Badminton

«Ganz allein verantwortlich»

Jonas Schwarz hat sich ins Adliswiler NLA-Team gespielt und bestreitet Turniere der internationalen Future Series. Sein Alltag ist ganz auf Badminton ausgerichtet – noch mindestens eineinhalb Jahre.

Im Sihlsports in Langnau leitet Jonas Schwarz Badminton-Kurse. Seinen Kaffee trinkt er auch dort schwarz.

Im Sihlsports in Langnau leitet Jonas Schwarz Badminton-Kurse. Seinen Kaffee trinkt er auch dort schwarz. Bild: Stefan Kleiser

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Was hat Sie dazu bewogen, einen schwarzen Kaffee zu bestellen?
Jonas Schwarz: Ich trinke den Kaf­fee schwarz, weil man so am besten schmeckt, wie er ist.

Ist schwarzer Kaffee auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nein. Most oder Orangensaft ­habe ich auch gerne. Oft trinke ich Wasser.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Fast alles, ausser Exotisches wie Meeresfrüchte. Ich mag Raclette und Fleisch. Raclette habe ich diesen Winter zwar noch nicht gegessen, aber Fondue.

Wie sieht es mit den eigenen Kochkünsten aus?
Ich koche nicht sehr vielfältig. Teigwaren bekomme ich aber hin. Lasagne habe ich auch schon gekocht. Am Mittag esse ich meistens auswärts. Am Dienstag bin ich zu Hause, dann kochen ich und mein Bruder Timon gemeinsam.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Eigentlich nicht besonders. Es gibt Sportarten, da muss man mehr darauf achten. Ich selbst schaue, dass ich nicht zu viel ­Unfug esse. Ich esse nach dem Prinzip Kaiser, König, Bettler, was die Mengen angeht. Ich frühstücke gut; am Mittag esse ich oft Teigwaren, am Abend Proteine. Manchmal esse ich auch zweimal zu Abend: einmal vor und einmal nach dem Training.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Ich leite im Sihlsports in Langnau Kurse und gebe auch Einzellektionen. Meistens kombiniere ich das mit einem Training, weil ich eine Stunde Anfahrtsweg ­habe. Daneben leite ich auch Trainings für Junio­ren und Erwach­sene im BC Adliswil und Junio­ren­trainings in Nürensdorf. Dort habe ich als Junior mit Badminton angefangen und kann so etwas zurückgeben.

Planen Sie eine berufliche Zukunft als Badminton-Trainer?
Eher nicht. Ich möchte mein ­Leben nicht ganz auf Badminton ausrichten. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.

Aber ist Ihr Leben nicht ganz auf Badminton ausgerichtet?
Doch, schon. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dies das ganze Leben so zu machen. Ich plane, in eineinhalb Jahren ein Studium zu beginnen. Was für eines, weiss ich im Moment aber noch nicht.

«Ich bin zufrieden mit dem, was ich mache.»Jonas Schwarz

Sie waren früher Doppelspieler, fokussieren jedoch seit zwei Jahren auf das Einzel. Warum?
Das Schöne am Einzel ist, dass nur du auf dem Feld stehst. Du bist ganz allein verantwortlich.

Welchen sportlichen Anlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Ich glaube, das war ein Wettkampf meiner Mutter, als sie Leichtathletik machte, Speerwurf! Zuletzt hat Darts mein ­Interesse geweckt, und ich schaue American Football.

Wie sind Sie zum Badminton gekommen?
Durch die Eltern. Mein Vater und meine Mutter haben in Nürens­dorf gespielt und mich von klein an ins Training mitgenommen. So kam ich als Erstklässler in den Club.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Da ist nichts, was ich an die ­grosse Glocke hängen könnte. Auch nichts besonders Schlimmes. Interclub spielen macht Spass, weil man im Team ist. Sonst ist man im Badminton ja eher auf sich alleine gestellt.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie die NLA-Doppelrunde vom Wochenende in Angriff?
Ich erwarte, dass wir eine ­gute Teamleistung zeigen, uns gegenseitig unterstützen – und den ersten­ Sieg erzielen.

