Volleyball

«Das tun, was Spass macht»

Ein Geistesblitz habe ihn einst zum Volleyball gebracht, erzählt Mitteangreifer Joel Maag. In den Playoffs gegen Näfels will er sich für höhere Aufgaben empfehlen.

In Näfels so spielen wie am letzten Samstag: Jonas Volleyballer Joel Maag beim Latte Macchiato im Bistro Uster der Bäckerei Steiner.

In Näfels so spielen wie am letzten Samstag: Jonas Volleyballer Joel Maag beim Latte Macchiato im Bistro Uster der Bäckerei Steiner. Bild: Stefan Kleiser

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Sie haben einen Latte Macchiato bestellt. Was mögen Sie daran?
Joel Maag: Schwarzen Kaffee mag ich nicht. Damit ich nichts mischen muss, bestelle mir einen Latte Macchiato.

Ist der Latte Macchiato auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nein. Ich trinke nicht so viel Kaffee – nur ein Mal in der Woche. Sonst eher Cola. Vor den Spielen trinke ich mit den Teamkollegen Lars Bischof und Valentino Rohr einen Kaffee.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Also am liebsten esse ich Pizza. Aber ich esse vieles gern. Sehr gern mag ich Pasta und ein richtiges Stück Fleisch – also nicht Gehacktes.

Können Sie auch selbst eine Pizza zubereiten?
Aus dem Kopf nicht, aber mit dem Rezeptbuch schon. In der Sportklasse haben wir keine Hauswirtschaftsschule. Das ist schade. Dafür waren wir mit zwei Lehrern eine Woche in Barcelona. Wir haben dort Kunst mathematisch untersucht.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Ich achte mich eigentlich gar nicht. Ich wohne noch zu Hause, meine Mutter achtet darauf.

Gibt es sonst Einschränkungen?
Während der Saison und während der Vorbereitung kann ich nicht in die Ferien gehen. Das ist natürlich ärgerlich, wenn die Familie in die Ferien geht und du alleine zu Hause sitzst.

Sie besuchen die Sportklasse des Gymnasiums. Planen Sie, einmal mit Volleyball ihren Lebensunterhalt zu verdienen?
Es wäre schön, davon zu leben. Volleyball ist ja das, was ich gerne mache. Und man sollte das machen, was man mag. Wenn es sich ergibt, werde ich nach dem Gymnasium ein oder zwei Jahre nur Volleyball spielen. Aber ich habe vor, danach zu studieren.

«Der nächste Traum ist es, in der Nationalmannschaft zu sein.»


Joel Maag

Welche Träume haben Sie im Volleyball?
Meine Träume haben sich verändert. Als Junior wollte ich in Uster mit der ersten Mannschaft in der 1. Liga spielen. Als das so war, habe ich schon in Jona bei den Junioren trainiert. Es war klar, dass ich nach Jona wechseln würde. Und als ich dort war, wollte ich in der Nationalliga A spielen. Der nächste Traum ist es, in der Nationalmannschaft zu sein.

Wie weit sind Sie schon auf dem Weg ins Nationalteam?
Ich durfte vor eineinhalb Jahren einmal eine Woche mit der Nationalmannschaft trainieren. Das war noch unter Dario Betello. Zwei Wochen vor dem Trainingslager hat er mich angerufen. Vom neuen Nationaltrainer habe ich noch nichts gehört.

Sie sind im ersten Jahr fix im Joner NLA-Team. Was haben sie in dieser Saison dazugelernt?
Dadurch, dass ich schon in der letzten Saison drei Mal in der Woche mit der ersten Mannschaft trainierte, hat sich nicht viel verändert. Ich spiele viel mehr. Gegen Ende der Saison war Florian Heidrich verletzt: Das hat meine Spielzeit verändert. Sonst wechseln sich Moritz Bolli und ich als zweite Mitte ab.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Ich glaube, das war, als ich noch im Kung Fu war. Da gibt es eine Prüfung. Ich hatte grad mit Kung Fu frisch begonnen und bin zuschauen gegangen.

Wie sind Sie zum Volleyball gekommen?
Ich hatte mit Kung Fu aufgehört und ein halbes Jahr pausiert. Da sagte meine Mutter, ich solle wieder einen Sport machen. Okay, sagte ich, dann mache ich Volleyball. Ich hatte es nie zuvor gesehen, es war einfach ein Geistesblitz. Ich ging bei Volley Uster vorbei, und es hat mir gefallen. Erst im Nachhinein habe ich mitbekommen, dass meine Mutter auch einmal Volleyball spielte.

