Tischtennis

Fortschritte machen ohne Sieg

Die Wädenswilerinnen bleiben in der höchsten Spielklasse erfolglos. «Für uns müsste es eine Liga zwischen der Nationalliga A und B geben», erklärt Trainerin Sonja Wicki.

Sonja Wicki hat als (Spieler-)Trainerin des TTC Wädenswil mit ihrem jungen Team in der Nationalliga A einen schweren Stand.

Sonja Wicki hat als (Spieler-)Trainerin des TTC Wädenswil mit ihrem jungen Team in der Nationalliga A einen schweren Stand. Bild: Patrick Gutenberg

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Zehn Spiele, null Siege: So lau­tete letzte Saison die Bilanz der Frauen des TTC Wädenswil in der Natio­nalliga A. Aber das fand niemand schlimm. Es war ja die erste Spielzeit nach dem Aufstieg, und die Juniorinnen Svenja Holzinger und Ursina Stamm, deret­wegen der Verein den Sprung nach oben gemacht hatte, standen zuvor noch nie in der höchsten Spielklasse an der Platte. Dass trotz des sportlichen Abstiegs der Ligaerhalt am grünen Tisch gelang, war sehr willkommen.

Nur: In der laufenden Meisterschaft verliessen die Wädenswilerinnen die Halle bisher ebenfalls immer als Verliererinnen. Und nach der Vorrunde sind die Bilanzen von Holzinger (1:9) und Stamm (0:10) noch schlechter als in der Vorsaison. War der Entscheid, einen weiteren Winter in der NLA zu spielen, falsch? Diese Frage habe sie sich vor einer Woche­ nach der Niederlage gegen Young Stars Zürich erstmals auch gestellt, gesteht (Spieler-)Trainerin Sonja Wicki: «Weil die Enttäuschung greifbar war.»

Immer viel bessere Gegner

Für das Derby hatten sich die Wädenswilerinnen etwas ausgerechnet. Das Heimspiel von letzter Sai­son gegen die Young Stars war nur knapp 3:6 verloren gegangen. Ohne Wicki. Nun steuerte die ehemalige Schweizer Einzel-Meisterin zwei Siege bei. «Dar­um hätte man schon von einem Erfolg­ träumen dürfen», erklärt Wicki. Doch ihre Siege waren die einzigen, die Partie gegen den ers­ten schlagbaren Gegner en­dete 2:6.

«Ich sehe nicht, welches Team über die gesamte Saison schlechter sein sollte als wir.»Sonja Wicki

«Ich bin aber nach wie vor davon überzeugt, dass wir richtig entschieden haben», meint Sonja Wicki mit Blick auf die langfris­tige Entwicklung. Aktuell sei die Situation schwierig, gibt sie zu. Weil die Nationalliga A noch einmal stärker besetzt ist als in den vorherigen Jahren. «Bis auf das Spiel gegen YSZ sind wir immer auf A-klassierte Gegnerinnen getroffen», bilanziert Wicki. Svenja Holzinger und Ursina Stamm aber sind erst B14 und B11 eingestuft. Und Julia Bodmer B15; aller­dings fällt sie derzeit wegen einer Schulterverletzung aus.

Zwar sei Stamm gut in Form und werde zum Jahreswechsel auf B14 hochklassiert. A-klassierte Gegnerinnen zu bezwingen sei für sie und Holzinger aber nicht an der Tagesordnung, urteilt Wicki. Weshalb es in der NLA viele Niederlagen absetzt. «Die Gefahr ist, dass der Frust gross ist und sie die Lust am Tischtennis verlieren. Dann hätten wir mit dem Start in der Nationalliga A auch langfristig nichts gewonnen.» Derzeit stünden aber noch alle dahinter, betont Wicki.

«Wir sind die Absteiger»

Und auch ein Abstieg wäre kein Unglück – sondern der Normalfall. «Ich sehe nicht, welches Team über die gesamte Saison schlechter sein sollte als wir», sagt Sonja Wicki. «Wenn nicht alle­ anderen Teams mit der Ersatzspielerin der Ersatzspielerin antreten, werden wir die Absteigerinnen sein. Aber ich hoffe, dass wir nicht ohne jeden Erfolg absteigen werden.»

In der Nationalliga B würden Svenja Holzinger und Ursina Stamm wieder zu Siegspielerinnen und könnten den direkten Wiederaufstieg anpeilen. Am falschen Ort wären sie auch in der zweithöchsten Spielklasse nicht, glaubt die (Spieler-)Trainerin. «Dort sind auch Spielerinnen, die den Ball treffen. Eine Saison in der Nationalliga B, das würde keine Saison nur zum Abspulen.» Aber Wädenswil wäre wohl favorisiert. Sonja Wicki sagt dar­um: «Es müsste für uns noch eine Zwischenliga geben.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.12.2018, 14:52 Uhr

Im Lift

Die Wädenswiler Frauen sind in der Nationalliga A sieglos – seit eineinhalb Jahren. Soll das Team deswegen auf den Start in der höchsten Liga verzichten? «Wir machen es so lange, wie die Spielerinnen motiviert sind», sagt Sonja Wicki. «Für mich als Trainerin ist es auch okay, wenn es immer rauf und runter geht.» Das Wichtigste sind die Fortschritte ihrer Schützlinge. Aber für Wicki ist klar: «Wenn sich in der Nationalliga A nichts ändert, wird es wohl noch fünf Jahre so weitergehen» – mit wenigen Siegen. Und in fünf Jahren? «Dann sind Ursina Stamm und Svenja Holzinger gut genug, um gegen die anderen Teams etwas ausrichten zu können.» (skl)

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