Wasserball

Die Zusatzspielerin

Mit Nizza wurde sie am Samstag französische Vizemeisterin. Nun kehrt Nationalspielerin Vesselina Velikova zurück, um ihren Stammklub Horgen für das Cup-Finalturnier und das Playoff zu verstärken.

Vesselina Velikova ist zurück in Horgen – und spielt sofort wieder mit.

Vesselina Velikova ist zurück in Horgen – und spielt sofort wieder mit. Bild: André Springer

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Am Donnerstag kommt Vesselina Velikova heim. Die letzten acht Monate verbrachte die Horgnerin in Nizza. Doch seit Samstag ist die Wasserball-Meisterschaft für das Team aus Südfrankreich zu Ende. «Wir können stolz sein auf das, was wir als Mannschaft erreicht haben», meint die 26-Jährige. Zwar ging der Titel zum sechsten Mal in Folge an die Auswahl aus Lille. Aber Olympic Nice qualifizierte sich für die zwei Finalspiele. «Wir hatten vor der Saison viele Abgänge. Wir waren fast ein neues Team. Das ist immer schwierig.»

«Die Zeit ist viel zu schnell vergangen», blickt Vesselina Velikova auf ihren Aufenthalt zurück. «Ich war rundum glücklich hier.» Das Verhältnis im Team sei sehr harmonisch gewesen. «Jede hatte ihre Rolle. Wir waren sehr miteinander. Wir haben uns gegenseitig Sachen gezeigt. Es war kein Konkurrenzkampf.» Für die Schweizer Nationalspielerin sowieso nicht: Da es keine andere Centerspielerin gab, war sie auf der Position vorne in der Mitte gesetzt. «Ich habe immer in den ersten sieben gespielt.»

Parat für Final mit Horgen

Es war bereits der dritte mehrmonatige Auslandaufenthalt von Vesselina Velikova. Im Herbst 2016 studierte sie ein Semester in Kanada und spielte im Team der Universität von Kingston. Von Januar bis April 2017 heuerte sie bei den UWA Torpedoes im australischen Perth an. Und im Sommer 2018 folgte das Engagement in Nizza. Sie habe dieses nicht gesucht. «Es hat sich einfach so ergeben», sagt sie und spricht von «glücklichen Zufällen». Vom Studium her habe es super gepasst, «und ich wollte diese Chance ergreifen».

Vesselina Velikova verbesserte ihr Französisch und feilte an ihrem Wasserball («Trainer Elie Carreau hat sich viel Zeit genommen für mich»). Nur die Masterarbeit schrieb die Pädagogikstudentin nicht wie geplant zu Ende. «Es reichte von der Zeit nicht», entschuldigt sie sich und schmunzelt. «Ich konnte die Abgabe verschieben bis im Dezember.» Im Herbst wird die Zeit allerdings ebenfalls knapp sein. Im August steigt Vesselina Velikova an der Sekundarschule in Affoltern am Albis in den Lehrberuf ein.

Als sie aus Perth heimkehrte, besuchte sie noch am gleichen Abend das Training in Horgen, wo sie seit 2008 mitspielt. Fünf Meistertitel hat Velikova mit dem Team gewonnen, den letzten 2018. Auch jetzt ist für die Schlussphase der Meisterschaft die Rückkehr zum Stammklub vorgesehen. Sofern der Transfer wie geplant abgewickelt werden kann, wird die 26-Jährige die Horgnerinnen schon am Samstag im Cup-Halbfinal verstärken. «Und sonst werde ich das Team von der Tribüne aus unterstützen.» Aber grad ins Training, das geht diesmal nicht – «weil am Donnerstag kein Training stattfindet».

Wieder zu Hause einziehen

Sie werde daher als erstes Kisten auspacken in der WG in Zürich, wo sie ihr Zimmer hat, erklärt Vesselina Velikova. Vielleicht gibt es dann am Freitag noch ein Training in Käpfnach. Das sei aber abhängig vom Wetter und davon, wer alles da sei. Die meisten Mitspielerinnen in Horgen kennt Vesselina Velikova ja. «Ich hoffe darum, dass das Gefühl für die anderen noch da ist.» Die Ziele sind hoch: «Wir wollen mit Horgen wieder den Meistertitel gewinnen. Ich freue mich auf ein spannendes Ende.»

Und für eine womöglich knappe Entscheidung im Cup von Samstag und Sonntag hat Vesselina Velikova in Nizza ebenfalls geübt. Nach den beiden Playoff-Halbfinal-Spielen gegen Bordeaux stand es 11:11 unentschieden. Im danach gewonnenen Fünfmeterwerfen traf die Horgnerin zweimal. «Ich habe extrem gezittert», berichtet Velikova. Und gesteht: «Ich würde mich selbst nicht als diejenige bestimmen, die einen Penalty wirft.» Aber warum denn nicht? Es ist ja alles gut gegangen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.05.2019, 09:26 Uhr

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