Orientierungslauf

Goldene Premiere für Julia Jakob

Julia Jakob gewann am Donnerstag in Lettland mit der Schweizer Frauen-Staffel den Weltmeistertitel. Es war die erste WM-Medaille für die Richterswilerin überhaupt. Die favorisierten Männer holten nach einer Aufholjagd noch Silber.

Die Richterswilerin Julia Jakob (Mitte) strahlt mit ihren Staffel-Kolleginnen Elena Roos (links) und Judith Wyder nach dem Gewinn von WM-Gold um die Wette.

Die Richterswilerin Julia Jakob (Mitte) strahlt mit ihren Staffel-Kolleginnen Elena Roos (links) und Judith Wyder nach dem Gewinn von WM-Gold um die Wette. Bild: Swiss Orienteering/Remy Steinegger

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Die Entscheidung fiel zum Schluss in einem reinen Laufduell. Die Schweizer Schlussläuferin Judith Wyder, zeitgleich mit der Schwedin Tove Alexandersson gestartet, verfügte nach einem kräftezehrenden Parcours über mehr Power und lief mit 15 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Die Bernerin bewies damit eindrücklich, dass sie nach einer Babypause 2017 wieder in Topform ist.Zuvor hatten Elena Roos und die Richterswilerin Julia Jakob gute Vorarbeit geleistet. «Ich habe physisch sehr gelitten, bin aber solid gelaufen», bilanzierte Startläuferin Roos. Auch Jakob strahlte im Ziel: «Ich bin sehr zufrieden. Es lief wirklich gut.» Zwischenzeitlich habe sie zwar etwas schwammige Beine bekommen auf diesem in gewissen Abschnitten sehr technischen, in anderen sehr schnellen Lauf – kein Wunder, konnte doch die 27-jährige Primarlehrerin in den letzten Wochen aufgrund muskulärer Probleme nur eingeschränkt trainieren –, sie habe aber gekämpft und sei an der führenden Schwedin drangeblieben.

Dass es am Schluss zu Gold gereicht habe, sei einfach unglaublich und auch eine riesige Erlösung, freute sich Jakob. «Ich bin ja schon ein paarmal mit der Staffel gelaufen, doch es wollte nie klappen mit einer Medaille.» An der letzten WM beispielsweise in Estland waren die Schweizerinnen auf dem undankbaren 4. Rang gelandet. «Das war nicht einfach. Aber diesmal ist alles aufgegangen. Das ist wunderbar.»

Erster Titel seit 2014

Die Schweizerinnen und die Schwedinnen waren während des ganzen Wettkampfs stets nur durch wenige Sekunden getrennt. Bronze ging an die Läuferinnen aus Russland. Die im Aargau lebende Natalia Gemperle distanzierte zum Schluss die ­Norwegerin klar.

Letztmals hatte die Schweizer Frauenstaffel 2014 in Norditalien triumphiert. Wyder übernahm schon vor vier Jahren den letzten Abschnitt. 2012 beim Gold an der Heim-WM in Lausanne war dieser Part noch für Simone Niggli reserviert.

Männer in der Defensive

Die Schweizer Männer schlossen die Aufholjagd mit Silber ab. Am Ende fehlten Matthias Kyburz bloss noch vier Sekunden zum Schlussmann Norwegens.

Der Startläufer Florian Howald, der nach der Hälfte seines Abschnitts noch in Führung lag, hatte nach einem zeitraubenden Fehler bloss als 14. mit 1:22 Minuten Rückstand an Daniel Hubmann übergeben. Der Routinier stiess zwar auf Platz 9 vor, allerdings kam er dem Norweger nicht näher. Magne Dähli, der Schlussläufer der Skandinavier, startete schwach. Er fiel auf den 7. Zwischenrang zurück, unmittelbar vor Frankreich und der Schweiz. Dähli, Kyburz und Frédéric Tranchand rollten das Feld von hinten auf und liefen innerhalb von 10 Sekunden auf den Podestplätzen ein. «Ich wusste, dass noch nichts verloren ist», betonte Kyburz. «In diesem schwierigen Gelände verliert oder gewinnt man rasch eine Minute.»

An den Titelkämpfen in Lettland feierte die Schweiz bereits die Medaillen Nummer 7 und 8. Gold hatte sich auch bereits Daniel Hubmann nach dem Sprint umhängen lassen. (sda/su)

Erstellt: 10.08.2018, 09:31 Uhr

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