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«Es waren Emotionen pur»

Jonas Raess aus Langnau lief an der Cross-EM in Chia auf Sardinien auf den erstaunlichen 17. Platz in der Kategorie U23.

Jonas Raess (rechts) hat schwere Zeiten hinter sich. Umso mehr freut sich der 22-jährige Langnauer über seine Leistung an der Cross-EM.
Jonas Raess (rechts) hat schwere Zeiten hinter sich. Umso mehr freut sich der 22-jährige Langnauer über seine Leistung an der Cross-EM.
Keystone

Nur Christoph Ryffel mit seinem 6. Rang im Jahr 2009 hat an einer Cross-EM als Schweizer schon besser abgeschnitten in der Kategorie U23 der Männer als Sie. Ihre Einschätzung?

Jonas Raess: Dieses Resultat ist schlicht genial. Nach dem bereits sehr befriedigenden 33. Rang im letzten Jahr in Frankreich steckte ich mir für mein letztes U23-Jahr ein enorm hohes Ziel: eine Klassierung in den besten 20. Erst als ich die Startliste mit meinem Coach Gian Marco Meier studierte, wurde mir klar, was das heisst: 22 Widersacher figurierten darauf, die bessere Leistungen aufweisen als ich. Das war eine Ansage. Jeden Vierten von ihnen musste ich hinter mir lassen.

Welche Taktik führte zum Erfolg?

Mir war klar, dass einige Teilnehmer ausser Reichweite liegen würden. Ich ging aber auch davon aus, dass etliche dem Rhythmus dieser Besten folgen und diesem nicht gewachsen sein würden. Dem hielt ich entgegen. Schon zu Beginn liess ich den Schnellzug an der Spitze ziehen. Vielmehr achtete ich auf einen ökonomischen Laufstil und darauf, meinen Rhythmus zu finden. Dieses Rezept führte zum Erfolg, auch wenn ich mich zwischenzeitlich an 33. Position befand. Auf die Zielgerade bog ich als 19. ein. Dann packte ich meine Qualitäten als 1500-m-Schweizer-Meister aus und überspurtete noch zwei Konkurrenten.

Sie liefen mit einer Siegesgeste über die Ziellinie. Wie beschreiben Sie Ihre ersten Gedanken?

Es waren Emotionen pur. Freudentränen traten in die Augen.17. in Europa, gegen alle zusammen, die besten Langstreckler, die Mittelstreckenspezialisten, die Strassenläufer. Das zu beschreiben, ist fast nicht möglich.

Wenn Sie das Resultat in Kontext stellen mit allen bisherigen Resultaten.

Dieser 17. Rang ist das Nonplusultra. Das zeigt sich auch aus grösserer Distanz, etwa am Kilometerschnitt für die 7,97 km: 2:57 Minuten, Naturbelag, Hindernisse, künstliche Hügel inbegriffen.

Was dürfte diese Cross-EM bei Ihnen bewirken?

Ansporn, Motivation für die Zukunft. Für die weiteren Rennen, meine Ziele. Dieses Resultat beweist den Schritt nach vorn. Dieser wird sich auch in der nächsten Bahnsaison zeigen. Die Qualifikation für die Universiade rückt näher. Dieses Resultat vermittelt Selbstvertrauen. Und es ist Beweis dafür, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Das Überwinden von schweren Zeiten.

Woran denken Sie?

Vor allem an die Knieverletzung, welche mich von 2012 bis 2014 am Laufen hinderte. Welche eine Operation nötig machte, Geduld forderte, einen hinterfragten Wiederaufbau verlangte. Das macht mich dankbar gegenüber jenen Bezugspersonen, die immer an mich glaubten: die Familie, die Sponsoren, vor allem aber auch für die Betreuung und Anleitung im LC Regensdorf, insbesondere Gian Marco Meier und Ruedi Meier.

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