Wasserball

«Haben unser Minimalziel erreicht»

Horgen ist an der Mission Titelverteidigung gescheitert. Das Team ging im Playoff-Final gegen Lugano unter. Trainer Lukasz Kieloch ist trotzdem stolz auf seine Mannschaft. «Wir müssen uns nicht verstecken», betont er.

Horgens Captain Oliver Fröhli (am Ball) konnte in der Halbfinal-Serie von den Kreuzlinger Spielern nicht gestoppt werden, doch im Playoff-Final gelang ihm gegen Lugano kein Treffer mehr.

Horgens Captain Oliver Fröhli (am Ball) konnte in der Halbfinal-Serie von den Kreuzlinger Spielern nicht gestoppt werden, doch im Playoff-Final gelang ihm gegen Lugano kein Treffer mehr. Bild: André Springer

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Zwölf Monate nachdem Horgen zum 30. Mal Schweizer Meister wurde und dies ausgiebig feierte, herrscht am linken Zürichseeufer Ernüchterung. In der Finalserie (Best of 5) musste sich der Titel­verteidiger von Lugano kalt duschen lassen. Die Horgner verloren drei Partien hintereinander klar. Das Torverhältnis von 9:34 spricht Bände. «Wir konnten unsere Leistung nicht abrufen, sonst wären die Resultate knapper ausgefallen», ist Captain Oliver Fröhli überzeugt. Zudem habe Lugano sehr souverän und abgeklärt gespielt. «Und wir hatten noch das Halbfinale in den Knochen», gibt der 26-Jährige zu bedenken.

Auch SCH-Coach Lukasz Kieloch verweist darauf, wie viel Kraft die fünf Partien gegen Kreuz­lingen gekostet haben. «Auch mental», ergänzt er. Nach zwei Spielen lag Horgen 0:2 hinten, drehte die Serie dann aber – zweimal nach Penaltyschiessen – und zog in den Final ein. «Beim Halbfinal-Auftakt haben wir die Wichtigkeit des Spiels unterschätzt», blickt der 40-Jährige zurück. Die Thurgauer erwischten den perfekten Start. «Und überraschten uns», fügt Kieloch an. «Dann zeigten wir grossen Charakter und kämpften uns zurück», hebt Fröhli hervor. Diese starke Leistung rechnet der Trainer den Spielern überaus hoch an.

Schwere Arme

Doch im Final mussten sie dann eben Tribut dafür zahlen. «Das ist wohl eine Ursache, weshalb uns Lugano so deutlich geschlagen hat», meint der Coach, welcher 2007 als Spieler mit Horgen den Meisterpokal gewonnen hatte. Seiner Equipe fehlte vor allem die Effizienz im Abschluss. «Wer nicht ganz frisch in eine Serie steigt und schwere Arme hat, schiesst anders», seufzt Kieloch. Weitere Gründe für die Niederlagen könne er noch nicht nennen. «Dazu ist es zu früh», sagt der ehemalige polnische und deutsche Nationalspieler weniger als 24 Stunden nachdem die Horgner auf ihrer Titelverteidigungs-Mission im Tessin auf Grund liefen.

«Lugano war nicht übermächtig, aber besser – da gibt es keine Ausrede», betont der Trainer. «Wir verloren den Kampf um den Titel definitiv daheim, im zweiten Spiel.» Nach dieser Niederlage sei sein Team verunsichert gewesen. «Dennoch versuchten wir, im dritten Spiel etwas hinzubringen», sagt Captain Fröhli dazu.

Nicht am Boden zerstört

Die Horgner starteten mit Pressing in die zweite Auswärtspartie. «Und doch lagen wir zur Hälfte 1:4 hinten», ärgert sich Fröhli. Wie «jeder alles gegeben, gekämpft und gelitten hat», ist Kieloch nicht entgangen. «Wir gaben unser Bestes und müssen uns daher nicht verstecken.» Der gezeigte Einsatz spreche für seine Mannschaft.

Über sich hinausgewachsen ist einmal mehr Luka Petricevic, vor allem in den Halbfinals. Der Coach lobt den Goalie: «Er spielte stark.» Letztlich habe aber jeder Spieler versucht, seine eigenen Aufgaben zu erfüllen. «Den einen gelang dies gut, anderen weniger.» Deshalb hält sich die Enttäuschung in Grenzen. «Sie ist jedenfalls nicht so gross, wie wenn wir im fünften Spiel nach Penaltyschiessen verloren hätten», begründet Fröhli.

«Müssen konstanter werden»

Der Captain zieht darum keine triste Saisonbilanz: «Mit Platz 2 haben wir das erreicht, was wir konnten.» Zumal der Titelgewinn gegen ein – mit den Gebrüder Fiorentini – enorm verstärktes Lugano eine Überraschung gewesen wäre. «In Zukunft müssen wir konstanter werden», weiss Fröhli und spricht damit auch jene Spiele in der Qualifikation an, «als wir unser Potenzial nicht ausschöpften.» Mit besseren Grundlagentrainings soll die Beständigkeit angekurbelt werden.

«Wir haben unser Minimalziel erreicht», sagt Kieloch mit Verweis auf die Finalqualifikation in der Meisterschaft und im Cup. «Damit bin ich zwar noch nicht zufrieden.» Jeder Sportler müsse aber lernen, Niederlagen wegzustecken. «Letztes Jahr lernten wir, wie es ist, zu gewinnen. Heuer mussten wir lernen zu verlieren», ergänzt er trocken. Daraus dürfte der SCH bis zur nächsten Saison Lehren ziehen.

Erstellt: 28.07.2016, 10:24 Uhr

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