Coaches Corner

«Ich lege grossen Wert auf Fairplay»

Patrick Pulfer ist einer der drei Spielertrainer des NLB-Teams von Zürisee Unihockey. Verletzungsbedingt führt der 30-Jährige die Mannschaft derzeit als Headcoach an. Der ehemalige NLA-Spieler will mit ihr die Playoffs erreichen.

An der Seitenlinie gibt Patrick Pulfer als Zürisee-Headcoach seinen (Mit-)Spielern Anweisungen – ohne dabei hektisch zu werden.

An der Seitenlinie gibt Patrick Pulfer als Zürisee-Headcoach seinen (Mit-)Spielern Anweisungen – ohne dabei hektisch zu werden. Bild: Michael Trost

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Was können Sie besser als Ihre Spieler?
Patrick Pulfer: Auf und neben dem Feld bin ich weniger hektisch als andere. Meist kann ich gut einen kühlen Kopf bewahren.

Was können Ihre Spieler ­ besser als Sie?
Mich aufregen. (lacht) Nein, ernsthaft: Die meisten sind viel wortgewandter. Meine grosse Schwäche sind Sprichwörter, die verwechsle ich immer wieder.

Ihr grösster Erfolg?
Der Vizemeistertitel im Jahr 2005 mit den Grasshoppers und der Aufstieg in die NLB mit Zürisee vor zwei Jahren (2014, Red.).

Und im Leben?
Dass ich mein Informatikstudium letztes Jahr erfolgreich abschliessen und meinen beruflichen Werdegang vorantreiben konnte. Zudem habe ich mir dank vielen langjährigen Freundschaften ein gutes Umfeld geschaffen. Dazu zählen auch meine Eltern und die beiden Geschwister (Bruder und Schwester, Red.), die mir immer viel Rückhalt geben.

Wann werden Sie nervös?
Beim Penaltyschiessen, denn darin bin ich gar nicht gut. Ansonsten selten, weil ich eher ein ruhiger Typ bin.

Was macht Sie sprachlos?
Wenn sich jemand unfair verhält. Ich lege nicht nur im Sport grossen Wert auf Fairplay.

Ihr Lieblingsdialekt?
Der Bündner gefällt mir am besten. Aber ich ertappe mich immer wieder, dass ich den Ostschweizer sympathisch finde. Das liegt wohl an meinen Ostschweizer Wurzeln.

Wie lange brauchen Sie ­morgens vor dem Spiegel? Da schaue ich in der Regel gar nicht erst hinein. (schmunzelt)

Was kochen Sie am liebsten?
Suppen oder asiatische Gerichte sind meine Favoriten. Reis mit Poulet an einer Soja- oder scharfen Currysauce zum Beispiel.

Welches Getränk empfehlen Sie dazu?
Bier oder Wasser, auf Süssgetränke kann ich gut verzichten.

Wen laden Sie dazu ein?
Meine Freundin und meine beiden WG-Kollegen.

Ihr erster Berufswunsch?
Lehrer, denn in der Schulzeit war ich mit meinen nie zufrieden. Ich hatte immer das Gefühl, alles besser erklären zu können.

Was machen Sie beruflich?
Seit zehn Jahren bin ich als Informatiker tätig. Mein Studium absolvierte ich berufsbegleitend. Ich mag logisches und analytisches Denken. Arbeiten ist für mich wie ein Ausgleich zum Sport – und umgekehrt.

Bleibt noch Zeit für Hobbys?
Ja, denn zum Glück habe ich flexible Arbeitszeiten. Im Winter gehe ich oft snowboarden und spiele im Sommer viel Beachvolleyball. Ich unternehme auch gern Reisen – letzten Sommer war ich in Asien – oder Kurztrips. Ausgang und Jassen gehören ebenfalls zu meinen Leidenschaften.

Ihr Lieblingssong?
«You and Me» von Flume (australischer DJ und Musikproduzent, Red.), der Sommerhit passt auch im Winter noch. Ich mag elek­tronische Musik, höre aber ebenso gern mal guten alten Hip-Hop.

