Horgen

«Das Team passt uns»

Nach dem Wechsel von ihrem Heimatklub Ägeri zu Horgens Wasserballerinnen wollen Nadine (23) und Tamara (21) Iten mit diesen den Meistertitel holen. Ansonsten sind die Schwestern jedoch längst nicht immer gleicher Meinung.

Vor dem Playoff-Halbfinalspiel mit Horgen im Geiselweid in Winterthur trinken Tamara (links) und Nadine Iten kaltes Wasser – die Schwestern aus Ägeri sind aber nicht immer so seriös.

Vor dem Playoff-Halbfinalspiel mit Horgen im Geiselweid in Winterthur trinken Tamara (links) und Nadine Iten kaltes Wasser – die Schwestern aus Ägeri sind aber nicht immer so seriös. Bild: Dominic Duss

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Sie haben beide ein stilles Wasser bestellt. Was mögen Sie daran?
Nadine Iten: Es ist neutral und löscht den Durst.

Tamara Iten: Und vor allem stösst es später im Wasser nicht auf.

Ist das auch Ihr Lieblings­getränk?
Nadine: Nein, da bevorzuge ich vielmehr ein eiskaltes Cola.

Tamara: Und ich ein Red Bull.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Nadine: Thailändisch habe ich sehr gern, vor allem schön scharf.

Tamara: Bei mir ist die italienische Küche hoch im Kurs, also Pizza und Pasta.

Und wer ist die bessere Köchin?
Nadine:Sie, da ich zu faul bin und es kaum kann. Probiere ich mal zu kochen, gelingt es mir meist nicht.

Tamara: Ja, ich bin definitiv besser und mache es auch gern.

Inwiefern achten Sie als ­Sportlerin auf die Ernährung?
Nadine: Ui, da sind wir schlechte Vorbilder . . .

Tamara: . . . das darfst du jetzt aber nicht verraten! Sagen wir es so: an einem Spieltag am ehesten.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Nadine:Ich absolvierte die KV-Ausbildung und bin nun für einen Versicherungsbroker tätig.

Tamara: Ich habe Fabe-K (Fachfrau Kinderbetreuung; Red) gelernt und arbeite derzeit in einer Kita in Horgen.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten ­bewusst wahrgenommen?
Nadine: Als Siebenjährige verfolgte ich in St. Moritz ein Ski­rennen, das für mich damals ein Highlight war.

Tamara: Mir ist die Fussball-WM 2002 in Japan und Südkorea mit dem Titelgewinn der Brasilianer in bester Erinnerung geblieben.

Wie sind Sie zum Wasserball ­gekommen?
Nadine:Ich durch meine Nachbarin, die Schwimmunterricht gab und Wasserball spielte. So rutschte ich in den SC Frosch Ägeri und Tamara folgte mir dann.

Tamara: Ja, ja, schon gut – ich bin ja fast immer und überall die Nachzüglerin. (schmunzelt)

Was hat Sie beide in den SC Horgen geführt?
Nadine: Die Auflösung des Ägeri-Frauenteams (nach der Saison 2014; Red.)

«Sie klaut mir immer wieder Kleider – und ich suche sie dann.»Nadine Iten

Tamara:Für einmal war ich vor dir da (seit 2014 im SC Horgen; Red.) und du bist mir dann gefolgt.

Nadine: Aber nur, weil ich dasEnde zuerst nicht wahrhaben wollte und noch im Ausland war.

Welches war Ihr schönster ­Moment im Sport?
Nadine: Der Meistertitel 2012 mit Ägeri.

Tamara: Die EM 2014 in Italien. Das war zwar eine intensive, aber auch tolle und lehrreiche Woche.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Tamara: Der vor zwei Jahren mit Horgen verpasste Meistertitel.

Nadine: Ich trauere noch dem 2011 verlorenen Cupfinal nach. Ausgerechnet Horgen unterlagen wir damals nur knapp.

Mit welchen Erwartungen ­nehmen Sie am Freitag den Playoff-Final gegen Basel in Angriff?
Tamara: Wir wollen natürlich Schweizer Meister werden.

Nadine: Und wir haben das Potenzial zum Titelgewinn. Denn schliesslich verloren wir beide Qualifikationspartien nur mit einem Tor Unterschied (9:10 in Basel, 10:11 daheim; Red.).

Offenbar will Ihr Heimatklub Ägeri wieder ein NLA-Frauen­team aufbauen. Inwiefern ­kommen Sie dadurch in einen Interessenkonflikt?
Nadine: Nicht gross, da wir uns in Horgen sehr wohlfühlen. Das Team passt uns. Ausserdem wurden wir offiziell noch gar nicht angefragt, oder?

