Rudern

Jungspunde fordern 43-Jährigen

Die Thalwiler Linus Copes und Pascal Ryser lassen auf dem Rotsee alle anderen U-23-Boote hinter sich. Von den Routiniers werden ihnen aber die Limiten aufgezeigt.

Die Thalwiler Pascal Ryser (links) und Linus Copes (rechts) müssen sich an der Heim-EM mit Rang 12 begnügen.

Die Thalwiler Pascal Ryser (links) und Linus Copes (rechts) müssen sich an der Heim-EM mit Rang 12 begnügen. Bild: Keystone

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Am 22. September 2000 erblickte Kai Schätzle das Licht der Welt. Der Luzerner ist das jüngste Mitglied des Schweizer Doppelvierers, das als U-23-Boot an der Heim-EM auf dem Rotsee primär Erfahrungen sammeln sollte. Über solche verfügt Olaf Tufte reichlich. Der Norweger ist zweifacher Weltmeister und Doppelolympiasieger. An den Olympischen Spielen in Sydney gewann er am 23. September 2000, also exakt einen Tag nach Schätzles Geburt, an der Seite von Fredrik Bekken Silber im Doppelzweier.

Im EM-Halbfinal am Samstag trafen der 18-jährige Schätzle und der 25 Jahre ältere Tufte aufeinander. Während sich die Norweger dank Platz 3 für den A-Final qualifizierten, musste das Schweizer Quartett, zu dem auch Scott Bärlocher und die beiden Thalwiler Linus Copes und Pascal Ryser gehörten, mit Platz 6 vorlieb nehmen. «Wir wollten eine gute erste Streckenhälfte absolvieren und dann mit Blick auf den Sonntag etwas rausnehmen», erklärt Ryser den grossen Rückstand. Der A-Final lag für die Einheimischen sowieso ausser Reichweite.

Das stärkste U-23-Boot

Das Ziel für die Jungspunde, Ryser ist mit 22 der Teamsenior, war die Teilnahme am B-Final. Dafür mussten sie am Freitag hart kämpfen. Im Vorlauf verpassten die Schweizer den anvisierten 3. Platz, der die direkte Halbfinalqualifikation bedeutet hätte, klar. Als Vierte wurden sie in den Hoffnungslauf verwiesen. Dort war erneut Platz 3 gefordert. Exakt auf dieser Position fuhren die Einheimischen ins Ziel. Die Reserve auf die viertplatzierten Moldawier betrug 69 Hundertstel. «Es war knapp», gestand Ryser. Die Genugtuung aber war gross. Vermochten die Schweizer doch beide anderen U-23-Boote hinter sich zu lassen. «Dabei waren die Tschechen in Duisburg noch vor uns klassiert gewesen. Jetzt haben wir den Spiess umgedreht», frohlockt der Thalwiler.

Das grosse Ziel des Schweizer Doppelvierers ist nämlich die Goldmedaille an der U-23-Weltmeisterschaft Ende Juli in Sarasota (USA). Dafür nehmen Ryser und Co. das Training am Mittwoch wieder auf. Die definitive Selektion erfolg jedoch erst in zwei Wochen. «Wir hoffen sehr, dass wir in dieser Besetzung zusammenbleiben», sagt Ryser.

Kuhglocken im Ohr

Auf Herz und Nieren geprüft wurde das Quartett auf dem Rotsee an der Elite-EM. Im B-Final um die Ränge 7 bis 12 am Sonntag liessen die Schweizer nicht abreissen. Bloss um 46 Hundertstel wurden sie von den Litauern auf den letzten Platz verwiesen. Ein Erlebnis war es für Ryser dennoch: «So bin ich noch nie von Fans mit Kuhglocken angefeuert worden.» Und selbst Routine ist keine Garantie für eine Medaille. Olaf Tufte verpasste mit den Norwegern das Podest um eineinhalb Sekunden und wurde Fünfter. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.06.2019, 13:49 Uhr

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