Rad

Forster erreicht sein Winterziel

An der Radquer-SM in Steinmaur wurde Lars Forster seiner Favoritenrolle gerecht. Der in Neuhaus wohnhafte Joner verwies auf dem technisch anspruchsvollen Parcours Simon Zahner vom VC Meilen auf Platz 2.

Diese Kurve nimmt Silbermedaillengewinner Simon Zahner noch vor Meister Lars Forster, der im Gegensatz zu Marcel Wildhaber (links) auf dem Velo bleibt.

Diese Kurve nimmt Silbermedaillengewinner Simon Zahner noch vor Meister Lars Forster, der im Gegensatz zu Marcel Wildhaber (links) auf dem Velo bleibt. Bild: Francisco Carrascosa

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«Bei der Besichtigung am Sonntagmittag hätte ich heulen können», sagte Simon Zahner. Rutschig präsentierte sich die 2,5 km lange Schlaufe im Zürcher Unterland. Dabei hätte der Routinier vom VC Meilen trockene, schnelle Verhältnisse, wie sie noch am Samstag geherrscht hatten, bevorzugt.

Die Flinte deswegen ins Korn zu werfen, entspräche dem 34-Jährigen nicht. Und er war letztlich der Einzige im 19-köpfigen Starterfeld, der Lars Forster fordern konnte.Schon bei der zweiten Zielpassage führte das Duo das Feld an. Und Zahner hängte sich dem Favoriten nicht einfach ans Hinterrad, sondern leistete immer wieder Führungsarbeit.

In der sechsten von acht Runden vermochte sich Forster allerdings von seinem zehn Jahre älteren Kontrahenten abzusetzen. Noch einmal kam Zahner heran. «Dann zündete ich die Rakete», sagte Forster, der bis ins Ziel einen Vorsprung von 22 Sekunden herausfuhr.

Selbstbewusster Olympionike

Für den 24-Jährigen vom VC Eschenbach war es nach 2016 der zweite Meistertitel bei der Elite, nachdem er bereits je zweimal als Junior und U-23-Fahrer triumphiert hatte. «SM-Gold war mein Winterziel», erklärte der Olympiateilnehmer von Rio. Entsprechend habe er sein Training auf das Rennen von Sonntag ausgerichtet. Von Forsters Selbstvertrauen zeugte auch, dass er sich im Vorfeld der SM selbst als Favorit bezeichnet hatte. «Einer muss es ja sein», schmunzelte der Schweizer Meister. Zudem habe er sich sehr gut gefühlt. Dass der Untergrund rutschig und deshalb technisch schwierig zu befahren war, kam seinen Fähigkeiten ebenfalls entgegen.

Diese will der Mountainbiker Forster noch zweimal in Quers unter Beweis stellen – nächsten Sonntag am Weltcup im französischen Nommay und am 4. Februar an der WM im holländischen Valkenburg. Aber zuerst werde jetzt einmal etwas gefeiert. Keinen Grund zur Freude hatte sein Klubkollege Marcel Wildhaber. Der Gesamtsieger der EKZ-Cross-Tour, der zum Jahreswechsel unter gesundheitlichen Problemen gelitten hatte, konnte die Pace an der Spitze nach zwei Runden nicht mehr mithalten und wurde Sechster.

Rang 13 zum Abschied

Von einer erkämpften und verdienten Silbermedaille sprach Simon Zahner. Dem Zürcher Oberländer vom VC Meilen stand an einer SM in Steinmaur bereits zum dritten Mal einer vor der Sonne. 2007 war dies Christian Heule gewesen, 2013 Julien Taramarcaz. So lange vorne mitgehalten zu haben, mache ihn stolz, sagte der 34-Jährige. «Physisch bin ich zwäg.» Entsprechend gross sei seine Vorfreude auf die letzten beiden Weltcups und die WM. An seinem Lieblingsrennen in Hoogerheide stand er 2013 auf dem Podest und in Valkenburg erzielte er letzte Saison sein bestes Resultat im Weltcup.

Mit einem 13. Platz verabschiedete sich Michael Wildhaber aus Eschenbach von der Radquer-Bühne. Der 27-jährige Cousin von Marcel Wildhaber hängt sowohl sein Quervelo als auch sein Mountainbike an den Nagel. «Das Resultat war nicht gerade überwältigend, dafür der Empfang im Ziel umso mehr», sagte der zurücktretende Michael Wildhaber. Mit dem Radsport bleibt er als Teammanager sei­ner­ Mannschaft Tower Sports VC Eschenbach verbunden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.01.2018, 10:01 Uhr

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