Road to Korea

Die Laune nicht vermiesen lassen

Nicole Baumgartner (Snowboard), Uznach.

Verletzungen sind nie erfreulich. Umso weniger, wenn in knapp drei Monaten Olympische Winterspiele anstehen – für die es sich auch noch zu qualifizieren gilt. Doch es gibt gravierendere und weniger gravierende Blessuren sowie bessere und weniger gute Zeitpunkte. Bezüglich beidem kann Alpin-Snowboarderin Nicole Baumgartner aus Uznach von Glück im Unglück reden.

Es passierte am Donnerstag vor einer Woche auf der Diavolezza – also an demselben Ort, wo sich Ende Oktober Skistar Carlo Janka das Kreuzband gerissen hatte. «Die Bedingungen dort sind jeweils sehr anspruchsvoll. Die Piste ist extrem steil und wird durch Wasserbeigabe vereist», erklärt die 24-jährige Uznerin.

«Ich lasse mich nicht von meinem Weg abbringen.»Nicole Baumgartner

Das Slalomtraining ging noch gut, im Riesenslalom, bei deutlich höheren Tempi auf der nun zusätzlich mit Querschlägen übersäten Unterlage, habe sie dann einmal kurz in den Schnee gegriffen und sich dabei den Daumen umgelitzt. Dieses In-den-Schnee-Greifen sei eine Marotte von ihr, seufzt Baumgartner. Und es ist eine, die ihr nun ein unerfreuliches Déjà-vu beschert hat. Denn die genau gleiche Verletzung, einen Teilriss am linken Daumenseitenband, hatte sich die B-Kader-Fahrerin von Swiss Snowboard bereits im vergangenen Januar zugezogen, mitten in der Saison. Diesmal ist das Problem kleiner, weil die ersten Rennen erst im Dezember anstehen. Und nur im Wettkampf, wo sie sich mit den Händen aus dem Startgate «reissen» muss, ist Baumgartner durch die Verletzung wirklich gehandicapt.

«Ich muss den Daumen möglichst ruhig halten und dazu eine Schiene tragen – für noch rund vier Wochen. Das ist etwas mühsam, aber ich lasse mir davon weder die Laune vermiesen noch mich von meinem Weg abbringen», betont sie. Baumgartners Ziel ist klar: Sie will in Pyeongchang ihre Olympiapremiere feiern. Die Schweizerinnen verfügen über vier Startplätze. Einer ist durch Patrizia Kummer, die Titelverteidigerin und WM-Zweite 2016, besetzt. Um die weiteren drei streiten sich vier Fahrerinnen, wobei Julie Zogg und die ebenfalls aus Uznach stammende Ladina Jenny aktuell Stefanie Müller und Nicole Baumgartner eine Nasenlänge voraus sind. Es bleiben sechs Weltcup-Parallelriesenslaloms, um diese Hierarchie zu ändern. (su)

Erstellt: 20.11.2017, 09:47 Uhr

Serie

Road to Korea

Am 9. Februar werden in Pyeongchang die XXIII. Olympischen Win­ter­spiele eröffnet. Die ZSZ begleitet in loser Folge Olympiakan­didaten bei ihren Vorbereitungen.

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