Tischtennis

Gekommen um sich zu verbessern

Sie ist neu in der Nationalliga A und tiefer klassiert als die Gegnerinnen. «Das muss nichts heissen», sagt Svenja Holzinger ­– und beweist das in Wädenswil mit grossen Fortschritten.

Svenja Holzinger geht es unbeschwert an: «Ich habe einfach Spass am Tischtennis und versuche vorwärts zu kommen.»

Svenja Holzinger geht es unbeschwert an: «Ich habe einfach Spass am Tischtennis und versuche vorwärts zu kommen.» Bild: zvg/swiss table tennis/René Zwald

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Svenja Holzinger hat Spass. Die Stimmung im Team sei «gut und ungezwungen», beschreibt sie. Zwar stellen die Aufsteigerinnen aus Wädenswil die am schwächsten eingestufte Equipe der Nationalliga A. Aber so ist kein Druck. «Gegen stärkere Gegner hat man nichts zu verlieren. Ausserdem kann man seine Grenzen ausloten und risikoreichere Taktiken versuchen», erzählt Holzinger. Das Spiel der Gegnerinnen sei tendenziell gerader und leichter zu durchschauen, aber auch schneller und sicherer.

Dass sie bereits im dritten Einsatz ein Einzel gewinnen würde, hatte die 17-Jährige aus Knonau nicht erwartet. Sie rechnete eher damit, nie zu siegen. «Die Gegnerinnen sind meist viel stärker klassiert. Aber wie man sieht, muss das nichts heissen», schmunzelt sie. Schon in der ersten Begegnung fehlte nur ein gewonnener Ballwechsel zum Erfolg über die langjährige NLA-Spielerin Jacqueline Weiss. Und in der dritten Partie besiegte Holzinger Rijana Zumbrunnen, die bereits 77 Begegnungen in der höchsten Liga bestritten hat.

Singen und Schreiben

Spielertrainerin Sonja Wicki sagt, sie sei mit Svenja Holzinger sehr zufrieden. «Sie hat noch Schwächen, bei denen sie anfällig ist. Wenn ihre Gegnerin das nicht merkt, ist sie aber brandgefährlich. Vor allem gelingt es ihr nun gut, zwischen Passiv- und Aktivspiel zu wechseln.» «Ich versuche taktisch zu spielen, damit nicht ich, sondern die Gegnerin Fehler macht», meint Holzinger. «Aber im Vergleich mit anderen habe ich weniger Sicherheit und Technik.»

Denn Svenja Holzinger besucht keine Sportklasse. Sondern in der Kantonsschule Limmattal in Urdorf die normale sechste Klasse mit musischem Profil und Schwerpunkt Musik mit Sologesang. «Ich singe sehr gerne», erzählt die NLA-Spielerin. Ausserdem liest sie gerne, schreibt selber Gedichte und kleine Geschichten und mag Katzen. Nach der Matura möchte sie Deutsch oder Literatur studieren. Schule und Sport kombinieren sei oft streng, findet die Teenagerin. «Ich habe lange Schule und muss viel lernen. Aber als ich anfing, mehr Tischtennis zu spielen, war ich schon auf dem normalen Gymnasisum. Und Tischtennis würde ich nie aufgeben.» Unter der Woche steht sie nur drei Mal am Tisch. «Ich habe aber auch kein grosses Ziel oder einen Traum, den ich im Tischtennis verwirklichen möchte. Ich habe einfach Spass am Spiel und versuche vorwärts zu kommen.»

Kleinen Zielen nachjagen

Sie finde es angenehmer, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen, anstatt «sich mit einem grossen Ziel in die Enge zu treiben». Zwar glaubt Svenja Holzinger, dass sie mit manchen Drucksituationen besser umgehen kann als andere. Und sie habe sicher ein Faible für Sport, sagt sie. Doch die Damen-Meisterschaft zu bestreiten, war lange kein Thema – weil es in ihrem Stammverein Affoltern nie genug Damen gab für Team.

In Wädenswil ist Svenja Holzinger rasch nach oben geklettert. Bereits hat sie die Ergebnisse erzielt für eine Erhöhung ihrer Klassierung von B11 auf B13. Die letzten zwei Partien der Vorrunde von Samstag und Sonntag kann sie aber nur als Zuschauerin mitverfolgen. «Ich habe mir den Fuss geprellt und eventuell etwas angerissen.» Passiert ist es im Schulsport. «Ich bin vom Trampolin zu weit abgesprungen und hinter der Matte auf dem Boden gelandet.» Nicht nur im Tischtennis hat die 17-Jährige einen grossen Sprung gemacht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.12.2017, 15:26 Uhr

Vielseitig aktiv

Svenja Holzinger spielt nicht nur Tischtennis. «Ich möchte auch andere Sportarten auszuprobieren», sagt die 17-Jährige. Derzeit spielt sie mit ihrer Mutter noch Volleyball in Cham. «Vor dem Tischtennis habe ich Karate gemacht und eine Zeit lang Trampolin. Ganz früher war ich im Schwimmverein», erzählt sie. «Beim Schwimmen habe ich gelernt, mich selbst zu fordern, beim Trampolin mutig zu sein und Neues auszuprobieren, und im Karate wurden wir Respekt vor dem Gegner gelehrt und haben viel Visualisierungstraining gemacht. Diese Erfahrungen helfen mir sehr, im Match ruhig zu bleiben.»(skl)

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