Olympia 2018

Diesmal wollen sie gemeinsam an die Olympischen Winterspiele

Ladina Jenny erfüllte sich ihren Traum von einer Olympiateilnahme bereits vor vier Jahren und hat gute Chancen, auch 2018 wieder dabei zu sein. Ihre Trainingskollegin, die ebenfalls aus Uznach stammende Nicole Baumgartner, will Verpasstes nachholen.

Ein klares Ziel vor Augen:  Die beiden Uzner Alpin-Snowboarderinnen Nicole Baumgartner (links) und Ladina Jenny wollen im kommenden Februar an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen.

Ein klares Ziel vor Augen: Die beiden Uzner Alpin-Snowboarderinnen Nicole Baumgartner (links) und Ladina Jenny wollen im kommenden Februar an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Bild: zvg / Simona Portmann

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In genau sechs Monaten werden im südkoreanischen Landkreis Pyeongchang-gun die 23. Olympischen Winterspiele eröffnet. Um 12 Uhr Schweizer Zeit wird im 50'000 Zuschauer fassenden Olympiastadion die Eröffnungsfeier beginnen. Dieser werden Nicole Baumgartner und Ladina Jenny so oder so nicht vor Ort beiwohnen können. Denn da der Parallel-Riesenslalom der Snowboarder erst zum Ende stattfindet – die Qualifikation am 22., die Finals am 24. Februar –, würden die beiden Uznerinnen, sofern sie sich denn das Olympiaticket ergattern, erst später anreisen.

«Sotschi war natürlich ein Karrierehöhepunkt.»Ladina Jenny (24), Uznach, Snowboard alpin

Den Schweizer Alpin-Snowboarderinnen werden voraussichtlich vier Startplätze zur Verfügung stehen. Titelverteidigerin Patrizia Kummer ist als Zweite der vergangenen Weltmeisterschaften in der Sierra Nevada gesetzt, sofern sie sich nicht verletzt. Um die weiteren drei Plätze streiten sich fünf Fahrerinnen. Um ebenfalls die A-Limite zu erfüllen, benötigen sie in der Olympiasaison einen Podestplatz im Weltcup. Zur B-Limite fehlen Julie Zogg, Ladina Jenny und Stefanie Müller noch je ein Vorstoss in die Top 16, Nicole Baumgartner und Larissa Gasser dagegen eine Top-12-Klassierung. Die Resul­tate sind aber nicht das einzige ­Selektionskriterium. Es wird beispielsweise auch der Formtrend berücksichtigt.

«Jetzt oder nie»

Sie sei sicher näher dran an der Olympiateilnahme als vor vier Jahren, sagt Baumgartner. Deshalb laute ihr Motto «Jetzt oder nie» – was aber nicht zwangsläufig heisse, dass sie es 2022 (dann ist Snowboard alpin möglicherweise letztmals im olympischen Programm, nachdem auf Pyeongchang hin bereits der Parallel­slalom gestrichen wurde) nicht ein weiteres Mal versuche. «Aber so weit plane ich nicht voraus», betont die 24-Jährige.

Obwohl sie auf die vergangene Saison hin wieder vom A- insB-Kader zurückversetzt wurde, war es ihre bislang erfolgreichste. Sie qualifizierte sich zweimal für die K.-o.-Läufe der besten 16 und schloss die Weltcup-Gesamtwertung im 26. Rang ab.

Mehr «Muckis» antrainiert

Um im kommenden Winter noch weiter nach vorne zu kommen, unternahm die zierliche Athletin diesen Sommer alles, um mehr Muskelmasse aufzubauen. Denn das Gewicht wirkt sich positiv aufs Tempo aus, speziell in den flacheren Passagen. Fünfmal pro Woche absolvierte sie deshalb spezielle Krafteinheiten für die Beine. «Ich habe mehr trainiert denn je», betont die Uznerin. Auch im mentalen Bereich habe sie viel gearbeitet. «In der Vergangenheit stellte ich mich zu sehr in den Schatten der anderen», erklärt Baumgartner. Dies sei nun vorbei. Deshalb habe sie sich auch etwas von ihren Mitstreiterinnen gelöst. «Ich wollte unabhängiger werden. Ab und zu etwas alleine zu machen, tut mir gut.» Ein Beispiel dafür sind zwei Trainingswochenenden auf dem Gletscher in Saas-Fee – mit einem Kollegen statt dem Team.

«Ich habe diesen Sommer mehr trainiert denn je.»Nicole Baumgartner (24), Uznach, Snowboard alpin

Weil die Studentin im Sommer auch noch ihre Abschlussarbeit fertigzustellen und an einigen weiteren Filmprojekten zu arbeiten hatte, blickt sie auf stressige Monate zurück. Ende August stehen nun noch die Abschlussprüfungen an, danach kann sie sich voll auf den Sport konzentrieren.

Geglückte Hauptprobe

Schon etwas länger wieder einen «freien Rücken» hat Ladina ­Jenny. Ihre Semesterprüfungen standen bereits im Juni an. «Weil ich im Winter etwas gar wenig fürs Wirtschaftsstudium machte, musste ich mich nach der Saison voll reinhängen. Aber es ist alles gut gelaufen», freut sich die ebenfalls 24-jährige Uznerin.

Anders als Baumgartner setzte Jenny im Sommertraining auf Bewährtes. «Ich war schon vor Jahresfrist super ‹zwäg› und bin es jetzt wiederum.» Mit den Olympischen Spielen vor Augen sei es auch nicht allzu schwer, sich zu motivieren. Umso mehr als sie weiss, dass ihr die Piste im Bokwang Phoenix Park, wo sämtliche olympischen Snowboard-Wettkämpfe ausgetragen werden, gut liegt. «Der Hang beinhaltet alles, sprich sowohl steile als auch flache Stücke sowie anspruchsvolle Übergänge», erinnert sich Jenny an die «Olympiahauptprobe» in der vergangenen Weltcupsaison zurück. Als Achte war sie damals drittbeste Schweizerin hinter Kummer (2.) und Zogg (3.). Baumgartner dagegen stürzte im ersten der beiden Qualifikationsläufe.

Positive Erinnerungen

Positive Erinnerungen hat Ladina Jenny auch an die Olympischen Winterspiele vor vier Jahren. «Das war natürlich ein Karrierehöhepunkt», sagt sie, die in Sotschi die Ränge 14 (Parallelriesenslalom) und 24 (Parallelslalom) belegte. Entsprechend werde sie wieder alles geben, um auch in Pyeongchang dabei zu sein – am liebsten natürlich gemeinsam mit Baumgartner, die für sie nicht nur sportlich eine Weggefährtin ist. Die Baumgartners waren früher die Tagesfamilie von Jenny und deren Schwester. Und Nicole Baumgartner hatte sie einst auch dazu animiert, an einem ersten Snowboard-Rennen teilzunehmen.

Prognose: Baumgartner zu 35%, Jenny zu 80% dabei

Diese Athletinnen und Athleten aus der Region haben ebenfalls realistische Chancen, in Pyeongchang dabei zu sein

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.08.2017, 13:35 Uhr

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