Es geht wieder aufwärts

Martina Kocher (Rodeln).

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Der Olympiawinter begann für Martina Kocher alles andere als optimal. Ende Oktober erkältete sich die 32-jährige Rodlerin des BC Zürichsee. Daraus entwickelte sich in der Folge eine hart­näckige Infektion der Atemwege. Körperlich geschwächt musste sie sich beim Weltcupauftakt in Innsbruck mit dem 23. und vorletzten Rang begnügen. «Hätte ich nicht unbedingt ein Resultat gebraucht, um die Olympia­selektionskriterien zu erfüllen, wäre ich zu den ersten Rennen gar nicht angetreten», betont die Sportlehrerin. Sie sei teilweise mit Fieber gefahren, habe in der Bahn unter Atemnot gelitten. «Das war fast schon kriminell», blickt sie zurück.

Das Risiko zahlte sich insofern aus, als sie mit den Rängen 12 in Winterberg (GER) und 9 in Calgary (CAN) die noch geforderten Klassierungen erreichte. Das Rennen dazwischen im deutschen Altenberg liess sie aus, ebenso den Wettkampf zuletzt in Lake Placid (USA). Der Entscheid dazu fiel nach reiflicher Überlegung und in Absprache mit ihrem Team, welches aus Vater Heinz, der sie betreut und managt, sowie dem ehemaligen Weltcupfahrer Stefan Höhener, der sie trainiert und sich auch um ihr Material kümmert, besteht. «Das Wichtigste war, wieder wirklich gesund zu werden», begründet sie. Nach der Saisonvorbereitung sei sie so «parat» wie noch nie gewesen, hält Kocher fest und schätzt: «Nun bin ich vielleicht wieder bei 90 Prozent – und realisiere erst, wie geschwächt ich wirklich war.»

Vergangene Woche trainierte Kocher in Oberhof, in dieser tut sie es in La Plagne (FRA), welches nur knapp drei Autostunden von ihrem Wohnort Bern entfernt ist und deshalb quasi ihre Heimbahn beherbergt. «Es geht aufwärts», zeigt sie sich zufrieden und ist zuversichtlich, bis im Februar zu alter Stärke zurückgefunden zu haben.

Sollte dem so sein, ist der 32-Jährigen bei ihrer bereits vierten Olympiateilnahme ein erster Medaillengewinn zuzutrauen. Im Weltcup schaffte sie es zwar noch nie aufs Podest, an den vergangenen zwei Weltmeisterschaften bewies sie allerdings, dass sie am Tag X zu Grossem ­fähig ist. 2016 wurde sie Weltmeisterin im nicht-olympischen Sprint und Zweite im Einzel-Wettbewerb. Und 2017 lieferte sie mit Silber im Sprint die Bestätigung. (su)

Erstellt: 04.01.2018, 12:16 Uhr

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Am 9. Februar werden in Pyeongchang die XXIII. Olympischen Win­ter­spiele eröffnet. Die ZSZ begleitet in loser Folge Olympiakan­didaten bei ihren Vorbereitungen.

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