Road to Korea

Im Kraftraum die Lücke schliessen

Tim Watter (Snowboardcross), Thalwil.

Dass diese Woche kein Schneetraining angesagt ist, kommt Tim Watter gelegen. So bietet sich dem 26-jährigen Snowboardcross-Spezialisten aus Thalwil die Gelegenheit, körperlich wieder zu jener Topform zu finden, die er im September aufwies.

Beim Weltcupauftakt in Argentinien hatte er im ersten der beiden Rennen als Fünfter nämlich sein Bestresultat von Dezember 2012 egalisiert, dabei erstmals im grossen Final gestanden (seinen ersten 5. Rang hatte er als Sieger des kleinen Finals herausgefahren; damals starteten noch vier statt sechs Fahrer pro Heat) und mit der Klassierung sogleich die Selektionskriterien für Pyeongchang (seine zweiten Olympischen Spiele nach Sotschi 2014) erfüllt. «Das war genial», blickt Watter zurück, «in erster Linie, weil es mir endlich wieder einmal gelungen ist zu zeigen, was wirklich in mir steckt.» Und es wäre noch mehr dringelegen: «Bis zur zweitletzten Kurve lag ich an zweiter Stelle.» Dann sei ihm aber ein Fehler unterlaufen – worauf noch zwei Gegner vorbeiziehen konnten.

Im zweiten Weltcuprennen lief es Tim Watter dann nicht mehr rund; als 32. der Qualifikation scheiterte er bereits in der ersten K.-o.-Runde. Deutlich schlimmer erwischte es ihn aber tags darauf, als das Schweizer Team zu Trainingszwecken noch zwei Wettkämpfe des South American Cups bestritt. Im Halbfinal des ersten Rennens fuhr ihm ein Konkurrent von hinten ins Brett, worauf er zu Fall kam und heftig den Kopf anschlug.

«Im hohen Pulsbereich habe ich noch etwas Mühe.»Tim Watter

Nach zweiwöchiger Schonzeit kehrte Tim Watter auf den Schnee zurück, fühlte sich aber energielos. Zunächst dachte er, es handle sich um Nachwehen der Hirnerschütterung, später, in den Ferien, nahm er eine Grippe als Grund dafür an, weshalb er mehrheitlich flach lag. Schliesslich ging er dann aber doch zum Arzt – und der stellte nach einem Bluttest die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber. «Er fand Antikörper. Die Krankheit an sich war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeklungen.»

Mittlerweile geht es Tim Watter wieder gut, wenngleich er noch nicht wieder ganz bei 100 Prozent angelangt ist. «Vor allem im hohen Pulsbereich habe ich noch etwas Mühe.» Bis zu den nächsten Wettkämpfen und erst recht bis Olympia bleibt ihm aber noch genügend Zeit, die kleine Lücke zu schliessen. (su)

Erstellt: 15.11.2017, 13:51 Uhr

Serie

Road to Korea

Am 9. Februar werden in Pyeongchang die XXIII. Olympischen Win­ter­spiele eröffnet. Die ZSZ begleitet in loser Folge Olympiakan­didaten bei ihren Vorbereitungen.

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