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Daumen hoch für Olympia

Rico Peter (Viererbob), BC Zürichsee

Der Daumen zeigt nach oben – auch wenn es dafür einer Schiene bedarf. Rico Peter hat sich vor zehn Tagen bei einem Sturz mit dem Viererbob im Weltcup-Rennen in Altenberg den Daumen der rechten Hand gebrochen. «Jetzt merke ich mal, wofür man den alles­ braucht», sagt der 34-Jäh­rige vom BC Zürichsee schmunzelnd. «Um den Reissverschluss einer Jacke zu schliessen, brauche ich Hilfe.» Zum Glück habe er ein gutes Team um sich.

Im Alltag trägt Peter den operierten Daumen in einer Schiene. «Für den Sport habe ich eine zweite, die mehr Bewegungsfreiheit zulässt, aber auch nur minimalen Schutz bietet», erklärt der Bobpilot. Anschieben und Einsteigen seien ganz schön mühsam. Zumal er auch noch von einer Schnittwunde am Knie, die genäht werden musste, behindert wird. «Ich nehme Antibiotika, damit sich die ziemlich tiefe Wunde nicht entzündet.» In den Trainings letzte Woche in St. Moritz und dieser Tage in Königssee liess er sich schon im Bob sitzend anschieben. «Steuern kann ich auch mit neun Fingern», scherzt Peter.

«Um einen Reissverschluss zu schliessen, brauche ich Hilfe.»

Rico Peter

Für die Olympiaselektion, die am Mittwoch amtlich wurde, hätte der 32-Jährige an den letzten beiden Weltcup-Stationen nicht mehr antreten müssen. «Um für eine bessere Startnummer in Pyeongchang Punkte zu sammeln, macht es aber schon Sinn», erklärt Rico Peter. Mit welcher Crew er letztlich in Südkorea antreten wird, steht noch nicht fest. Ob Sturz­opfer Thomas Am­rhein, dessen gebrochenes Schlüsselbein mit einer Platte fixiert wurde, rechtzeitig fit wird, ist offen. «Es sieht aber gut aus», verrät der Kopf des Teams.

Die Unfallursache war ein gebro­chener Bolzen in der Lenkung. So etwas habe selbst Nationaltrainer und Schlittenbauer Wolf­gang Stampfer noch nie erlebt, sagt Rico Peter. Konsequenzen für die Rennvorbereitung hat dieser Zwischenfall keine. «Das Teil ist ja jetzt ersetzt, da braucht es keine zusätzlichen Kontrollen», findet der BCZS-Pilot.

Im Vierer, wo er eigentlich dachte, vom Material her besser aufgestellt zu sein, lief es Rico ­Peter diesen Winter nicht nach Wunsch. Nur einmal resultierte als Siebter in Whistler ein einstelliger Rang. Beim Weltcup Ende letzter Saison auf der Olympiabahn war Peter noch Zweiter gewe­sen. Dafür lief es ihm im kleinen Schlitten eher besser. In fünf von sieben Rennen fuhr er in die Top 10; einen Podestplatz verpasste Schweiz 1 freilich auch in dieser Kategorie. «Den habe ich mir für Olympia aufgehoben», scherzt Peter.

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