Radquer

Grosse Emotionen und viel Schlamm

Simon Zahner beendet seine Karriere mit einem 21. Rang an der Heim-WM in Dübendorf. Der Radquer-Fahrer des VC Meilen ringt danach nach Luft – und für einmal auch um Worte.

Simon Zahner kämpft sich in seinem letzten Rennen seiner Karriere noch einmal so richtig durch den Morast.

Simon Zahner kämpft sich in seinem letzten Rennen seiner Karriere noch einmal so richtig durch den Morast. Bild: Keystone

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«Es ist schwierig, die Gedanken einzuordnen und darüber zu reden. Denn Mitte Satz bleibt mir die Stimme im Hals stecken.» Simon Zahner steht in der Mixed Zone auf dem Gelände des Dübendorfer Flugplatzes, ausgepumpt, das Gesicht noch voller Dreck. Kaum verschnaufen kann der Dürntner, nachdem er das letzte Rennen seiner Karriere als 21. beendet hat. Die Emotionen übermannen den Fahrer des VC Meilen, doch er probiert sie unter Kontrolle zu halten und doch zu reden, so gut es eben geht.

Die Heim-WM in Dübendorf, sie war auch für Zahner der grosse Saisonhöhepunkt – und die Bekanntgabe seines Rücktritts am Freitag machte das Rennen für ihn noch viel spezieller. Als «Lokalmatador» wurde der 36-Jährige vor dem Start vom Platzspeaker vorgestellt – das Publikum quittierte mit viel Applaus. Viele waren auch seinetwegen gekommen, seine treusten Fans trugen Rockerjacken mit Zahners Konterfei auf dem Rücken. Sie sahen ein Rennen, in dem der Routinier «noch einmal alles liegen liess, was ich in meinen Beinen, meinen Armen und meinem Kopf fand». Während an der Spitze der Holländer Mathieu van der Poel eine Machtdemonstration ablieferte, kämpfte Zahner eigentlich das ganze Rennen lang um einen Rang in den Top 20. Erst in einer Gruppe, später alleine. «Anfang der letzten Runde habe ich den 17. noch gesehen. Aber irgendwann hat es mich verjagt. Ab da war es noch ein Heimfahren.»

Der «superschöne» Tag

Und auch wenn er die Gedanken daran, dass dies sein letztes Rennen ist, nicht völlig verdrängen konnte, bezeichnete Simon Zahner seine Abschiedsfahrt auch als Genuss. «In der letzten halben Runde sind noch jene Leute an der Strecke gestanden, die für mich gerufen haben. Es war ein superschöner Tag.»Superschön, obwohl das garstige Wetter für tiefen Morast sorgte und die WM-Rennen noch härter machte. Doch es passte zu Zahners Abschied, dass es noch einmal so richtiges Quer-Wetter war. «Das war mir völlig egal. Es ist eben unser Sport. Ich habe das genossen», sagte er.

Nach über 150 internationalen Querrennen und 13 Elite-Weltmeisterschaften verlässt Zahner nun eine Sport-Gemeinde, die er mit seiner Leidenschaft und seinem authentischen Wesen mitprägte. Was macht er heute, am Tag danach? Blöde Frage: «Es wird warm. Ich gehe wohl Velo fahren.»

Erstellt: 02.02.2020, 22:28 Uhr

Nachwuchs

Silber für Kevin Kuhn, Lara Krähemann in den Top 20

Einen Tag vor Simon Zahners Derniere ist ein junger Schweizer endgültig in dessen Fussstapfen getreten. Der Gibswiler Kevin Kuhn gewann im WM-Rennen der unter 23-Jährigen Silber – und damit die erste Schweizer WM-Medaille nach 20 Jahren. Damals hatten Julien Taramarcaz als Zweiter bei den Junioren und eben Simon Zahner als Bronzemedaillen-Gewinner der U-23-Kategorie reüssiert.

Neben Zahner haben drei jüngere Kräfte den VC Meilen an der WM in Dübendorf vertreten: Lara Krähemann fuhr auf Rang 16 bei den U-23, Fabienne Kipfmüller landete bei den Juniorinnen (U-19) im 36. Rang. (red)

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