Wasserball

Horgens neue Breite

Wozu sind die Horgner Männer in der kommenden Nationalliga-A-Meisterschaft fähig? Trainer Lukasz Kieloch und der neu verpflichtete Moritz Oeler geben Auskunft.

Horgens Trainer Lukasz Kieloch (kniend) hat sein Kader um ein halbes Dutzend Talente aus dem Nachwuchs erweitert.

Horgens Trainer Lukasz Kieloch (kniend) hat sein Kader um ein halbes Dutzend Talente aus dem Nachwuchs erweitert. Bild: Archiv André Springer

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Die Weihnachtszeit und die Tage über Neujahr, es war die letzte Phase der Erholung. Lukasz Kieloch war mit der Familie in Österreich zum Wintersport. Nun ist keine Zeit mehr: Am Samstag beginnt die neue Wasserball-Meisterschaft. «Ab jetzt ist wieder fast nur am Sonntag frei. Sonst wird trainiert oder gespielt», erklärt der Trainer des Vize-Meisters aus dem Schwimmclub Horgen. Bereits seit Herbst sei «sehr fleissig» gearbeitet worden, versichert Kieloch.

«Es gibt nichts Schlimmeres als eine Unterbeteiligung im Training», findet der frühere polnische und deutsche Nationalspieler. Also hat Kieloch vorgesorgt. In der Zwischensaison beförderte er ein halbes Dutzend Talente aus dem Nachwuchs in die erste Equipe. Schon vor der Spielzeit 2015, seiner ersten im Amt, hatte er vier Spieler aus der eigenen Jugend hochgezogen.

Fast ein Luxusproblem

Nun könne er fast in jeder Einheit ein Trainingsspiel austragen oder Über- und Unterzahl üben lassen, erzählt Kieloch. Manchmal habe er sogar das Luxusproblem von zu vielen Spielern im Bad. Solches hat man in Horgen lange nicht mehr gehört. «Ich habe das Loch im Nachwuchs selbst erlebt», sagt der 41-Jährige. «Jetzt ist die erste Welle, um es zu füllen.» Die vor ein paar Jahren angegangenen zusätzlichen Anstrengungen im Juniorenbereich zahlen sich aus.

Zudem haben sich die Horgner mit Moritz Oeler verstärkt. Der 250-fache deutsche Internationale, mehrmals WM-Teilnehmer und Mitglied des Olympia-Teams 2008, soll am Zürichsee einer der Führungsspieler sein. Er sei «positiv gestimmt», sagt der 32-Jährige. «Ich bin gut aufgenommen worden.» Er sei auch ein wenig angespannt, «alles ist neu». Zum Beispiel, dass er statt acht bis neun Mal in der Woche nur noch vier bis fünf Mal übt, weil er beruflich Fuss fassen will.

Auch bei Spandau Berlin und im deutschen Nationalteam habe es ein Altersgefälle gegeben, erzählt Oeler. «Aber klar: Hier sind viele junge Spieler. Das ist spannend.» Jedoch nicht immer einfach. So ist der Cupsieg bereits nicht mehr möglich – weil die Horgner im Achtelfinal an Lugano II gescheitert sind. «Dass wir da nicht komplett antraten und ausschieden, war eine ziemlich unnötige Aktion. Wir hatten keine begeisterte Rückfahrt», erinnert sich Oeler.

Die Ziele bleiben hoch

«Nun sind wir aber kompletter und konditionell besser», urteilt der Rückraumspieler. Vor dem Cupspiel vom 18. November habe das Team nicht ein einziges Mal im grossen Feld trainiert, berichtet Oeler: Als nächstes gelte es vom Vorbereitungs- in den Spielmodus zu finden. Trainer Kieloch ist überzeugt davon , dass die Mannschaft eine grosse Zukunft habe. «Das Team ist bereit, sich zu entwickeln und von jedem Training zu profitieren.» Das ist gut so, denn die Ziele bleiben hoch. «Wir wollen das Maximum herausholen», sagt Oeler: «Was das ist, ist aber noch schwerlich zu sagen. Ich will aber immer gewinnen». Und Kieloch ergänzt: «Mit einem vierten Platz wären wir nicht wirklich extrem zufrieden».

Erstellt: 16.01.2018, 15:39 Uhr

Ein Team formen

Am Samstag kämpft Horgen in Basel um die ersten Punkte in der neuen Saison (10.30 Uhr, Hallenbad Eglisee). Vom Team, das im Sommer die Playoff-Final-Serie erreichte, werden nur Leo Müller und Pablo Carballo fehlen. Müller trat zurück, Carballo verstärkt nun Ligakonkurrent Kreuzlingen. «Wir werden ihre Abgänge definitiv spüren. Man kann die beiden nicht eins zu eins ersetzen», erklärt Kieloch. «Wir werden am Anfang sicher ein weniger erfahrenes Team stellen. Man darf als Trainer aber nicht nur zufrieden sein, wenn man eine gute Equipe hat. Sondern auch dann, wenn man eine hat, die man formen kann.» (skl)

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