Ihr Lieblingsfilm?
Mich faszinieren Sportfilme. «Any Given Sunday» (zu Deutsch «An jedem verdammten Sonntag» von Oliver Stone, Red.) finde ich super. Fantasy- und Science-Fiction-Streifen wie «Herr der Ringe» oder «Star Wars» gefallen mir ebenso wie französische Werke. «Jeux d’enfants» ist empfehlenswert.

Ihr Lieblingsbuch?
Schon länger habe ich keines mehr gelesen, dafür viele Fachzeitschriften. Wenn mich aber eines packt, kann ich mich regelrecht darin verlieren. «Harry Potter» fand ich sehr gut.

Ihr Lebensmotto?
«Yolo»; You only live once (zu Deutsch: Du lebst nur einmal, Red.).

Welches Thema beschäftigt Sie aktuell am meisten?
Was auf der Welt abgeht. Das ist manchmal recht bedrückend. Da fragt man sich, wohin die verschiedenen Krisenherde noch führen.

Welchen sportlichen Gross­anlass haben Sie als ersten ­bewusst wahrgenommen?
Die Fussball-WM 1994 in den USA, an der die Schweiz mit Georges Bregy und Co. für Furore sorgte. Meine Eltern flogen mit meinem Grossvater nach Amerika, um sich ein Spiel anzusehen, und ich suchte sie am TV im Publikum.

Wie sind Sie zum Unihockey gekommen?
Als Bub spielte ich Fussball, war im Turnverein und probierte andere Sportarten aus. Bis mich ein Kollege ins Unihockey mitnahm. Dort war ich der Schlechteste und wurde vom Ehrgeiz gepackt, mich zu verbessern. Zuerst spielte ich beim UHC Cosmic Zürich, der nicht mehr existiert (der Klub schloss sich 2002 dem Grasshopper Club Zürich an, Red.). Vor drei Jahren wechselte ich zu Zürisee.

Warum sind Sie Trainer ­geworden?
Bei GC war ich schon als U21-Coach tätig gewesen. Als Pascal Sigg letzten Frühling zurücktrat, suchten wir vergeblich einen neuen Trainer und einer von uns musste das Team übernehmen. Wir suchen immer noch einen Coach für nächste Saison. Interessierte dürfen sich gerne bei uns melden.

Haben Sie den Entscheid jemals bereut?
Nein, zumal sich der Aufwand bei uns in Grenzen hält, obwohl jeder seine Aufgaben sehr ernst nimmt.

Welches war Ihr schönster ­Moment im Sport?
Die Zeit im U21-Team bei GC, denn dort habe ich viele Freunde fürs Leben gefunden. Wir feierten damals zusammen viele Erfolge.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Meine dauernden Verletzungen, mich erwischt es leider immer wieder (aktuell plagt ihn eine am Arm, Red.). Wirklich enttäuscht bin ich aber selten, denn ich versuche immer das Positive zu sehen.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit auf der Heimfahrt von einem Auswärtsspiel?
Wir jassen oft, diskutieren mit­einander und geniessen manchmal ein Bierchen.

Warum gewinnt Ihr Team übermorgen Sonntag das Heimspiel gegen Schüpbach?
Weil alle wissen, wie wichtig diese Partie ist. Wenn jeder sein Bestes gibt, steht für mich ein Sieg ausser Frage.

Erstellt: 22.01.2016, 09:16 Uhr

Worum Gehts?

Ein Jahr nach dem Aufstieg in die NLB kämpft Zürisee erneut um den Playoff-Einzug. Die Equipe, welcher etliche frühere NLA-Spieler angehören, liegt in der Tabelle zwei Punkte hinter Schüpbach auf Rang 9. Am Sonntag empfängt Zürisee die achtplatzierten Emmentaler um 19 Uhr im Farlifang in Zumikon. Patrick Pulfer, der mit Roland Temperli und Markus Sutter das Spielertrainer-Trio bildet, blickt dem Direktduell gelassen entgegen. «Obwohl uns der Gegner nicht liegt, haben wir genug Qualitäten, dieses wegweisende Heimspiel für uns zu entscheiden», ist er überzeugt. (ddu)

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