Eschenbach

Frischknecht bezahlt Lehrgeld

Den Podestplatz schien Andri Frischknecht auf sicher zu haben. Doch dann wurde der Feldbacher von Fabien Canal noch auf Platz 4 verdrängt. Marcel Wildhaber, sein Klubkollege vom VC Eschenbach, musste sich mit Rang 9 begnügen.

Hatten beide das Nachsehen: Die VCE-Fahrer Andri Frischknecht (links) und Marcel Wildhaber litten bei nasskalten Bedingungen.

Hatten beide das Nachsehen: Die VCE-Fahrer Andri Frischknecht (links) und Marcel Wildhaber litten bei nasskalten Bedingungen. Bild: Patrick Gutenberg

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Nicht druckreif waren die Worte, mit denen Andri Frischknecht nach der Zieldurchfahrt seinem Ärger Luft verschaffte. Sie galten aber nicht einem Kontrahenten, sondern ihm: «Ich habe es selbst vermasselt», stellte er klar. Im langen Aufstieg hatte sich der 23-Jäh­rige nämlich von Nicolas Cleppe absetzen können und Rang 3 vermeintlich auf sicher. Auf der Brücke bei der Techzone habe er sich nochmals umgeschaut, da sei der Belgier weit weg gewesen. Im Tarndress der Equipe cycliste armée de terre pirschte sich jedoch – von Frischknecht unbemerkt – Canal heran.

Die warnenden Worte seiner Mutter hörte der Feldbacher in der Schlaufe vor dem Zielgelände zwar, aber da war es bereits zu spät. Canal, der bei der letzten Zielpassage noch 15 Sekunden Rückstand aufgewiesen hatte, flog dank bester Rundenzeit regel­recht an ihm vorbei. «Ich dachte, ich hätte das Rennen um den letzten Podestplatz unter Kontrolle und habe mich nicht bis zuletzt gequält», gestand Andri Frischknecht, nachdem er eine warme Dusche genossen hatte.

Platz 2 genügt zum Triumph

So schaute sein Scott-Team­kollege Marcel Wildhaber etwas verdutzt, als Frischknecht die Gratulationen zum vermeint­lichen Podestplatz zurückwies. Auch der 32-Jährige hatte in der Schlussphase abgebaut. Bei Rennhälfte hatte der Gesamt­leader noch die Verfolger des Spitzenduos Marcel Meisen und David van der Poel angeführt. Auf der drittletzten von zehn Runden fühlte sich Wildhaber so gut, dass er im Aufstieg attackierte. «Dabei habe ich wohl etwas überdreht, prompt bin ich in der Abfahrt gestürzt.» Weil er dabei im nassen, kalten Schnee landete, sei er fast erfroren. «Ich fühlte mich wie ein Betrunkener; die Koordination stimmte überhaupt nicht mehr», berichtete der Pechvogel, der noch auf Platz 9 durchgereicht wurde. Obwohl er sich wärmer angezogen hatte als in Madiswil, wo die Fahrer von einem Schneesturm überrascht worden waren, litt er unter der nassen Kälte. «Das Eiswasser, das an Füsse und Beine spritzte, war brutal.»

«Ich dachte, ich hätte das Rennen unter Kontrolle.»Andri Frischknecht

Weil Wildhaber auch noch vom Gesamtzweiten Nicola Rohrbach überholt wurde, schmolz sein Vorsprung vor dem sechsten und abschliessenden Rennen der EKZ-Cross-Tour am 2. Januar in Meilen auf 29 Punkte zusammen. Wenn Rohrbach gewinne, reiche ihm aber ein 2. Rang zum erneuten Gesamtsieg, blickte Wildhaber, der danach bei den Aufräumarbeiten mithalf, voraus. Zuerst stehen allerdings noch die Weltcup-Rennen in Namur und Heusden-Zolder auf dem Programm.

Zahners Fehlstart

In Belgien hofft Simon Zahner auf mehr Wettkampfglück als in Eschenbach. Der 34-Jährige hatte seine gute Ausgangslage in der ersten Startreihe gleich selbst ­zunichtegemacht: «Ich kam mit dem freien Fuss nicht in die ­Pedale rein und riss beim Hochziehen den zweiten auch gleich raus», schilderte er sein Missgeschick, das ihn aus den Top 20 fallen­ liess. Da er sich im Getümmel die Schaltung eindrückte, musste Zahner nach einer halben Runde zudem das Rad wechseln. «Danach­ war nur noch Schadensbegrenzung angesagt.» Was ihm mit Rang 11 gelang. Denn in der Endabrechnung könne jeder Punkt wichtig sein – wie er vor Jahresfrist schmerzlich erfahren musste, als er als Fünfter das Podest um fünf Zähler verpasste.

Ebenfalls nicht zufrieden war Michael Wildhaber. Die in seinem­ letzten Heimauftritt anvisier­ten Top 15 verpasste der Eschenbacher um eineinhalb Minu­ten. Dem 27-Jährigen, der Ende Saison zurücktritt, blieb Platz 19. «Ich beging zu viele kleine­ Fehler», lieferte er als Begrün­dung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.12.2017, 08:50 Uhr

Resultate der Frauen

Einen Podestplatz für den ver­anstaltenden VC Eschenbach fuhr bei den Frauen Nicole Koller her­aus. Die 20-Jäh­rige aus Schme­rikon hielt Pavla Havlikova, die Gesamtleaderin der EKZ-Cross-Tour aus Tschechien, erfolgreich auf Distanz und wurde Dritte. Der Sieg ging an Titelverteidigerin Eva Lechner aus Italien; Platz 2 sicherte sich Jolanda Neff, die von einer Equipe des Schweizer Fernsehens begleitet wurde.

In ihrem ersten Quer-Rennen der Saison zog Nicole Koller weni­ger Aufmerksamkeit auf sich. Mit ihrer Leistung zeigte sich die Lokalmatadorin jedoch sehr zufrieden: «Ich sass erst zum fünften Mal auf dem Quervelo und hätte nicht gedacht, dass es fürs Podest reichen würde.» Die Mountainbikerin absolviert in Magglingen die Spitzensport-RS und wird heute Montag und morgen Dienstag Leistungstests absolvieren. «Ich habe schon heute gesehen, dass ich auf dem richtigen Weg bin», sagte Koller nach ihrem Heimrennen. Über einen Start in Meilen werde sie spontan entscheiden, an der SM wird sie fehlen. Mit der Nationalmannschaft steht Mitte Januar ein erstes Trainingslager auf Gran Canaria an. (db)

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