Welches war Ihr bisher schönster Moment im Sport?
Das war, als ich nach einem Nationalliga-A-Spiel das erste Mal zum wertvollsten Spieler gewählt wurde, am 26. November in Luzern. Das hat mir gezeigt, dass es noch aufwärts gehen kann. Ich bin nicht einer, der von sich sagt, er sei der Beste. Aber das hat mir gezeigt, dass ein guter Volleyballer in mir steckt.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Das war vor zwei Jahren, als ich mit dem Junioren-Nationalteam die EM-Qualifikation in der Schweiz spielte. Die erste Partie haben wir gewonnen, und in der zweiten lagen wir im fünften Satz 14:11 vorne. Und haben doch noch verloren.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie das zweite Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie von Samstag in Näfels in Angriff?
Ich erwarte, dass wir wieder so spielen wie am letzten Samstag. (Jona unterlag nur knapp mit 2:3; Red.) Wenn dies gelingt, dann erwarte ich, dass wir das Spiel gewinnen. (lacht) Und am Sonntag vielleicht gleich nochmals. Von der Platzierung in der Qualifikation her ist Näfels weit weg von uns. Aber das letzte Spiel hat gezeigt, dass wir doch nicht weit von ihnen weg sind.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Eine Minute.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit einer Person, die arbeitet. Ich bin jetzt 13 Jahre in der Schule und werde nachher noch studieren. Ich würde gerne wissen, wie das ist, jeden Morgen aufzustehen, um zur Arbeit zu gehen. Ich stelle es mir anders vor als jetzt.

Welche Person bewundern Sie?
Meinen Teamkollegen Deniz Milanez – dafür, dass er so lange in der Nationalliga A Volleyball spielen konnte, bis 45! Und er war ja ein erfolgreicher Passeur.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Jetzt gegen Ende der Saison würde ich sagen ein spielfreies Wochenende. Sonst wäre es an einem Tag ein Spiel, und ein Tag Erholung. Und dass ich nichts für die Schule machen muss! Einfach ausschlafen und nichts tun.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Das weiss ich noch nicht. Eventuell gehe ich in den Sommerferien eine Woche mit der Familie weg. Vielleicht ans Meer.

Ihr Lieblingssong?
Habe ich keinen.

Ihr Lieblingsfilm?
«Real Steel».

Ihr Lieblingsbuch?
Als Jugendlicher habe ich «Cherub» geliebt. Das sind Jugendliche, so alt wie ich damals war, die sich in England als Geheimagenten ausbilden lassen. Wer wünscht sich das nicht!

Ihr Lebensmotto?
Das tun, was Spass macht.

Was macht Sie glücklich?
Volleyball spielen, mit der Familie oder Kollegen sein, mit Kollegen etwas unternehmen.

Was ärgert Sie?
Unpünktliche Menschen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Genug freie Zeit zu haben. Nicht alles vollzustopfen mit Lernen, Familie und Volleyball.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Ich habe vor, dann fertig zu sein mit dem Studium. Eventuell spiele ich noch Volleyball. Okay, zehn Jahre ist schon noch eine lange Zeit. Ich werde dann sicher arbeiten.

Erstellt: 22.03.2018, 14:35 Uhr

Worum Gehts?

Joel Maag ist der erste Nachwuchsspieler von Volley Uster, der in die Junioren-Nationalmannschaft aufgeboten wurde. Da sein Stammverein bloss ein Team in der 1. Liga stellt, wechselte der zwei Meter grosse 19-Jährige nach Jona, wo er schon zuvor im regionalen Leistungszentrum trainierte. Seit letztem Sommer gehört Maag, der am Gymnasium Rämibühl in Zürich die Sportklasse besucht, am Obersee fix zum Nationalliga-A-Kader. Trainer Urs Winteler lobt den starken Service und die Schlaghöhe seines Mitteangreifers. Am Samstag versuchen Joel Maag und seine Teamkollegen in Näfels, die Playoff-Viertelfinal-Serie auszugleichen. Die erste Partie gegen die Glarner ging am letzten Samstag knapp verloren. Ginge das zweite Spiel an die Joner, würde ein drittes Spiel am Sonntag entscheiden, welches der Teams in die Playoff-Halbfinals aufrückt. Der Verlierer spielt danach weiter um die Plätze fünf bis acht.(skl)

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