Volleyball

Er ging fort, um Risotto zu kochen

Jeremy Tomasetti ist nicht nur jener Spieler in der Joner Nationalliga-A-Equipe, der seine Team­kollegen bekocht, er serviert ihnen als Zuspieler auch den Ball zum Gewinnschlag.

Sorgt für die richtige Mischung im Spiel des Joner NLA-Teams: Der neue Zuspieler Jeremy Tomasetti.

Sorgt für die richtige Mischung im Spiel des Joner NLA-Teams: Der neue Zuspieler Jeremy Tomasetti. Bild: Stefan Kleiser

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«Jona ist wunderschön», sagt Jeremy Tomasetti. «Ruhig. Und der See ist wild, mit diesen kleinen Inseln.» Es ist noch früh an diesem Samstagmorgen. Später werden freundschaftliche Vergleiche gegen Schönenwerd und Einsiedeln auf dem Programm stehen: Es sind die ersten Einsätze des Zuspielers für Jona. Im Juli hat der bald 25-Jährige seinen Wohnsitz vom Genfer- an den Ober­see verlegt, weil er in der Planung des Lausanne Université Club keine Rolle mehr spielte.

Noch am Tag, an dem Tomasetti es erfuhr, rief er Urs Winteler an. «Die NLB ist für mich nicht mehr herausfordernd», erklärt der Zuspieler, blinzelt in die Sonne und nippt an der Kaffeetasse. Winteler, Trainer in Jona und auf der Suche nach einem Ersatz für den bisherigen Passeur Marco Bürgi, hatte sich schon vorher um Tomasettis Dienste bemüht. Winteler war sein Trainer im Junioren- Nationalteam.

In der Halle aufgewachsen

Jeremy Tomasetti hat Volleyball in den Genen. «Ich bin in der Sporthalle aufgewachsen», erzählt er. Sein Vater, 62-mal für die Schweiz im Einsatz, war sein Junioren-Trainer und später Präsident von Pallavolo Lugano. Auch die Mutter spielte Volleyball. Mit 16 verliess Jeremy Tomasetti jedoch das Tessin und zog nach Lausanne. «Ich war mit der Schule fertig und es gab nichts zu tun. Die Nationalliga A war weit weg. Daneben gab es in Lugano nur noch eine Mannschaft in der 2. Liga.»

Tomasetti machte das KV und schloss sich LUC an. Er rückte in die erste Equipe auf. Doch erste Wahl auf der wichtigsten Position war er nicht. Er musste hinter Julien Carrel zurückstehen – hinter dem Sohn des Technischen Direktors und Trainers. Also ging er erneut weg: Zwei Saisons zu Lutry-Lavaux, eine zu Chênois. Die erste Saison mit Lutry sei gut gewesen, «in der zweiten war ich faul». Die dritte in Genf war nicht besser. «Ich dachte ans Aufhören.»

In Jona lanciert Tomasetti seine Karriere neu. Er lebe hier wie ein Sportprofi, aber er sei es nicht, erzählt er. Zwar trainiert er achtmal in der Woche, arbeitet daneben aber in einem 80%-Pensum im Büro. Das ist ihm ganz recht so. «Wenn du arbeitest, denkst du nicht die ganze Zeit an Volleyball.» In seinem Leben müssten drei Dinge stimmen: Job, Volleyball, Privatleben. Freundin Alana Blagojevic, in Cheseaux 1.-Liga-Volleyballerin, kam mit und spielt neu für Glaronia in der NLB.

Fernziel Nationalteam

In Jona wohnen die beiden mit Mitch Beal und Adam Zahorsky, den ausländischen Söldnern des NLA-Teams vom Obersee. In seiner freien Zeit, von der es aber nur wenig gebe, koche er gerne, verrät Jeremy Tomasetti. Am häufigsten Risotto, «weil das unser Amerikaner so gern hat». Schon zweimal bekochte der Zu­spie­ler das ganze Team.

Nun muss er nur noch das Rezept für den Erfolg am Pass finden. Denn die Ziele sind hoch. Etwa der Aufstieg in die Nationalmannschaft. «Dafür muss ich mich noch stark verbessern, muss regelmässiger und fokussierter sein.» Und dann ist da der Vergleich mit dem Vater. Philippe Tomasetti wurde fünfmal Schweizer Meis­ter und siebenmal Cupsieger, Jeremy Tomasetti «erst» zweimal Cupsieger. «Aber ich kann ja noch 10 bis 15 Jahre Volleyball spielen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.10.2017, 11:16 Uhr

Kader

NLA-Team TSV Jona, Saison 2017/18:

Jeremy Tomasetti (192 cm/Pass/Jahrgang 1992), Denis Milanez (185/Pass/ITA-BRA/1973), Lars Bischof (170/Libero/1996), Valentino Rohr (186/Libero/1996), Kilian Kasper (194/Aussen/1997), Gian Reto Riedi (191/Aussen/1992), Adam Zahorski (188/Aussen/CZE/1991), Luca Beeler (187/Aussen/1994), Mitchell Beal (198/Diagonal/USA/1992), Joel Maag (201/Mitte/1998), Florian Heidrich (197/Mitte/1990), Moritz Bolli (195/Mitte/1990). – Zuzüge (6): Beal (Gent/BEL), Bolli (Klettgau/NLB), Kasper (Baden/1.), Milanez (Einsiedeln/NLA), Tomasetti (Lausanne/NLA), Zahorski (Ostrava/CZE). – Abgänge (8): Gian Aebli (Einsiedeln), Marco Bürgi (?), Michael Huser (?), Nicolas Meier (?), Anatoly Mezhonnov (?), Joel Roos (Näfels), Jonas Stadelmann (Luzern), Rutger Zoodsma (?).

Start am Sonntag

Gute Stimmung, gute Ergebnisse?

«Was man hier in Jona macht, das ist toll», findet Jeremy Tomasetti, der im Sommer von Lausanne UC hinzugestossen ist. «Das Team ist hier vielleicht nicht so gut wie das in Lausanne. Aber die Stimmung in der Mannschaft ist viel besser.» Am Sonntag (18 Uhr, Grünfeld) starten die Rosenstädter mit dem Heimspiel gegen Luzern in die neue NLA-Meisterschaft. Einen der ersten fünf Plätze zu belegen, das werde aber schwierig, meint Tomasetti. «Dafür müssen wir auch Glück haben – und ­keine Verletzungen.» Ob er seine Mitspieler bereits spüre? «Einige von ihnen», sagt er. Aber das Team trainiere ja erst seit August zusammen. Parat sein werde es dann im Dezember.(skl)

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