Tischtennis

«Eine Herausforderung, wie ich sie liebe»

Gary Seitz kehrt als Trainer nach Wädenswil zurück. Er übernimmt die Aufgabe, die Nachwuchstalente Lukas Ott (14) und Numa Ulrich (13) zu Nationalliga-B-Spielern zu machen.

Die Situation in Wädenswil erinnert Trainer Gary Seitz an jene vor acht Jahren, als Filip Karin (links) in der NLB debütierte.

Die Situation in Wädenswil erinnert Trainer Gary Seitz an jene vor acht Jahren, als Filip Karin (links) in der NLB debütierte. Bild: Archiv André Springer

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Es sei wie in der Saison 2011/12, meint Gary Seitz. Damals war er Trainer der Nationalliga-B-Mannschaft des TTC Wädenswil. Im Herbst ist er wieder für die Equipe verantwortlich. Vor acht Jahren startete Wädenswil als krasser Aussenseiter in die Meisterschaft: Tobias Aellig hatte eine Pause eingelegt, Benjamin Hosang war in die RS eingerückt. Also wurde der 20-jährige Fabien Maas zum Leader gemacht, und der 14-jährige Filip Karin debütierte in der zweithöchsten Spielklasse.

Viele sahen den TTCW als Absteiger. «Aber wir haben es doch knapp geschafft», erinnert sich Seitz schmunzelnd. Maas gelang eine positive Bilanz, Karin gewann ein Drittel seiner Einzel. Jetzt ist die Lage ähnlich. Lars Posch und Filip Karin lösen die Lizenz künftig in anderen Clubs, mit Lukas Ott und Numa Ulrich rücken gleich zwei Nachwuchsspieler in die NLB auf. Der 14-jährige Ott spielte zuletzt in der Nationalliga C, der 13-jährige Ulrich in der 3. Liga.

«Lukas und Numa haben viel Potenzial. Technisch haben sie unglaublich gute Dinge drauf. Nun liegt es an mir, dass sie eine Spielidee bekommen. Ich glaube nicht, dass sie in der Nationalliga B am falschen Ort sind», sagt Gary Seitz, der nach drei Jahren in Kloten in seinen Stammverein zurückkehrt. Lieber spricht der 58-Jährige von «einer Herausforderung, wie ich sie liebe». Es gehe darum, jeden Spieler vorwärtszubringen. «Das Resultat ist immer nur die Folge davon, was du machst.»

Andere Aufgabe als gedacht

Angedacht war es anders. Doch der Abgang von Nationalspieler Posch veränderte alles. Wädenswil meldete seine Equipe danach aus der Nationalliga A ab. Er sei aber immer in den Entscheidungsprozess einbezogen und hervorragend darüber informiert worden, erzählt Gary Seitz. «Ich wurde bloss informiert und gefragt, ob ich meine Zusage noch einhalten würde.» Statt des Coachings eines NLA-Teams mit Posch und Karin übernehme er nun eine andere Aufgabe, «aber sie reizt mich», meint Seitz. «Ich habe bloss gesagt, dass ich keine Anfänger mehr trainieren will.» Nun ist es Premium-Nachwuchs, ergänzt mit einem Routinier. Denn der bisherige Spielertrainer Norbert Tofalvi bleibt in Wädenswil, obwohl sein Traniervertrag nicht verlängert wird – als Spieler. «Wenn er einmal in der Woche trainiert, dann wird er fast alle Spiele gewinnen», ist Seitz überzeugt. Immerhin war der 37-Jährige mehrere Jahre Profi in Belgien, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Vor drei Jahren gewann er für Wädenswil 39 von 42 Spielen in der NLB, zuletzt in der NLC 30:0.

«Weil wir mit Norbert fast immer mit einem 3:0-Vorsprung in die Partien starten, haben Lukas und Numa keinen Druck», erklärt der neue Trainer. Für Numa Ulrich habe er aber noch eine «Sicherung» eingebaut, verrät Gary Seitz. So meldet der TTCW als einen der Stammspieler den Klotener Andrin Melliger, sodass Numa Ulrich die Saison auch mit der zweiten Equipe in der Nationalliga C beginnen könnte. «Und vielleicht kommt ja noch der eine oder andere Spieler dazu.»

Den Gegner durchschauen

Gary Seitz wird seine Arbeit voraussichtlich in den Sommerferien aufnehmen. «Mir ist ein sauberer Abgang in Kloten ganz wichtig», sagt er. Dort hat er die darniederliegende Nachwuchsarbeit neu aufgegleist und den besten Spielern eine taktische Spielidee vermittelt. «Sie spielen jetzt viel bewusster.» In Wädenswil werde er aber nur einmal in der Woche sein. Wo die Spieler sonst trainieren? «Mit Clubtrainerin Sonja Wicki oder im Stützpunkt oder anderswo», antwortet Seitz. Gerade die Zusammenarbeit mit Sonja Wicki sei ein Hauptargument gewesen für seine Rückkehr, «viel wichtiger, als welche Spieler dabei sind».

Eigentlich sei Tischtennis ja einfach, sagt Gary Seitz auch. «Du musst die eigene Stärke herausheben und auf die Schwäche des Gegners spielen. Tischtennis ist wie Schach.» Es gilt, den Gegner zu bestimmten Aktionen zu zwingen und zu überlegen, was er nicht mag. Und nachzudenken, warum der Gegner so spielt, wie er spielt – und darauf zu reagieren. Er erwarte darum, dass seine neuen Schützlinge anfangs im Kopf müde sein werden, erklärt Gary Seitz. Und dass es ein bis eineinhalb Jahre dauere, «bis sie verstehen, was ich will». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.05.2019, 07:14 Uhr

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