Horgen

Für Horgen ist wieder alles möglich

Vor einem Jahr war Horgens Torhüter Luka Petricevic einer der Schlüsselspieler beim Gewinn des Meistertitels. Nun will der Kroate mit dem Team ab heute Donnerstag in den Playoffs erneut erfolgreich sein.

Luka Petricevic ist Horgens Rückhalt zwischen den Pfosten; der Kroate weiss genau, wo die Gegenspieler den Ball hinwerfen.

Luka Petricevic ist Horgens Rückhalt zwischen den Pfosten; der Kroate weiss genau, wo die Gegenspieler den Ball hinwerfen. Bild: André Springer

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Gelingt es Luka Petricevic noch einmal, die Horgner Wasserballer zum Titel zu hexen? 2015 war der kroatische Goalie der Meistermacher am Zürichsee. Zwei der vier Finalpartien gegen Lu­gano wurden im Fünfmeterwerfen ­entschieden; beide Male behielten die Horgner das bessere ­Ende für sich. Dank Petricevic, dem frühe­ren Junioren-Vize-Welt­meis­ter aus Sibenik, dem Studenten in Tourismus Management, dem besten Keeper der NLA.

«Als Torwart musst du die ­Ruhe bewahren und einen klaren Kopf», sagt Petricevic: «Du darfst deine Nervosität nicht zeigen, musst Selbstbewusstsein ausstrahlen. Und dir die Schwächen in Erinnerung rufen, die eigenen und die des Gegners.» Er wisse von jedem Spieler, wohin er ­werfe, versichert der 31-Jäh­rige. «Jeder Spieler hat eine Lieblingsecke. In den entscheidenden ­Momenten wirft er dorthin.» So einfach ist das. Am Ende war alles «eine grosse Party».

Alle spielen gerne mit ihm

Der Trainer ist des Lobes voll über seinen Keeper, der 2010 zum ersten Mal den Horgner Kasten hütete. «Er hat ganz viele gute Eigenschaften, die die Mannschaft nach vorne bringen», sagt Lukasz Kieloch. «Zum Beispiel seine ruhige Art. Luka ist immer voll motiviert, er ist angesehen und hilfsbereit.» Petricevic sei nicht nur ein toller Torwart. «Er ist ein guter Mensch. Alle spielen gerne mit ihm im Team.»

Aber nicht immer war alles gut. Im Sommer 2013 verlängerte der Klub den Vertrag mit dem Torhüter nicht mehr und verpflichtete stattdessen einen zweiten ausländischen Feldspieler. Dabei hatte kein Team weniger Gegentore kassiert. «Ich war überrascht, und ich erfuhr es spät», erinnert sich Petricevic. So blieb ihm in der Heimat nur ein Platz in der zweiten Liga.

Doch ein Jahr später wurde Petri­cevic zurückgeholt; Horgen gewann die Meisterschaft. Die jungen Spieler von 2010 hätten nun Erfahrung, kennt Petricevic das Erfolgsgeheimnis. Mit den ausländischen Spielern habe sich ein guter Mix ergeben, der neue Trainer habe für frischen Wind gesorgt. «Um Erfolg zu haben, brauchst du mindestens zwei Spieler, die eine Partie drehen können. Wir hatten letzte Saison sieben solche Spieler.»

«Mussten uns erst finden»

Und dieses Jahr? «Wir sind nicht gut gestartet», gesteht Petricevic. Nach durchzogenen Ergebnissen wurde auch Kritik laut. Das kann der Torwart nicht verstehen. «Die Erwartungen waren nicht realistisch. Letztes Jahr hatten wir nur zwei Wechsel im Team, nun viel mehr.» Auch auf einer der zwei Ausländerpositionen gab es eine Veränderung. «Wir mussten uns zuerst finden.» Doch seit dem 6. Mai haben die Horg­ner nur ein Spiel verloren, sich auf Rang 2 vorgearbeitet und sich so direkt für die Playoff-Halbfinals qualifiziert. In diese steigen sie heute Abend mit dem Heimspiel gegen Kreuzlingen. Luka Petri­cevic hat in der Qualifikation noch weniger Tore zugelassen als in der Meistersaison, nämlich nur noch sieben pro Partie. Er ist deshalb überzeugt: Es ist erneut alles möglich. «Vor einem Jahr gewannen wir den Meistertitel mit Willen und Teamgeist.» Jetzt sei der Teamgeist ähnlich gut wie 2015.

Erstellt: 07.07.2016, 08:44 Uhr

Playoff-Halbfinal

Duell auf Augenhöhe zu erwarten

Wie erwartet heisst Horgens Halbfinal-Gegner Kreuzlingen. Die Thurgauer, von den Horgnern in der letzten Quali-Runde auf Rang 3 verdrängt und somit in die Zwischenrunde verbannt, machten dort mit Basel kurzen Prozess (24:9, 20:9).

In der am Donnerstag (7. Juli) beginnenden Best-of-5-Serie ist mit einem Duell auf Augenhöhe zu rechnen. In den Direktbegegnungen dieser Saison gab es je einen Sieg plus ein Remis, wobei die Horgner öfter trafen und sich deshalb vor den punktgleichen Kreuzlingern klassierten. Darum geniessen sie auch Heimrecht. (as)

2018 läuft Petricevics Vertrag aus

Nun Wasserball, nachher Tourismus

Die Zukunft ist rosig in Hor­­gen. «Im U15-Team gibt es gute Spieler», stellt Luka Petricevic fest. «Arbeiten sie so weiter wie bisher, kann Horgen mindestens 15 Jahre auf sie zählen.» Noch bräuchten die Talente aber Vorbilder, denen sie nacheifern könnten. Petricevic ist eines von ihnen. Aber wohl nur bis 2018, wenn sein Vertrag ausläuft. Derzeit studiert der 31-Jährige in seiner Heimatstadt Sibe­nik Tourismus Management. Nach Horgen kam er einst, da er in Kroatien von Wasserball nicht leben konnte. Im Tourismus ist das möglich. In eineinhalb Jahren will Petricevic das Studium abschliessen und dann Arbeit suchen. Den ersten Schritt in den Tourismus machte er vor zwei Jahren im Solaris Resort bei ­Sibenik – als Life Guard. (skl)

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