Mountainbike

Im Süden auf Touren kommen

Bei ihrer Saisonvorbereitung schlagen die fünf Cross-Country-Fahrer aus der Region unterschiedliche Wege ein. Der Feldbacher Andri Frischknecht und Marcel Guerrini aus Neuhaus rüsten sich für ihr Elite-Debüt.

Andri Frischknecht aus Feldbach intensiviert vor seiner Premiere in der Cross-Country-Elite das Training.

Andri Frischknecht aus Feldbach intensiviert vor seiner Premiere in der Cross-Country-Elite das Training. Bild: Christophe Margot

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Ende April starten die Mountainbiker im französischen Lourdes in die Weltcupserie 2017. Drei Monate bleiben ihnen, um bis dahin richtig Fahrt aufzunehmen. Das Schweizer MTB-Nationalkader weilte bereits zwei Wochen auf Gran Canaria im Trainingslager. «Wir profitierten von idealen Bedingungen», sagt Andri Frischknecht.

Für den Feldbacher hatte das neue Jahr mit einem Aufsteller begonnen. Der 22-Jährige unterschrieb beim Scott-Odlo MTB Racing Team, das von seinem Vater Thomas geleitet wird, einen Profivertrag für zwei Jahre. Seit 1999 gehört er dem Rennstall an, der damals noch Scott-Swisspower hiess.Für Andri Frischknecht beginnt eine neue Ära, da er heuer in der Elite-Kategorie startet. Diverse Teile am Bike des U23-Schweizer-Meisters 2015 wurden durch neue Produkte ersetzt und erstmals tritt er in Scott-Schuhen in die Pedalen. «Unser Material optimieren wir laufend», ergänzt der Neoprofi.

«Dieses Jahr kann ich mich verletzungsfrei vorbereiten.»Andri Frischknecht

Am Montag flog Frischknecht mit seinem Team, dem auch Olympiasieger Nino Schurter angehört, nach Südafrika. Dort stehen bis am 24. Februar intensive Trainings an. Anfang März absolviert der Sportsoldat dann Leistungstests in Magglingen. Mit Teamkollege Michiel van der Heijden nimmt er vom 19. bis 26. März erstmals am Cape Epic teil. Das legendäre Etappenrennen (691 km, 15 400 Hm) in Südafrika ist für jeden eine Herausforderung. «Es ist für mich ein wichtiges Grundlagentraining», erklärt Frischknecht. Danach fährt er diverse Rennen im In- und Ausland. «Im Vergleich zum letzten Jahr kann ich mich verletzungsfrei vorbereiten», hebt der Fahrer des VC Eschenbach hervor.

Drei Monate in Südafrika

Auch Klubkollege Marcel Guerrini aus Neuhaus steht vor seinem Elite-Debüt. Bereits im September hatte er – kurz vor seinem 22. Geburstag – einen Profivertrag bis 2019 beim Focus-XC-Team unterzeichnet. Für dieses fährt er seit 2010. «Ich fokussiere mich diese Saison voll auf den Weltcup», erklärt Guerrini. Die letztjährige Rennserie hatte er bei den U23-Männern als Gesamtdritter beendet. Hinzu kamen U23-Bronze an der WM in Tschechien und der EM-Titel in Schweden mit dem Schweizer Team.

Schon seit dem 19. Dezember trainiert Guerrini in Südafrika. «Bis Mitte März bleibe ich hier», verrät er. Der amtierende U23-Schweizer-Meister wohnt im östlich von Kapstadt gelegenen Stellenbosch bei einer einheimischen Familie. «Diese habe ich vor Jahren durch deren Sohn kennengelernt», erzählt er. 2010 war Guerrini erstmals bei ihr zu Gast gewesen und hatte sie daraufhin alljährlich einen Monat besucht. «Nun absolviere ich mein ganzes Wintertraining hier», ergänzt Guerrini. Die Bedingungen seien optimal. Daneben erweitert er in wöchentlichen Kursen seine Englischkenntnisse. Der Neoprofi ist mit seiner bisherigen Saisonvorbereitung zufrieden: «Alles verlief nach Plan.» Sein Debüt mit dem neuen Focus-Bike gibt er am 2. April im italienischen Montichiari.

Mit BMC nach Südfrankreich

Lars Forster, der ebenfalls dem VCE angehört, nimmt seine zweite Elite-Saison in Angriff. Der Joner trainiert bis März daheim. «Spielt das Wetter nicht mit, reise ich kurzfristig nach Italien», fügt er an. Vom 13. bis 17. Februar weilt der 23-Jährige für Leistungstests in Magglingen, wo er mit Frischknecht die Spitzensport-RS durchlaufen hatte. Ab Ende Februar bereitet sich Forster mit seinem BMC Racing Team während zwei Wochen in Südfrankreich auf die Wettkämpfe vor.

«Jetzt bin ich bei Kross Racing nicht mehr der einzige Ausländer.»Fabian Giger

Das erste Rennen steht am 12. März in Mailand an. «Ich fühle mich tiptop», sagt der Silbermedaillengewinner der Radquer-SM. Von seinem Sturz beim Olympia-Debüt in Rio ist eine Narbe am Knie übrig geblieben, die schränkt ihn beim Fahren aber ebenso wenig ein wie die im Herbst operierte Schulter.

Giger erneut mit Neff im Team

Fabian Giger, der routinierteste Cross-Country-Spezialist des VC Eschenbach, reist diese Woche mit seinem polnischen Team nach Valencia ins Trainingslager. Der Riedner hat mit Europameisterin Jolanda Neff eine prominente neue Teamkollegin erhalten. «Jetzt bin ich bei Kross Racing nicht mehr der einzige Ausländer», schmunzelt der EM-Zweite. 2013/14 fuhren Giger und Neff für Giant. «Wir verstehen uns gut und sie bringt ihre Erfahrung ein», sagt er.

Ende Februar ist der Sunshine Cup auf Zypern «ein guter, erster Formtest» für den 29-Jährigen. Er gewann ihn schon dreimal. Im März bestreitet Giger mit dem Strassen-Nationalteam die Istrian Spring Trophy in Kroatien, wo er 2016 die Bergwertung gewann. «Das gibt weitere Kilometer in die Beine.»

Frau und Kinder dabei

Florian Vogel fuhr am Wochenende im vollgepackten Auto von Jona nach Finale Ligure. In der italienischen Provinz Savona hat der 34-Jährige für zwei Monate eine Wohnung gemietet. Seine Frau und die beiden Kinder reisen nach. «Das gibt eine gute Sache, auch weil der Bike-Spot hier super zum Trainieren ist», weiss der zweifache Olympia-Teilnehmer (2006 in Peking und 2010 in London) aus Erfahrung. Er hofft, sich im technisch schwierigen Gelände weiterentwickeln zu können. Vogel, der wie Guerrini im Focus-XC-Team fährt, absolviert seinen ersten Wettkampf – wie Forster – in Mailand.

Erstellt: 01.02.2017, 16:40 Uhr

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