiele sind aber so oder so coole Erfahrungen. In erster Linie geht es darum, Spass zu haben und am Ende sagen zu können, «wir haben das gezeigt, was wir drauf haben».

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?Mit Stan Wawrinka. Und zwar zu jener Zeit, als er noch so richtig im Schatten von Roger Federer stand. Er war ja schon vor seinen drei Titeln bei Grand-Slam-Turnieren ein Topspieler, wurde aber überhaupt nicht beachtet. Das zu erleben, wäre interessant. Wahrscheinlich ist Stan darum ein so harter Arbeiter geworden. Sein Tattoo auf dem Arm spricht Bände. (Es steht, ins Deutsche übersetzt, ein Zitat des irischen Literaturnobelpreisträgers Samuel Beckett: «Immer versucht. Immer gescheitert. Egal. Versuch es wieder. Scheitere wieder. Scheitere besser.»; Red.)

Welche Person bewundern Sie?Bewundern ist ein grosses Wort... Extrem grossen Respekt habe ich vor Leuten, die unbeirrt ihren Weg gehen.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?Ausschlafen, ausgiebig brunchen, einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt machen, am Abend schön «aperölen», fein Essen mit Freunden. Und am Sonntag das Gleiche nochmals. (lacht)

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?Im Herbst mache ich eine Florida-Rundreise mit meiner Partnerin und ihren Kindern.

Ihr Lieblingssong?Den gibt es nicht. Ich höre gerne Bands wie Mumford&Sons, Angus&Julia Stone, aber auch Electro. Bei mir läuft ständig Musik.

Ihr Lieblingsfilm?Ich habe keinen Fernseher und gehe auch selten ins Kino.

Ihr Lieblingsbuch?Ich mag Fantasie-Bücher à la «Game of Thrones», oder auch geschichtlich orientierte Romane.

Ihr Lebensmotto?Hmm… (überlegt lange) Zufriedenheit. Ein Wort. Ich bin sehr gelassen und extrem geerdet... weil ich wirklich zufrieden bin mit mir und meinem Leben.

Was ist Ihr grösstes Laster?Süssigkeiten. Bei mir gibt es keine Mahlzeit ohne Dessert. Zum Abschluss brauche ich immer einen Kaffee und etwas Süsses.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?Meine Ausgeglichenheit.

Was macht Sie glücklich?Wenn ich meiner Familie und engsten Freunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

Was ärgert Sie?Herumgenörgel – etwas, was bei Schülern leider oft vorkommt.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?Zufriedenheit. Daraus schöpfe ich meine Energie und Lebensfreude. Um zufrieden zu sein, ist eine gute Work-Life-Balance unerlässlich.

Was machen Sie in zehn Jahren?Die Familie geniessen, immer noch Schule geben – denn das mache ich extrem gern. Auch Unihockey werde ich wahrscheinlich noch spielen, in einem Plauschteam.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch