Wasserball

Den Respekt erarbeitet

Er hat bei Aquastar Zollikon die Grundlagen erlernt und ist in Horgen zum Spitzenspieler geworden. Nun rutscht David Miskovic im Rekordmeister in eine Führungsposition.

Als 23-Jähriger gehört David Miskovic in Horgen bereits zu den erfahreneren Spielern.

Als 23-Jähriger gehört David Miskovic in Horgen bereits zu den erfahreneren Spielern. Bild: André Springer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vier Monate hat er in Dublin studiert, Irland bereist, sein Englisch verbessert und Freundschaften geschlossen. «Es tat gut zu sehen, dass es noch anderes gibt ausser Wasserball. Und einmal etwas abseits zu sein», berichtet David Miskovic. «Aber nun fehlt mir Wasserball». Seit dem 22. Dezember ist der 23-Jährige wieder in der Schweiz. «Ich bin total motiviert, voll reinzugehen und zusätzliche Einheiten einzuschieben. Denn ich habe sicher einen Rückstand.»

Zwar habe er auch in Irland Wasserball gespielt, erzählt der Centerback aus dem Schwimmclub Horgen, «jede Woche einen Match». Aber die Gemeinschaft sei in Irland kleiner. «Es gibt drei Ligen, Wasser hat man noch weniger, und das Niveau ist spielerisch tiefer», hat er beobachtet. «Die Schweiz ist auch einigen anderen Ländern voraus.» Einen bis eineinhalb Monate gibt sich David Miskovic Zeit, um wieder fit zu sein.

In Horgen beissen gelernt

Am Freitag startet der beinahe zwei Meter grosse Verteidiger mit Horgen in die Nationalliga-A-Meisterschaft. In veränderter Rolle. Das Team des Rekordmeisters wurde weiter verjüngt. «Ich gehöre nun zu den ältesten Spielern, das ist mit 23 überraschend», gesteht er. Schon letztes Jahr habe er oft in den ersten Sechs gestanden. «Aber es lastete nicht so viel auf mir. In den letzten Jahren konnte ich in Ruhe arbeiten, abseits des Rampenlichts.»

«Es tat gut zu sehen, dass es noch anderes gibt ausser Wasserball.»
David Miskovic

Nun muss er Verantwortung tragen. «Mit 23 ist es der richtige Schritt, in eine solche Rolle zu kommen», meint der Centerback. Zwar sagte er als zentraler Spieler im Rückraum schon bisher an, was im Angriff gespielt wird. Und mit jüngeren Teamkollegen sei das vielleicht sogar einfacher – weil der Respekt vor den gestandenen Mitspielern wegfällt. Aber David Miskovic sieht sich selbst noch als Lernender. «Es gibt immer noch viele Situationen, die mich überraschen.»

Die Grundlagen hat er bei Aquastar gelernt, beim ungarischen Profi-Wasserballer Adam Ferenczy – nach Anfängen im Fussballclub. Mit dem Team aus Zollikon stieg der Egger von der 2. Liga bis in die Nationalliga B auf. «Es war eine erfolgreiche Zeit, und ich war schon als Junior ein wichtiger Spieler.» 2015 wechselte David Miskovic nach Horgen. «Es war eine andere Welt. Ich musste mich beweisen, mir Respekt erarbeiten, schaffen, schaffen, schaffen. Da lernte ich zu beissen.»

2020 den Titel gewinnen

Inzwischen ist David Miskovic in Horgen angekommen. «Ich bin zufrieden», sagt er. «Aber auch wegen der Mannschaft. Da sind viele Menschen, mit denen ich gerne die Freizeit verbringe.» Und die sportlichen Aussichten seien «vielversprechend», meint er – trotz der Rücktritte von Hrvoie Caleta, Kevin Müller und Stefan Velikov. «Wenn die jungen Spieler weiter hart arbeiten, ist das Ziel, 2020 Meister zu werden, nicht unrealistisch.» Und wie stehen die Chancen in der kommenden Saison? «Wir werden sicher angreifen. 2019 wird für uns interessant. Wir sind neugierig, wie gut es wird.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.01.2019, 14:05 Uhr

Zeitmanagement

Wasserball spielen heisse sein persönliches Zeitmanagement gut durchplanen, erklärt David Miskovic. Bis vor zwei Jahren arbeitete der 23-Jährige auf der Bank, inzwischen studiert er an der ZHaW Geschäfts- und betriebliche Ökonomie. Im Juni wird er den Bachelor abschliessen. Was danach kommt, ist noch offen. Zuletzt habe ihm aber der Kontakt zu den Kunden und Arbeitskollegen gefehlt, sagt Miskovic. «Ich bin eben nicht der, den man viel an der ZHaW sieht.» Wasserball und ein Studium passten aber perfekt zusammen. Nach einem Tag am Pult «bin ich froh, wenn ich am Abend ins Sportbad Käpfnach komme». Schwierig sei es nur im Juni - wenn im Studium Prüfungen anstehen und im Wasserball die Endphase der Meisterschaft startet. Bis dahin stehen erst einmal 21 Partien in der Qualifikation an. Am Freitag spielen David Miskovic und seine Horgner Teamkollegen um die ersten Punkte – bei Carouge.

Artikel zum Thema

Horgnerinnen sind bereit für den nächsten Erfolg

Wasserball In wenigen Tagen starten die Horgner Wasserballerinnen mit fast unverändertem Team und dem gleichen Ziel in die neue Saison. Sie wollen erneut Schweizer Meisterinnen werden. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.