Warum hat es bisher mit dem Gewinnen nicht geklappt?
Dafür gibt es viele Gründe. So gibt es kein Team in der Liga, das nicht stark ist. Die meisten von uns jungen Spielern haben noch nicht ganz Nationalliga-A-Level. Auch ich nicht. Letzte Saison spielte ich siebenmal, gewann ein Doppel, aber kein Einzel. Diese­ Saison wollte ich mehr ­Siege erzielen, aber es klappt noch nicht ganz.

Am letzten Wochenende haben Sie knapp die Qualifikation für das Finalturnier der Schweizer Meisterschaft verpasst. Was lief schief?
Nach dem Sieg in der Gruppe habe­ ich das Finalspiel der Qua­lifikation verloren. Zuletzt gewann ich nur wenige Spiele, ­dar­um bin ich zufrieden mit dem Gruppensieg. Aber am Ende war ich körperlich angeschlagen.

Die besten Spieler der Schweiz trainieren zentral in Bern.Wann wird das für Sie auch zum Thema?
Ich bin immer wieder am Über­legen, ob ich nach Bern gehen will. Aber hingehen wollen und hingehen dürfen ist nicht das Gleiche. Ich habe das Level für Bern noch nicht.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Null Minuten. Dafür habe ich ­keine Zeit. Okay, vielleicht zwei Minuten, um die Zähne zu putzen.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit niemandem. Ich bin zufrieden mit dem, was ich mache.

Welche Person bewundern Sie?
Die anderen Schweizer Badmintonspieler, die besser sind als ich. Ein paar Spieler aus der Welt­spitze wie Kento Momota und Viktor Axelsen, weil ich weiss, was es braucht, um in der Weltrangliste so weit nach vorne zu kommen. Und meine Eltern für das, was sie für mich getan haben.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Es gibt zwei Arten von Wochenenden: solche mit Match und ­solche ohne. Wenn kein Spiel ist: Ausschlafen, Erholen vom Training, mit Kollegen abmachen, zusammen­sitzen, kochen, spielen, zum Beispiel «Dog».

Ihr Lieblingssong?
«Whatever It Takes» von Ima­gine Dragons.

Ihr Lieblingsfilm?
«Intouchables».

Ihr Lieblingsbuch?
Ich lese nicht so viel beziehungsweise nicht so gerne.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Mit meinem Vater und mit meinem Bruder. Wir bereisen im April zehn Tage Israel. Wir schauen uns Sehenswürdigkeiten an.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Ich habe keines. (lacht)

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich habe viel Geduld.

Was macht Sie glücklich?
Badminton spielen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Kontakte und Kommunikation.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Wie alt bin ich jetzt? 21. Also ­spiele ich immer noch Bad­minton. Und ich werde etwas Nor­ma­les arbeiten. Ich werde wohl nicht mehr so Badminton spielen wie heute, aber NLA oder NLB spielen ist mit 31 sicher noch möglich.

Erstellt: 26.01.2018, 11:17 Uhr

Worum gehts?

Die Adliswiler stehen am NLA-Tabellenende. In den verbleibenden fünf Begegnungen müssen die Sihltaler elf Punkte aufholen, um den Abstieg in die Nationalliga B noch zu verhindern. Am Samstag ist Leader Uzwil in der Adliswiler Sporthalle Tüfi zu Gast; am Sonntag reisen die Sihltaler zum Vorletzten Union-Tafers. Jonas Schwarz hat diese Saison in der NLA vier Einzel und zwei Doppel bestritten, blieb aber wie sein Team bisher ohne Erfolg. Im Ranking von Swiss Badminton, in dem auch alle Ausländer gelistet sind, belegt er aktuell Position 40.(skl)

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