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Der Meister und sein Lehrling

Der Hirzler Nicolas Müller hat am Sonntag zum elften Mal den Schweizer- Einzel-Meister-Titel gewonnen – mit einem Sieg über Dimitri Steinmann, seinen Sihltaler Klubkollegen, der als sein Nachfolger gehandelt wird.

Noch einen Schritt voraus: Nicolas Müller (rechts) besiegt im Final in Kriens seinen Klubkollegen Dimitri Steinmann (im Hintergrund).
Noch einen Schritt voraus: Nicolas Müller (rechts) besiegt im Final in Kriens seinen Klubkollegen Dimitri Steinmann (im Hintergrund).
Stefan Kleiser

Es war eine willkommene Abwechslung. Sieben Jahre lang hatten die Zuschauer an den Schweizer Einzelmeisterschaften im Squash immer dieselben zwei Spieler im Final gesehen. Und immer bedankte sich danach derselbe Sieger bei Organisatoren, Helfern und Sponsoren. Am Sonntag in Kriens traf der Hirzler Nicolas Müller, Dominator der Schweizer Squashszene, aber auf einen neuen Gegner: auf seinen Mannschaftskollegen aus dem NLA-Team des SC Sihltal, Dimitri Steinmann, der Squash ebenfalls zum Beruf gemacht hat.

«Eine Schweizer Meisterschaft ohne Reiko Peter ist nicht dasselbe», meinte Nicolas Müller zwar. Der Dauerfinalist aus Kriens musste nach zwei Hüftoperationen passen. Mit Steinmann rückte jedoch der angesagteste Schweizer Perspektivspieler ins Endspiel vor. Er leistete erbitterten Widerstand. Doch die Punkte machte mehrheitlich nicht der aufstrebende 19-Jährige, der vor einem Jahr seine erste Medaille gewonnen hatte und nun zum ersten Mal ins Endspiel vorgestossen war, sondern die routinierte Nummer 34 der Welt.

«Er ist halt noch besser»

Dimitri Steinmann überrascht das nicht. Phasenweise habe er aber mithalten können, freute sich der Dübendorfer. «Ich habe gut gespielt und bin zufrieden mit meiner Leistung. Er ist halt noch besser als ich.» Aber nur noch er. Am Freitag bezwang Steinmann den Krienser Patrick Miescher und liess sich durch den verlorenen ersten Satz und Rückstände im zweiten und dritten Satz nicht verunsichern. «Er hatte eine gute Phase. Aber ich habe dann das Tempo erhöht.»

Auch Nicolas Müller war nach dem Gewinn des nächsten Meistertitels, schon seines elften, «sehr zufrieden, wie ich gespielt habe», wie er erklärte. «Ich habe mich gut bewegt und hatte ein gutes Gefühl mit dem Schläger.» Darauf lässt sich aufbauen. Vor drei Wochen hatte der 27-Jährige wegen einer Verletzung an der Wade die Teilnahme an den Playoffs absagen müssen. Nach der zweiwöchigen Pause sei «die Squashfitness weg» gewesen,erinnert sich Müller. Prompt schied er am PSA-Turnier im ägyptischen El Gouna in der Qualifikation aus. So wie vorher schon am British Open.

Wieder spielen ohne denken

Eine Woche in Paderborn im Training mit den deutschen Profis Simon Rösner und Raphael Kandra hat Nicolas Müller wieder à jour gebracht. «Im Sommer werde ich wieder drei Monate nach Deutschland gehen», verrät er. Zuvor geht es diese Woche als Leader an die Team-EM nach Finnland, nächste Woche folgt der mit 100 000 Dollar Preisgeld dotierte GC-Cup in Zürich, und noch zwei Wochen später spielt der alte und neue Schweizer Einzel-Meister die Bellevue Squash Classic in Seattle, die sogar150 000 Dollar Preisgeld ausschüttet.

Dort will Nicolas Müller wieder an die guten alten Zeiten anknüpfen. Vor zweieinhalb Jahren wurde er in der Weltrangliste noch auf Position 17 geführt. Seither fiel «The Swiss Rocket», wie der Hirzler auf der Tour genannt wird, um gleich viele Plätze zurück. «Ich habe zu viel Negatives gesehen. Ich hatte zehn gute Schläge. Der elfte war nicht so gut, und genau der ist mir dann geblieben», sinniert Müller. Damals, als Nummer 17 der Welt, «musste ich nie etwas überlegen, ich spielte einfach». So soll es wieder werden.

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