Tamara: Nicht dass ich wüsste.

Wer braucht am Morgen mehr Zeit vor dem Spiegel?
Nadine: (während Tamara verschmitzt nach links schaut) Wir haben beide etwa gleich lang.

Tamara: Fünf bis zehn Minuten müssen jeweils reichen. Manchmal kann es aber auch länger dauern. (schmunzelt)

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Nadine: Also ich fühle mich wohl in meiner Haut. Promis haben Probleme, die ich gar nicht teilen will. Meine reichen mir. (lacht)

Tamara: Ein Fussballstar wäre ich schon mal gern. Am liebsten David Beckham, der hat eine Familie. Er könnte dann für mich arbeiten gehen.

Welche Person bewundern Sie?
Nadine: Ganz viele, allen voran aber unsere Mutter. Sie ist immer für uns da und unterstützt uns auch im Wasserball enorm.

Tamara:Dem schliesse ich mich an.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Nadine: Ende August reise ich mit einer Kollegin für eine Woche nach Miami.

Tamara: Und ich fahre im Juli mit meinem Freund nach Italien.

Nadine: Pizza und Pasta eben. (lacht laut)

Warum nicht mit der ­Schwester?
Tamara: Weil sie immer fliegen will und ich wegen Druckproblemen im Ohr nicht darf.

Nadine: Vielleicht finden wir nächstes Jahr mal einen gemeinsamen Nenner.

Ihr Lieblingssong?
Nadine: (während Tamara leise eine spanische Liedzeile anstimmt) Ich höre vor allem ak­tuelle Hits im Radio.

Tamara: Mir gefallen die Toten Hosen.

«Ihr Geklipse beim Fingernägelschneiden macht mich aggressiv.»Tamara Iten

Ihr Lieblingsfilm?
Tamara: Die Cinderella Story hab ich schon etwa 500-mal gesehen.

Nadine: «Friends with Benefits», der ist auch leicht romantisch.

Ihr Lieblingsbuch?
Nadine: Da gibt es ganz viele. (überlegt)

Tamara: «Die Tribute von Panem».

Nadine: Vor allem Werke der Eng­länderin Amanda Prowse.

Ihr Lebensmotto?
Tamara:Never give up ­– ich hab den Spruch sogar tätowiert. (zeigt ihren linken Oberarm; Red.)

Nadine: Bleib so wie du bist.

Womit bringt Ihre Schwester Sie auf die Palme?
Tamara:Ihr Geklipse beim Fingernägelschneiden macht mich aggressiv. Und trotzdem oder ­extra lässt sie es nicht.

Nadine: Sie klaut mir immer wieder Kleider – und ich suche sie dann. Entweder werde ich an ihr oder in ihrem Schrank fündig.

Und welches ist ihre beste Eigenschaft?
Nadine: Sie ist einfach die beste Schwester.

Tamara: Und du bist mein Taxi. (lacht)

Was macht euch glücklich?
Nadine:Wenn ich in die Ferien und neue Sachen entdecken kann.

Tamara: Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen.

Nadine beantwortete fast alle Fragen zuerst. Hat sie immer das erste Wort?
Tamara: Ja, leider zu oft . . .

Nadine: . . . und auch das letzte!

Was macht ihr in zehn Jahren?
Nadine:Uff, ich plane nicht so ­voraus, sondern nehme mein Leben so, wie es kommt. Vielleicht bin ich Gotti. (schielt nach rechts)

Tamara: (ohne zu zögern) Ja, weil ich dann definitiv meine Familie habe.

Erstellt: 23.06.2017, 10:09 Uhr

Worum gehts?

Die Horgnerinnen wurden 2011 letztmals Schweizer Meister. Das seither enorm verjüngte Team strebt nun den sechsten Titel an. Dazu sind im Playoff-Final zwei Erfolge gegen den ungeschlagenen Qualifikationssieger Basel nötig. Das erste Spiel der Serie (best of 3) tragen die von Caro Item trainierten SCH-Frauen heute Abend daheim im Sportbad Käpfnach aus. Am Montagabend bestreiten sie die zweite Partie auswärts. Auch das all- fällige Entscheidungsspiel findet (am Donnerstag) im Gartenbad St. Jakob statt. Im Playoff-Halbfinal (best of 3) hatte sich Horgen mit 2:1-Siegen in extremis gegen Winterthur durchgesetzt. (ddu)

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