Beachvolleyball

Im neuen Duo auf höherem Niveau

Am Mittwoch tritt der Joner Raphael Licka gemeinsam mit Fabio Berta an der Schweizer Meisterschaft in Bern zur Qualifikationspartie an. Das Team peilt das Podest an.

Raphael Licka bei der Ballannahme. Die Aufschläge sieht der Joner als eine ausgeprägte Stärke seines neuen Duos mit Fabio Berta.

Raphael Licka bei der Ballannahme. Die Aufschläge sieht der Joner als eine ausgeprägte Stärke seines neuen Duos mit Fabio Berta. Bild: Sibylle Meier

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«Zuerst einmal müssen wir die Quali überstehen, danach ist alles möglich», schätzt der 30-jährige Fabio Berta im Gespräch nach dem Training in der Klotener Beachtown, der sportlichen Basis des auf diese Saison hin neu formierten Duos. Präzisierend fügt er an: «Gegen die beiden Nationalteams Adrian Heidrich/Mirco Gerson und Nico Beeler/Marco Krattiger zu bestehen, wird sehr schwierig, sie haben sich dieses Jahr leistungsmässig von der Schweizer Konkurrenz abgesetzt. Gegen sie können wir super spielen und trotzdem verlieren. Aber dahinter ist alles offen.»

Im auf diese Saison hin neu formierten Duo mit Raphael Licka ist der Ex-Internationale Berta der Leader. Zumindest sieht dies der fünf Jahre jüngere Abwehrspezialist so: «Fabio hat viel mehr Erfahrung und spielt schon viel länger auf Topniveau. Im Duo mit ihm kann ich mich darum viel besser auf mein eigenes Spiel konzentrieren als in der Vergangenheit.» Mit seinem Vorjahrescompagnon Marcel Spahr, der aus beruflichen Gründen heuer pausiert, trat der Joner ab und zu zwar zur Qualifikation eines A1-Turniers an. Mit Berta, der aufgrund einer Verletzung seines bisherigen Beach-Partners Luca Müller kurz vor dem Beach-Saisonbeginn im Frühjahr plötzlich alleine dastand, hat er jedoch eine neue Leistungsstufe erreicht.

Von klein auf nahe am Ball

Das Volleyball-Einmaleins erlernte Raphael Licka an seinem Wohnort Jona, wo er als Sohn von Volleyball-Eltern aufwuchs und von klein auf während deren Meisterschaftsspielen in der Halle mit dabei war. Im Alter von elf Jahren begann er im TSV Jona mit dem Mini-Volleyball. Drei Jahre später gehörte er jenem Team um den heutigen Beachvolleyball-Nationalspieler Nico Beeler und dessen Bruder Luca an, das am damals neuen regionalen Leistungszentrum drei bis vier Stunden täglich trainierte und in der Männer-Meisterschaft von der 2. Liga bis in die NLB gemeinsam Stufe um Stufe erklomm. «Wir hatten damals eine megacoole Truppe», erinnert sich Licka, der heute als Schreiner tätig ist. Nach einer Achillessehnenoperation und einem ersten Brasilien-Aufenthalt schloss er sich 2013 dem damaligen NLA-Team Züri Unterland an.

Im Duo mit Fabio Berta habe sich das Zusammenspiel im Laufe der Saison stetig verbessert, meint Licka. Dabei waren die Rollen nur schon angesichts der Grössenverhältnisse zwischen dem 1,95 m gross gewachsenen Berta und dem 1,80 m grossen Licka von vornherein klar verteilt. Der Rest ergab sich durch Training und Matchpraxis.

Pause bricht Rhythmus

Mit ihrem bisherigen Abschneiden sind die Achtplatzierten in der Schweizer Rangliste der bestehenden Teams dennoch nicht so richtig zufrieden. Raphael Licka kommentiert: «Vor der kurzen Turnierpause im Hochsommer haben wir souverän gespielt, danach aber den Rhythmus verloren.» Tatsächlich feierte das Duo in der Phase vor dem dreiwöchigen Unterbruch im Juli seinen bisher einzigen Turniersieg, landete in anderen Turnieren der Stufe A3 mit einer Ausnahme stets auf dem Podest und verpasste dieses an den A1-Turnieren zweimal knapp.

Nach der Pause aber blieben die gemeinsamen Erfolge rar gesät. «In Basel und Ilanz haben wir gegen Teams verloren, die wir normalerweise schlagen müssten», sagt Berta, «wir haben im Moment zu viele Schwankungen im Spiel, die Konstanz fehlt.» Sein Compagnon bestätigt: «Wir sind auch gegen Topteams oft gut dabei und nahe dran. Dann aber passieren uns zwei, drei Flüchtigkeitsfehler und verlieren wir mehrere Punkte in Folge.»

Zum Beachen nach Rio

Fänden Fabio Berta und Raphael Licka ausgerechnet zum Saisonfinal in Bern zur Kontinuität, so könnten sie ihre eigentlichen Qualitäten im Kampf um einen Podestplatz voll ausspielen. «Wir sind beide sehr komplette Spieler, es gibt darum nicht den einen Bereich, in dem wir Probleme hätten, alles ist auf einem anständigen Niveau», meint Licka, im Hallen-Volleyball seit 2013 bis zur Mitte der vergangenen Saison Aussenangreifer und einer der absoluten Leistungsträger des NLB-Teams Züri Unterland. «Eine ausgeprägte Stärke ist dagegen unser Service.» Ob sie auch 2019 zusammenspannen, wollen er und Fabio Berta erst nach dem Saisonende entscheiden.

Zeit zur Analyse dürften siegenügend haben: Beide verzichten auf die kommende Hallen-Volleyball-Saison. Licka hat vor, im Winter eine längere Zeit in Rio de Janeiro zu verbringen. Nicht nur, aber auch, um mit brasi­lianischen World-Tour-Spielern Beach­volleyball zu spielen. Eine Schweizer-Meisterschafts-Medaille an der Copacabana in der Sonne glänzen zu lassen, könnte die Vorfreude auf eine nächste Spielzeit an der Seite Bertas steigern und die Rückkehr in die Schweiz versüssen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.09.2018, 10:28 Uhr

Beeler zuversichtlich

«Sind gut drauf»

Nico Beeler hat hohe Erwartungen an die Schweizer Meisterschaften und sieht sich nach dem Turniersieg vom Wochenende bestens vorbereitet. «Wir sind gut drauf und wollen den Titel», sagt der Joner, der zusammen mit Marco Krattiger als Nummer 2 der Setzliste ins Turnier steigt. Topgesetzt ist das andere Schweizer Nationalteam Mirco Gerson/Adrian Heidrich, die einzigen Schweizer, die gegen Beeler/Krattiger heuer gewinnen konnten. Nur zu gerne würde der Joner nun Revanche nehmen: «Läuft es normal, sehen wir sie im Final.» Während sie sich gegen die anderen Teams fast nur selbst schlagen könnten, stünden die Chancen dort dann 50:50.

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