Handball

Einen grossen Match mitgeprägt

Pascal Vernier aus Stäfa und der Horgner Roman Sidorowicz gehörten im Hallenstadion zu den Darstellern im grössten Schweizer Handballevent seit 30 Jahren.

Pascal Vernier erzielt den letzten Schweizer Treffer im denkwürdigen Heimspiel gegen Deutschland.

Pascal Vernier erzielt den letzten Schweizer Treffer im denkwürdigen Heimspiel gegen Deutschland. Bild: Martin Deuring

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Als Pascal Vernier in der 56. Minute den Ball zur Schweizer 22:21-Führung ins deutsche Tor wuchtete, bebte das Hallenstadion. Der klare Aussenseiter war drauf und dran, den Europameister und Olympiadritten vom Sockel zu stossen. Allerdings – die Geschichte ist bekannt – war Verniers Treffer der letzte für die Schweiz. Sie verlor das EM-Qualifikationsspiel 22:23 – und machte vor 10 040 Zuschauern trotzdem beste Werbung für sich.

«Die Stimmung war einmalig. Dass wir Schweizer solche Emotionen zeigen können, ist schön», erklärt Roman Sidorowicz. «Ein megatoller Event, auch wenn ich nicht so viel gespielt habe, wie ich mir erhofft hatte.» Aber das, was er tat, «war vernünftig», wie auch er selbst feststellt.

Roman Sidorowicz setzt zum Wurf an, der die Schweiz im Hallenstadion auf 15:16 heranbrachte. Bilde: Martin Deuring

Sidorowicz, der Shooter Luka Maros ersetzte, stand gegen Ende der ersten Hälfte neben Star-Regisseur Andy Schmid im Einsatz, als dieser die Schweiz ins Spiel zurückbrachte. Er setzte in der 42. Minute zu seinem einzigen Torwurf an und verkürzte mit einem Aufsetzer auf 15:16 – begleitet von einem langen, lauten «Siiiidoooo» des Hallenspeakers. Am Mittwoch davor, beim ebenfalls gelungenen Schweizer Auftritt in Slowenien, hatte er drei Tore erzielt.

«Haben ein klares Konzept»

«Wir haben aus diesem Deutschland-Spiel extrem viel mitgenommen», sagt Vernier. «Es zeigte, was alles möglich ist und dass wir Fortschritte gemacht haben. Für uns war das ein sehr grosser Schritt. Wir hielten mit und hatten Chancen auf den Sieg, Schade, haben wir dann doch verloren.»

Die Schweizer forderten die weltweit erfolgreichste Handball-Nationalmannschaft dieses Jahres bis zur letzten Sekunden. «Das hätten auch wir nicht erwartet», gibt Sidorowicz zu. Der Horgner nennt die Gründe für die Leistung an diesem unvergesslichen Abend: «Wir haben ein klares Konzept und jeder hat sich daran gehalten. In der Abwehr weiss jeder, wie er stehen muss. Und im Angriff führen wir unsere Auslösungen aus.»

Den Sonntag nach dem mitreissenden Match vor der Rekordkulisse nutzte Vernier zum verdienten Ausschlafen. Sidorowicz liess sich von der jüngeren Schwester, die in der Ausbildung zur Physiotherapeutin steht, pflegen. «Sie muss üben . . .», schmunzelt der Bruder. Gestern kehrte er mit dem Bürojob in Winterthur in den Arbeitsalltag zurück.

Nach langen Jahren Schweizer Erfolglosigkeit zählen die beiden Rückraumspieler zur jungen Mannschaft, mit der Nationaltrainer Michael Suter einen Neuaufbau startet. Mit seinen 25 Jahren gehört Sidorowicz gar schon zu den ältesten Spielern im Team. Beide rechtfertigten das Vertrauen mit grundsoliden Leistungen.

«Auf eine Art bin ich zufrieden», sagt Vernier. «Aber man muss immer mehr wollen. Es gibt die Kleinigkeiten, die ich hätte besser machen können», beispielsweise im Stellungsspiel in der Abwehr. «Das Potenzial ist bei allen da», betont Vernier. «Jetzt werden wir hart arbeiten, dass es in Zukunft noch besser wird.»

Ein Jahr nach dem Comeback

Vernier, zweifacher Torschütze im Hallenstadion, stand in den Begegnungen mit den Topnationen Deutschland und Slowenien in der Startformation. Was die Geschichte für den erst 20-jährigen Linkshänder noch spezieller macht: Erst vor knapp einem Jahr hatte er sein Comeback in der NLA gegeben, nachdem er wegen einer Hirnerschütterung 18 Monate ausgefallen war. Jetzt ist er zurück in einer tragenden Rolle im Nationalteam.

Er werde von vielen Leuten angesprochen, dass er nach der langen Zwangspause «schon wieder sehr weit» sei, bemerkt Vernier. Das freue ihn zwar, doch eigentlich sei es inzwischen kein Thema mehr für ihn: «Jetzt darf es heissen: ‹Er ist wieder da und spielt wieder das, was er kann.›»

Genug haben beide noch lange nicht. Weder in der Nationalmannschaft noch bei Pfadi Winterthur, ihrem Klub, bei dem sie heute Dienstag wieder im Training auftauchen. «Von jetzt an», betont Vernier, «ist immer Vollgas angesagt.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.11.2016, 08:43 Uhr

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