Tischtennis

Der Routinier der jungen Mannschaft

Am Samstag startet Norbert Tofalvi in seine vierte Saison am Zürichsee. Im Fanionteam aus Wädenswil wird der 38-Jährige erstmals nicht mehr Trainer, sondern nur noch Spieler sein.

Der Wädenswiler Norbert Tofalvi: Seinen Schläger gut im Griff. Und all seine vielen Gegner?

Der Wädenswiler Norbert Tofalvi: Seinen Schläger gut im Griff. Und all seine vielen Gegner? Bild: Stefan Kleiser

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Sein Plan sei nicht aufgegangen, sagt Norbert Tofalvi und schmunzelt. Zumindest nicht in allen Punkten. Vor vier Jahren war der Tischtennis-Professional mit Frau und Tochter aus Budapest an die Einsiedlerstrasse in Wädenswil übersiedelt, um hier ein neues Leben zu beginnen. Als Sportler könne man in Ungarn keine Familie ernähren, erklärte er damals den Umzug. Davor war Tofalvi mehrere Jahre als Verstärkungsspieler in diversen Clubs im Ausland engagiert gewesen und jeweils extra für die Ligapartien aus Ungarn angereist.

Doch auch in der Schweiz ist die Tischtennisszene keine Goldgrube. Anfangs arbeitete der Neuzuzüger drei Tage in der Woche für die Blumer AG in Samstagern. Inzwischen ist er in einem 100-Prozent-Pensum für die Spenglerei tätig. «Dabei habe ich gar keinen Beruf gelernt», verrät er. Früh am Morgen verlässt der 38-Jährige die Wohnung, um um 6 Uhr beim Verladen des Materials im Magazin zu sein. «Ohne Znüni und mit einem kurzen Zmittag kann ich so fast um 14.30 Uhr aufhören.»

Trainer der Konkurrenten

So blieb zuletzt immer noch Zeit, um in Wädenswil die erste Mannschaft zu trainieren, welche die Meisterschaft in der Nationalliga A bestritten hat, in der zweiten Equipe in der Nationalliga C an der Platte zu stehen und die talentierten Nachwuchsspieler zu fördern. Doch während des Sommers hat sich das geändert. In der neuen Saison, die am kommenden Wochenende beginnt, ist Norbert Tofalvi nicht mehr Trainer, sondern bloss noch Spieler in Wädenswil – Spitzenspieler im Team, das nur noch in der Nationalliga B antritt.

«Jetzt habe ich am Abend viel mehr Zeit», erklärt der 38-Jährige verschmitzt. Und Trainer, das sei er ja noch immer. Bloss in einem anderen Verein. Im Tischtennisclub Rapperswil-Jona übt er an einem Abend in der Woche mit den Nachwuchs- und Elitespielern. Norbert Tofalvi macht also die Athleten eines Ligakonkurrenten besser. Das sei kein Problem, erklärt er. Mit den Spielern vom Obersee stand er schon vorher regelmässig in der Halle. Man kennt sich, für gute Übungseinheiten spannen die besten der Region sowieso zusammen.

Fast immer der Favorit

In Wädenswil sind Tofalvis Qualitäten nun an der Platte gefragt. Von ihm werden die Siege erwartet, die das Team in der NLB halten sollen. Zuletzt erzielte der frühere ungarische Junioren-Nationalspieler, der es bis in die Top Ten des U-18-Europa-Rankings brachte, in der Nationalliga C 30 Siege in 30 Einzeln. «Ich war unschlagbar.» Prompt hat der Verband seine Klassierung wieder auf A20 angehoben. «Aber nicht wegen der Resultate in der Nationalliga C», erklärt Tofalvi. Sondern weil er den Swibro-Cup in St. Gallen gewann und dabei die im Maximum klassierten Pedro Osiro und Elia Schmid besiegte.

In der NLC konnte Norbert Tofalvi fast nicht verlieren. Auch eine Liga höher wird er fast immer favorisiert sein. Die anderen Teams seien im Vergleich zu anderen Jahren eher schwach besetzt, kommentiert der Ungar die Teammeldungen. Er selbst trainiert zwar nur noch einmal in der Woche. Als ambitionierter Junior waren es neun bis zehn Einheiten gewesen. Der früher betriebene Aufwand helfe ihm aber, auch mit reduziertem Training ein anständiges Niveau zu halten. «Dass ich alle meine Spiele gewinne, würde ich aber nie sagen, egal in welcher Liga ich antrete.»

Erstellt: 06.09.2019, 13:50 Uhr

Chance für die zwei Talente Lukas Ott und Ulrich Numa

Es ist ein Schritt zurück, um zwei nach vorn zu machen. In der letzten Saison stellte der Tischtennisclub Wädenswil noch ein Männerteam in der Nationalliga A. Es erreichte die Playoffs, wo es im Viertelfinal an Meyrin scheiterte. Trotzdem spielen die Linksufrigen neu nur noch in der Nationalliga B. Es begann damit, dass Nationalspieler Lars Posch den Wechsel zu Schweizer Meister Muttenz bekannt gab, und endete mit der Abmeldung der Equipe aus der NLA. Auch Eigengewächs Filip Karin, 2017 für die Team-EM aufgeboten, schlägt neu woanders auf: in Neuhausen. Mit Lukas Ott (A17) und Ulrich Numa (B13) gibt der Verein zwei talentierten Junioren die Chance, in der NLB anzutreten. Dass das nicht mit dem Abstieg endet, dafür soll Routinier Norbert Tofalvi (A20) sorgen.

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