Stäfa

Die Kämpferin auf zwei Rädern

Im Kampfsport ist die 31-Jäh­rige schon Weltmeisterin geworden. Nächste Woche tritt Debi Studer, die Vize­präsidentin des VTC Stäfa, auf zwei Rädern zur Trial-WM an.

Tanzt auf verschiedenen Hochzeiten: Debi Studer fährt im Sommer Velo-Trial und bestreitet im Winter MMA-Kämpfe.

Tanzt auf verschiedenen Hochzeiten: Debi Studer fährt im Sommer Velo-Trial und bestreitet im Winter MMA-Kämpfe. Bild: Michael Trost

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Sie haben eine Cola bestellt. Was mögen Sie daran?
Debi Studer: Das Süsse, aus Vernunft gönne ich es mir nicht oft.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nein, am liebsten mag ich Mountain Dew, eine koffeinhaltige Limo­nade. Auf einer Reise nach Abu Dhabi sah ich es Bauarbeiter aus leuchtgrünen Dosen trinken und wollte es selbst probieren.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Pferdefleisch vom Grill.

Können Sie das auch selbst zubereiten?
Klar, ich grilliere mehrmals pro Woche. Zum Fleisch gibt es immer Salat.

Inwiefern achten Sie als Sport­lerin auf die Ernährung?
Sehr. Im November habe ich ­sogar eine spezielle Diät gemacht – zwecks Muskelaufbau und ­Gewichtsoptimierung. Ich ­konnte meinen Körperfettanteil von 23 auf 13 Prozent senken.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Ich bin zu 100 Prozent bei der Kantonspolizei Basel-Stadt angestellt.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als Ersten bewusst wahrgenommen?
Ich erinnere mich, mit meinen Eltern im damals neuen Haus, das sich noch im Rohbau befand, Olympia-Übertragungen geschaut zu haben. Der Fern­seher stand auf einer Kiste, am Boden fehlten die Platten. Aber wann und ob es Sommer oder Winter war, weiss ich nicht mehr.

Sie bestreiten MMA-Profi-Kämpfe, sind mehrfache Weltmeisterin im Jiu-Jitsu. Wie sind Sie zum Velo-Trial gekommen?
2007 lernte ich im Militär Roman Iten (den Junioren-Nationaltrainer Trial; Red.) kennen. Ich betrieb damals Parkour. Er meinte, er könne solche Hindernisse, die ich zu Fuss bewältige, mit dem Velo überwinden. Wegen eines als Kind erlittenen Velounfalls war ich zuerst skeptisch, liess mich dann aber begeistern und machte schnell Fortschritte.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Am Weltcup in Krakau gelang mir im letzten Finalsektor als Einziger ein schwieriger Sprung aufs Vorderrad – und so aufs Podest.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
An der Heim-EM 2013 in Bern rutschte ich mit dem Hinterrad von einem Stein. Ich wollte einen «Fünfer» (die maximale Strafpunktzahl in einem Sektor; Red.) vermeiden, weshalb ich das Velo nicht losliess. Ein übler Sturz mit Spitaleinweisung war die schmerzhafte Folge.

«Es ärgert mich, wenn andere Leute sich nicht an Regeln halten.»Debi Studer

Mit welchen Erwartungen ­nehmen Sie die WM in Val di Sole in Angriff?
Mein Hauptziel ist der Final­einzug. Acht, neun Fahrerinnen kommen für die sechs Tickets ­infrage. Dann liegt vielleicht eine Medaille drin.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Fürs Zähneputzen brauche ich kei­nen Spiegel.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit einem Piloten, der Red Bull Air Races bestreitet. Das muss ein cooler Adrenalinschub sein.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Es ist schönes Wetter, ich ­habe frei und kann mich draussen bewe­gen.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
In Italien an der WM mit dem Natio­nalteam.

Ihr Lieblingssong?
«Freestyler» von Bomfunk MC’s. Es war toll, als dieser Song ­Ende Juli im Final am Weltcup in Vöcklabruck lief und ich Dritte wurde.

Ihr Lieblingsfilm?
Die Serie «Akte X».

Ihr Lieblingsbuch?
Ich lese nicht so gern. Wenn ­Comics auch zählen, dann «Marsupilami».

Ihr Lebensmotto?
Einmal mehr aufstehen als umfallen.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Ich habe manchmal zu viel Energie, was bei anderen auf Unverständnis stossen kann.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich kämpfe für das, was ich will, bis ich mein Ziel erreicht habe.

Was macht Sie glücklich?
Wenn ich mich draussen frei bewe­gen oder mit Roman Iten trialen gehen kann.

Was ärgert Sie?
Wenn andere Leute sich nicht an Regeln halten, damit meine ich «richtige», aber auch ungeschriebene Gesetze.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Dass ich glücklich bin, das machen kann, was Spass macht, und ich meine Ziele erreiche.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Hoffentlich immer noch Trial fahren – wenn die Gesundheit es zulässt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.08.2016, 14:08 Uhr

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Worum gehts?

An den Trial-Weltmeisterschaften nächste Woche in Val di Sole greift Debi Studer nach zwei Medaillen. Im Team-Wettkampf, der am Dienstag ausgetragen wird, hat die Schweiz die Silbermedaille zu verteidigen. «Ein früher Fehler von einem der fünf Fahrer kann den Traum aber platzen lassen», warnt die 31-jährige Baslerin, die für den VTC Stäfa fährt.
Im Einzel tritt Studer im Trention am Mittwoch zur Qualifikation an. Den Final bestreiten die besten sechs Fahrerinnen am Freitag. In den vier Weltcups dieses Sommers wurde die VTCS-Fahrerin je zweimal Dritte und Vierte. An der EM vor Monatsfrist gewann sie Bronze. An der WM kommt mit der Australierin ­Janine Jungfels nur noch eine starke Konkurrentin hinzu. (db)

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