Rapperswil-Jona / Rieden

Durchstarten für ein Rio-Ticket

Am Sonntag beginnt in Australien die Weltcup-Saison 2016. Die XCO-Fahrer Florian Vogel aus Jona und der Riedner Fabian Giger buhlen um einen Olympia-Startplatz.

Im Gerangel um die Olympia-Plätze?liegt Florian Vogel aus Jona (rechts) wie hier am letztjährigen Weltcup-Heimrennen in Lenzerheide vor dem Riedner Fabian Giger (hinten links), doch entschieden ist noch nichts.

Im Gerangel um die Olympia-Plätze?liegt Florian Vogel aus Jona (rechts) wie hier am letztjährigen Weltcup-Heimrennen in Lenzerheide vor dem Riedner Fabian Giger (hinten links), doch entschieden ist noch nichts. Bild: Dominic Duss

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Drei Cross-Country-Fahrer können die Schweiz im August an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vertreten. Doch gleich fünf Athleten wollen sich ein Ticket ergattern. Wobei eines mit grosser Wahrscheinlichkeit an den dreifachen Weltmeister Nino Schurter geht. Über die Vergabe der anderen beiden entscheiden die drei ersten – von total sechs – Weltcup-Rennen. Den Auftakt macht Cairns. Dann folgt jenes in Albstadt (22. Mai) und das der «letzten Chance» in La Bresse (29. Mai).

Deshalb ist für die Olympia-Anwärter in Australien ein gelungener Start in die Weltcup-Saison 2016 von grosser Bedeutung. Gefordert sind vor allem jene Fahrer, die in den letzten beiden Weltcup-Rennen im vergangenen August (in Moint-Sainte-Anne und Val di Sole) die Kriterien noch nicht erfüllt haben. Nur wer mindestens einmal eine Top-5-Klassierung schafft, kommt auf die Liste der möglichen Kandidaten. Falls bis Ende Mai zu viele Aspiranten-Namen auf dieser stehen sollten, würde Swiss Cycling für die Auswahl weitere Massstäbe ansetzen, beispielsweise Trainerurteile. So präsentiert sich die Ausgangslage.

«Darf zuversichtlich sein»

Mit Florian Vogel und Fabian Giger haben zwei Fahrer vom Obersee Rio im Visier. Ersterer brachte sich letztes Jahr in eine vielversprechende Position. Der in Jona ansässige Aargauer fuhr im Weltcup 2015 mehrmals in die Top 5 und wurde als zweitbester Schweizer Gesamtvierter. «Sollten mir in den nächsten drei Rennen ähnliche Resultate gelingen, darf ich zuversichtlich sein», sagt er. Der 34-Jährige will im Herbst seiner Karriere die wohl letzte Chance packen, sich noch einmal für Olympische Spiele zu qualifizieren. Zweimal (2008 in Peking und 2012 in London) war Vogel schon dabei, jedoch ohne gross etwas zu reissen.

Seine Vorbereitung auf die Weltcup-Serie verlief nicht ganz wie geplant. Im Februar hatte er nach einem Etappensieg in Zypern mit einem Defekt und gröberen Sturz zu kämpfen. «Dadurch sah ich mich zur frühzeitigen Aufgabe und Heimreise gezwungen.» Dennoch habe er gut trainieren und an seinen fahrtechnischen Fähigkeiten feilen können. «Auch hinsichtlich Material konnte ich einen grossen Schritt nach vorne machen», verrät Vogel. Sein Wechsel zum Focus-Team – nach 15 Jahren bei Scott – hatte ihn bereits letztes Jahr beflügelt. Heuer peilt der Schweizer Meister von 2011 in der Weltcup-Gesamtwertung erneut die Top 5 an und fokussiert sich zudem auf die WM, welche Anfang Juli in Tschechien stattfindet. «Der Kurs in Nove Mesto liegt mir sehr und ich konnte in den vergangenen Jahren einige gute Resultate einfahren.»

«Meine Chancen sind intakt»

Fabian Giger hat vorerst nur die Olympia-Qualifikation im Fokus. «Meine Chancen sind sicher intakt, ich versuche mich aber nicht stressen zu lassen», sagt der Riedner. Er verpasste letztes Jahr beim Weltcup-Finale in Italien als Sechster die Top 5 knapp und wurde 15. im Schlussklassement. Doch der 28-Jährige konnte sich planmässig auf die Weltcup-Saison vorbereiten, was ihn zuversichtlich stimmt. Giger trainierte im Januar zwei Wochen auf Gran Canaria und konnte dann das erste Rennen auf Zypern gewinnen. «Ein Sieg motiviert immer zusätzlich und gibt Selbstvertrauen», fügt er an. Neu kam heuer eine Strassenrundfahrt im März hinzu. «So konnte ich mir Speed in den Beinen holen.»

Auf dieses Jahr hin wechselte der EM-Zweite und Vize-Schweizermeister von 2014 vom Colnago-Südtirol-MTB- zum polnischen Kross-Racing-Team. «In diesem fühle ich mich sehr wohl und ich konnte so auch materialtechnisch wieder einen Schritt nach vorne machen», hebt Giger hervor. «Im Weltcup konstant in die Top 10 fahren», lautet sein Saisonziel.

Premiere bei den «Grossen»

Giger und Vogel flogen bereits vergangene Woche nach Australien, um sich möglichst gut akklimatisieren zu können. Am Dienstag befuhren sie erstmals die Strecke. «Um die schnellsten Linien zu suchen», sagt Giger. Lars Forster hingegen landete erst am Dienstag in Down Under. Der Joner tastet sich in seiner ersten Elite-Weltcup-Saison an die «Grossen» heran. «Olympia ist ganz klein im Hinterkopf», verrät der letztjährige U23-Schweizermeister. Nach einem «guten Winter» sei er in Form und freue sich auf sein Debüt. «Es ist schwierig abzuschätzen, wo ich stehe», sagt der Fahrer des VC Eschenbach.

Klubkollege Marcel Wildhaber dienen Weltcup-Rennen erneut als Aufbau für die Radquer-Saison. Spätenstens in Lenzerheide (10. Juli) will der Märchler starten. Er hat wegen seines Anfang Jahr erlittenen Wadenbeinbruchs noch Trainingsrückstand.

Erstellt: 22.04.2016, 15:31 Uhr

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